Nico Rosberg in Japan: Gegen Lewis Hamilton zaghaft?

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Nach dem Grossen Preis von Japan und den Vorkommnissen in der ersten Runde sehen sich viele in ihrem Bild bestätigt: Nico Rosberg ist gegen Lewis Hamilton im Zweikampf einfach zu zaghaft.

Vor einem Jahr verblüffte Nico Rosberg mit seinem Speed vor allem im Qualifying: Nur wenige Experten im Fahrerlager hätten dem Deutschen zugetraut, dass er über die ganze Saison 2014 hin seinen Stallgefährten Lewis Hamilton hinter sich lassen würde. Aus dem WM-Titel ist trotzdem nichts geworden.

2015 zieht Rosberg erneut den Kürzeren, und viele im Fahrerlager glauben, den Grund dafür zu kennen: Wenn es hart auf hart geht, dann ist Hamilton einfach im Zweikampf der härtere Fahrer.

Dieser Meinung ist auch David Brabham (50). Der Sohn der Motorsportlegende Sir Jack Brabham (1926–2014) sagt in einem Interview im Studio der britischen Sky: «Ich glaube wirklich, dass Lewis einfach der Skrupellosere der beiden ist. Ich finde, Nico müsste jetzt mal ordentlich die Ärmel hochkrempeln, wenn es gegen Lewis geht. Ist Hamilton in so einer Situation, dann kannst du mit Feuerwerk rechnen. Das ist prima, denn das wollen die Fans sehen. Diese Emotionalität ist Teil seines Charakters.»

Brabham, 2009 mit Alexander Wurz, Marc Gené und Peugeot Le-Mans-Sieger geworden, fährt fort: «Bei Rosberg hat man immer ein wenig den Eindruck, alles müsse perfekt sein. Wenn es hart auf hart geht, dann erkenne ich einfach den Funken nicht, diese kleine Portion „Grrrrrrr“, und ich würde das sehr gerne sehen! Wenn er wirklich Weltmeister werden will, dann finde ich, Rosberg müsste diesen Teil seiner Persönlichkeit mehr entwickeln.»

Ist Nico Rosberg also einfach zu schwach? Von wegen, wie der elffache GP-Sieger in seiner Kolumne für die Bild-Zeitung betont: «Das enge Duell gegen Lewis beim Start ging so: Ich kam gut weg, doch kurz vor Kurve 1 war Lewis plötzlich neben mir. Meine Ingenieure haben mir nachher gesagt, dass mein Motor im Vergleich zu Lewis etwas weniger Leistung hatte, da er vor dem Start überhitzt war. In Metern ausgedrückt waren es vier Meter, die ich da verloren habe.»

«Es kam zum harten Duell durch die nächsten zwei Kurven. Er war auf jeden Fall aggressiv. Und ich? Ich kenne die Vorwürfe, die jetzt immer kommen: Ich bin zu weich und so. Dazu sage ich: Wir haben vorgegebene Regeln vom Team, wie wir uns bei Zweikämpfen zu verhalten haben. Dementsprechend habe ich mich auch verhalten. Ich musste darum in Kurve 2 nach links von der Strecke ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden, was eventuell null Punkte für das Team bedeutet hätte.»

«Dass wir nach dem schwachen Rennen in Singapur so zurückgekommen sind, war ganz wichtig für uns. Was mir jetzt fehlt: ein Sieg. Am besten schon in Russland.»

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