Sauber-Stammpilot? Giedo van der Garde ist gelassen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Giedo van der Garde ist ganz entspannt

Giedo van der Garde ist ganz entspannt

In Holland mehren sich Medienberichte, wonach Giedo van der Garde (29) bei Sauber vor einer Beförderung stehe. Die Frage scheint nur noch zu sein, wann das passieren wird.

Sauber erlebt eine düstere Saison: Zum Quasi-Heimrennen in Hockenheim reisen die Schweizer punktelos an. Die Gründe für die Misere sind vielfältig. Teamchefin Monisha Kaltenborn auf Erklärungssuche: «Wir haben begrenzte Ressourcen, und einen grossen Teil davon haben wir in ein konkurrenzfähigeres Auto für die zweite Saisonhäfte 2013 investiert. Das bedeutet, dass wir die Vorbereitung auf 2014 kompromittieren mussten. Das tat besonders weh vor dem Hintergrund, weil wir die grösste Technikumstellung der letzten zwanzig Jahren zu bewältigen hatten.»

An der Technik alleine liegt es aber nicht: Selbst wenn Adrian Sutil und Esteban Gutiérrez bisweilen wie Boxer wirken, denen eine Hand auf den Rücken gebunden wurde – zahlreiche Nullrundenfahrten gehen auf ihre Kappe, vorrangig in Monaco, wo WM-Punkte auf dem Präsentierteller lagen, die Sauber-Fahrer aber an den Leitschienen hängenblieben. Jules Bianchi und Marussia sagten mit Rang 9 Dankeschön.

Nicht erst seit damals wird hinterfragt, ob der Deutsche und der Mexikaner die richtige Wahl sind. Gemäss Monisha Kaltenborn ist eine Auswechslung ein Un-Thema: «Wir haben unsere Einsatzfahrer für die Saison 2014 Ende des vergangenen Jahres bekanntgegeben, dem ist nichts hinzuzufügen. Giedo ist unser Test- und Ersatzfahrer und käme dann zum Einsatz, wenn einer der Stammpiloten nicht einsatzfähig wäre.»

Van der Garde selber bleibt entspannt. Das kann sich der frühere Caterham-Pilot leisten, denn seine Trumpfkarte ist der Schwiegerpapa: Marcel Boekhoorn ist Chef des Bekleidungsherstellers McGregor. Wer Boekhoorn in Monaco im Umgang mit Kaltenborn beobachtete, der erkannte: da ist viel gegenseitige Sympathie im Spiel.

Aber wie gross ist die Chance wirklich, dass es zu einem Fahrerwechsel kommt?

Die fahrerischen Qualitäten von Sutil stehen ausser Frage. Der frühere Force-India-Fahrer hat unlängst sogar betont, er habe einen Vertrag für die kommende Saison. Sich von jenem Mann zu trennen, der am ehesten Punkte einfahren kann, ist keine besonders clevere Idee.

Beim in seinen Leistungen stark schwankenden Gutiérrez stellt sich die Frage, ob dessen Geldgeber aus Mexiko so üppig und so pünktlich bezahlen wie die holländischen Sponsoren van der Gardes. Die Wahrheit darüber wissen nur Peter Sauber und Monisha Kaltenborn, und von ihnen ist über die mexikanischen Partner bislang nie ein schlechtes Wort zu hören gewesen. Zudem müsste erwogen werden, ob der Holländer im Auto mehr bringen würde als der Mexikaner. Wer kann das schon garantieren?

Giedo van der Garde bestreitet morgen Freitag das erste Training für Sauber. Holländische Zeitungen bleiben dabei: Das sind Fingerübungen als Vorbereitung von Renneinsätzen. Für 2014 oder spätestens für 2015.

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