Russland-GP Sotschi: Andere Reifen, andere Strategie

Von Mathias Brunner
Formel 1
Rennatmosphäre in Sotschi

Rennatmosphäre in Sotschi

​Pirelli bringt die weichsten beiden Reifenmischungen nach Russland. Das erfordert von den Rennställen ein Umdenken in Sachen Strategie und sollte einen spannenderen Grand Prix erzeugen.

Die Grand-Prix-Premiere von Sotschi riss vor einem Jahr niemanden vom Hocker. Das Rennen war verhältnismässig fad, und nur wenige Tage nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi in Japan fanden es viele Mitglieder des Formel-1-Zirkus schwierig, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Der glatte Asphalt führte 2014 dazu, dass Nico Rosberg problemlos fast die ganze Renndistanz mit nur einem Reifensatz zurücklegen konnte. Diese Zeiten dürften vorbei sein: Denn Pirelli rüstet die Rennställe nicht mehr mit den Mischungen mittelhart und weich aus, sondern mit superweich und weich.

Pirelli-Rennleiter Paul Hembery: «Es ist unausweichlich, dass du beim Ausflug auf eine neue Rennstrecke einen Schritt ins Unbekannte machst. 2015 haben wir hingegen sehr viel mehr Daten zur Verfügung. Daher haben wir uns getraut, von den Mischungen her eine Stufe weicher zu gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fahrer nun mit nur einem Stopp durchkommen werden. Vielmehr werden wir zwei bis drei Reifenwechsel sehen.»

Pirelli hat vor Monaten Experten nach Sotschi entsandt. Die stellten fest: Der Asphalt hat sich gemessen an 2014 kaum verändert, die Oberfläche ist noch immer glatt, der harte russische Winter hat der Strecke nicht geschadet. Da das Sotschi-Autodrom während des Jahres nicht übermässig oft benützt wird, ist damit zu rechnen, dass die Piste sich im Laufe des freien Trainings und Qualifyings zum Rennen hin mit zunehmendem Gummi auf der Bahn stark entwickeln wird.

Force-India-Fahrer Sergio Pérez vermutet: «Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass das Überholen nicht ganz einfach ist. Da für die meisten Autos eine Einstoppstrategie der schnellste Weg ins Ziel war, änderte sich nicht so viel. Nun wird das anders sein. Die weicheren Mischungen erlauben mehr strategische Möglichkeiten. Wie in Singapur und Abu Dhabi haben wir viele 90-Grad-Kurven und Beschleunigungszonen, das wird die Hinterreifen belasten.»

Die drittlängste GP-Strecke (nach Spa-Francorchamps und Silverstone) hat gemäss Nico Hülkenberg «einen schönen Fluss. Die Länge der Strecke und die vielen ähnlichen Kurven machen es nicht ganz einfach, eine perfekte Runde hinzubkommen. Vor allem der letzten Pistensektor ist sehr technisch und eine grosse Herausforderung.»

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