Fernando Alonso sauer: Hohn & Spott für McLaren-Honda

Von Mathias Brunner
Hamilton lässt Button wie einen Anfänger aussehen

Hamilton lässt Button wie einen Anfänger aussehen

Viele im Fahrerlager fragen sich: Wann platzt Fernando Alonso der Kragen? Wieder keine Zielankunft für McLaren-Honda, über das angebliche Traumpaar wird Hohn und Spott ausgeschüttet.

Noch zeigt sich Fernando Alonso von der humorvollen Seite: Nach dem Ausfall des kompletten McLaren-Honda-Teams im Kanada-GP verbreitete der Spanier via Twitter ein Foto des Rennergebnisses. Der Spanier drehte das Klassement kurzerhand auf den Kopf, so dass das McLaren-Duo ganz oben stand. Dazu schrieb Alonso: «Ist das ein wenig besser? Nun, es kommt wohl immer darauf an, wie man es sich anschaut.»

Der Jux hat einen ernsten Hintergrund. Als der Weltmeister von 2005 und 2006 im Rennen gebeten wurde, Sprit zu sparen, brach aus dem Asturier heraus: «Ich habe schon genug Probleme. Wir schauen aus wie Amateure!»

Alonso wollte damit sagen: Nicht nur, dass der Honda-Motor defektanfällig und zu brustschwach ist, er ist offenbar auch noch zu durstig. Fernando nach dem Ausfall: «Ich konnte da hinten niemanden attackieren.» Ganz im Gegenteil: Alonso und Button waren Freiwild für die Gegner.

Beim einst so glorreichen McLaren-Honda bröckelt der Lack. Statt den Aufwärtstrend von Monaco fortzusetzen (erste Punkte der Saison dank Jenson Button), gab es den zweiten Komplettausfall nach Malaysia. Nur drei Autos fielen im Kanada-GP aus, zwei davon waren McLaren-Honda. Peinlich.

Auch die britischen Medien haben ihre höfliche Zurückhaltung abgelegt. Statt Bewunderung für McLaren-Honda gibt es in der Heimat des Traditionsrennstall viel Hohn und Spott.

«Selten gab es eine bessere Demonstration von Lewis Hamiltons korrektem Gespür, McLaren Ende 2012 zu verlassen», schreibt die «Daily Mail». «Mercedes dominiert, McLaren trödelt hinterher. Und so langsam geht einigen im Team die Geduld aus. Gut, die neue Partnerschaft mit Honda braucht ihre Zeit, aber die Probleme reichen tiefer, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass der letzte McLaren-Sieg auf Brasilien 2012 zurück geht.»

«The Times» findet: «Die Bemerkung von Alonso über Funk zeigt deutlich – die Flitterwochen sind vorbei. Die Schmach ist total. McLaren-Chef Ron Dennis hat für diese Saison Schmerzen erwartet, aber das hier muss sich anfühlen wie ein akut entzündeter Blinddarm. Eine Operation ist dringend erforderlich!»

«The Sun» verlieh dem Auto von Jenson Button den zweifelhaften Preis des «Milchwagens des Tages», nachdem der Engländer hoffnungslos im hinteren Feldviertel herumgerollt war, bevor er aufgeben musste. Und wir sprechen hier von einem achtfachen Gewinner der Markenwertung!

Nicht nur die «Daily Telegraph» findet: «Die unglückliche Wiedervereinigung mit Honda wird immer schlechter, jeder Hinweise auf Fortschritt ist schwer auszumachen. Wir zählen nun schon acht Ausfälle. Je länger das dauert, desto schwerer fällt der Glaube, dass diese Partnerschaft je den Weg an die Spitze findet.»

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