Formel 1

Hybrid-Antrieb gutes Versteck für Traktionskontrolle?

Von - 06.01.2015 03:55

SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Lässt sich in der Mehrfach-Energierückgewinnung der modernen Turbo-Renner womöglich eine verbotene Traktionskontrolle verstecken?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal schreibt Günter Nejedly aus Kottes: «Ich überlege schon seit einiger Zeit, ob es nicht möglich wäre, im Hybridsystem eines modernen Formel-1-Renners eine Traktionskontrolle zu verbergen.»

Herr Nejedly erklärt: «Wenn der Fahrer das Auto beschleunigt, wird vom MGU-K doch zusätzlich elektrische Energie abgegeben. So weit mir bekannt ist, ist der Generator des MGU-K über Zahnräder direkt mit der Kurbelwelle des Verbrennungsmotors verbunden. Nun ist möglicherweise in der Steuerelektronik des MGU-K für jeden der acht Gänge eine eigene maximale Beschleunigungskurve abgespeichert. Wird beim Beschleunigen diese Beschleunigungskurve überschritten, der Elektromotor beschleunigt also schneller als erwartet, bedeutet dies, dass die Antriebsräder durchdrehen könnten. Die Steuerelektronik könnte nun blitzschnell die elektrische Energie regulieren, um wieder auf die maximale Beschleunigungskurve herunterzukommen. Diese Verminderung der elektrischen Energie reichte dann vermutlich aus, um das Durchdrehen der Antriebsräder zu vermindern oder zu beenden. Das ist in meinen Augen die Funktion einer Traktionskontrolle, welche vom Reglement verboten ist.»

Giampaolo Dall’Ara, der leitende Ingenieur von Sauber gibt zur Antwort: «Technisch ist es möglich, eine Traktionskontrolle darzustellen, jedoch ist es nicht möglich, diese sozusagen zu verstecken. Dies aufgrund von Regeln, die in einem umfassenden, hochkomplexen Dokument zusammengefasst sind.»

Dazu möchte ich ergänzen: Es handelt sich um eine jener Reglementsverfeinerungen, welche der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Im offenbarten Reglement steht zu lesen, dass die Steuerelektronik von den Regelhütern des Automobilverbands FIA jederzeit überprüft werden kann. Aufgrund unserer Erfahrung von den Formel-1-Schauplätzen und aus den technischen Berichten 2014 von Jo Bauer wissen wir – solche Stichproben werden regelmässig gemacht. Noch nie hat sich ein Rennstall dabei etwas in Richtung verborgener Traktionskontrolle zuschulden kommen lassen.

Fazit: Abgesehen vom Risiko, beim Schummeln erwischt zu werden, mit entsprechenden Konsequenzen, sind die Tests des Autoverbands FIA zu genau, um eine (technisch mögliche Form von) Traktionskontrolle zu verbergen.

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