Formel-1-Motoren: Lösung 2016 völlig ungewiss

Von Mathias Brunner
Formel 1
Honda-Rennchef Arai (links) mit den McLaren-Piloten Button, Magnussen und Alonso sowie McLaren-Chef Dennis

Honda-Rennchef Arai (links) mit den McLaren-Piloten Button, Magnussen und Alonso sowie McLaren-Chef Dennis

Mehrere hundert Millionen Euro hat die Entwicklung der Antriebseinheiten für 2014 verschlungen. Aber keiner weiss, ob in zwei Jahren noch mit diesen Motoren gefahren wird.

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone träumt von Turbo-Aggregaten, die tüchtig Krawall machen und 1000 PS leisten. Ob er zur Saison hin seinen Wunsch erfüllt bekommt, weiss derzeit keiner: Die Formel-1-Motorenhersteller sollen bis Ende Januar dem Autoverband FIA Konzepte vorlegen, wie solche Triebwerke aussehen könnten und wie man die von FIA-Chef Jean Todt anvisierte Höchstpreisgarantie erreichen kann. Der Franzose fordert Maximalkosten für Kundenteams von höchstens zehn Millionen Euro pro Saison. Damit wären wir finanziell wieder auf dem Stand der früheren Saugmotoren. Für die neuen Turbos muss rund das Doppelte hingeblättert werden!

Für 2015 bleibt das Reglement zwar weitgehend wie vorgesehen, aber der Klassebeste Mercedes muss Zugeständnisse machen: die Motorenhersteller dürfen länger entwickeln als es ursprünglich im Reglement hiess. Eigentlich galt der 28. Februar 2015 als Homologations-Termin für die Antriebseinheiten 2015. Nun kann jeder Motorenbauer, der bis dahin die 32 vorgesehenen Wertmarken nicht ausschöpft (das entspricht einem zu 48 Prozent umgebauten Motor) das auch später noch tun.

Monatelang war vom vierten im Bunde – dem alten/neuen McLaren-Partner Honda – zur Frage der eingefrorenen Entwicklung nichts zu hören. Dann sagte Rennchef Yasuhisa Arai: «Techniker und Fans haben eins gemein, sie fordern Wettbewerb. Das ist nur dann möglich, wenn Teile entwickelt werden dürfen.»

McLaren-Teamchef Eric Boullier ergänzt: «Eine Entwicklung sollte erst dann eingefroren werden, wenn jeder Hersteller seine Motoren fertig entwickeln konnte. Wenn man diesen Wettbewerb verbietet, dann steht das dem Geist des Sports entgegen. Der Motor hat den grössten Anteil am Vorsprung von Mercedes, und das wird noch ein paar Jahre so bleiben, bis alle anderen bei der Entwicklung aufgeholt haben. Wenn wir das Motorenreglement lockern, wird man sehen, wie einige Teams aufholen.»

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