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Familie von Jules Bianchi: Immer wieder Renntragödien

Am Dienstag, 21. Juli, finden in der Kathedrale Sainte-Réparate von Nizza die Trauerfeierlichkeiten für den am Freitag verstorbenen GP-Rennfahrer Jules Bianchi statt.

Formel 1

Im Artikel erwähnt


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Die Gedanken der Renngemeinde kreisen um die Familie Bianchi und den Verlust ihres 25jährigen Sohnes Jules. Der frühere Marussia-Fahrer ist am Freitag in Nizza seinen schweren Hirnverletzungen erlegen, die er sich am 5. Oktober 2014 bei einem Unfall im Grossen Preis von Japan in Suzuka zugezogen hatte.

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Familie, Freunde, Rennfahrerkollegen, Medienvertreter, Fans – sie alle wollen ihm am Dienstag, 21. Juli, ab 10.00 Uhr in der Kathedrale Sainte-Réparate von Nizza gedenken. Das Gotteshaus am Rossetti-Platz ist Sitz der Diözese Nizza.

An den Trauerfeierlichkeiten werden auch FIA-Präsident Jean Todt und sein Sohn Nicolas teilnehmen, zahlreiche Vertreter von Ferrari, in dessen Fahrerakademie der Südfranzose Bianchi der hoffnungsvollste aufstrebende Fahrer war, viele Formel-1-Fahrerkollegen und GP-Teamchefs, Wegbegleiter aus Nachwuchsklassen und seiner früheren Rennställe ART (Formel 3 und GP2), Tech1 (Formel Renault 3.5), Marussia (heute Manor) und Force India. Sie wollen Jules’ Mutter Christine und seinem Vater Philippe sowie seinen Geschwistern Mélanie und Tom zeigen: ihr seid in Eurem Leid nicht alleine.

Familie Bianchi: Immer wieder Schicksalsschläge

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Viele Menschen fragen sich: Was hat diese Familie getan, um solchen Kummer zu verdienen? Denn der schwere Unfall von Jules Bianchi, der letztlich zum Unausweichlichen führte, war bei weitem nicht der einzige Schicksalsschlag. Was viele heutige Grand-Prix-Fans nicht wissen – Jules ist schon der dritte Racer aus seiner Familie.

Bianchis Familie stammt ursprünglich aus Mailand – sein Urgrossvater wanderte in den 50er Jahren samt seiner Söhne Mauro und Lucien nach Belgien aus und nahm die belgische Staatsbürgerschaft an. Mauro ist der Grossvater des späteren Marussia-Piloten, Mauros Sohn Philippe wiederum zog von Belgien nach Frankreich um, Jules wurde in Nizza geboren.

Der hochbegabte Mauro Bianchi wurde anfangs der 60er Jahre Alpine-Werksfahrer in der Formel 3 und gewann 1964 zum Beispiel den Grossen Preis von Montlhéry. Ab Mitte der 60er Jahre konzentrierte er sich auf Sportwagenrennen. Grösster Erfolg: Sieg beim 500-km-Rennen vom Nürburgring, zusammen mit seinem Bruder Lucien. Lucien Bianchi war ein echter Allrounder: Formel 1, Rallyes, Sportwagen, GT, der Belgier war in allem schnell.

1968 erlitt Mauro Bianchi in Le Mans einen schlimmen Unfall, bei welchem er sich schwerste Brandverletzungen zuzog. Ironie des Schicksals: im gleichen Jahr gewann Lucien zusammen mit Pedro Rodriguez das berühmteste Langstreckenrennen der Welt.

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Lucien Bianchi bestritt zwischen Belgien 1960 und Mexiko 1968 17 Formel-1-WM-Läufe, meist mit unterlegenem Material. Seinen grössten Erfolg feierte er in Monaco 1968, als er hinter Graham Hill und Richard Attwood im Fürstentum Dritter werden konnte.

Ausgerechnet in jenem Monaco, wo später Jules Bianchi als Neunter des Grand Prix 2014 sein bestes Ergebnis in der Formel 1 erzielen sollte.

1969 wollte Mauro sein Comeback geben, als Lucien am 30. März bei Testfahrten in Le Mans zu Tode stürzte. Der ältere der beiden Bianchi-Brüder wurde nur 34 Jahre alt. Daraufhin hängte Mauro den Rennhelm an den Nagel.

Wie gross das Potenzial von Jules Bianchi war, werden wir nie erfahren. Der frühere Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali sagt den Kollegen der "Gazzetta dello Sport": "Jules war der erste Fahrer unserer Ferrari-Akademie. Ich erlebte ihn als einen jungen Mann von sehr positiver Einstellung, meist mit einem Lächeln auf den Lippen, von einer unheimlichen Überzeugung, dass er es ganz nach oben schaffen würde. Er war ein aussergewöhnlicher junger Mann, der mit allen seinen Wegbegleitern einen sehr intensiven Kontakt gepflegt hat, nicht nur innerhalb von Ferrari, das hat ihn für mich am meisten gekennzeichnet. Wir haben einen Jungen verloren, der einen anderen Weg verdient hätte."

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Das Manor-Team hat mitgeteilt, dass nur Familie, enge Freunde und Arbeitskollegen in die Kathedrale vorgelassen werden.

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