Bagger World Cup: Das sind die Ziele von Harley-Davidson und Dorna
Der Bagger World Cup soll langfristig fixer Bestandteil der MotoGP-WM sein. Nach sechs Events 2026 soll die Serie zukünftig erweitert werden. Ist der typische Harley-Fahrer auch ein Rennsport-Fan?
2026 wird im Rahmen der MotoGP-WM der «Harley-Davidson Bagger World Cup» ausgetragen. In Austin, Mugello, Assen, Silverstone, Aragon und Spielberg werden jeweils zwei Rennen gefahren, danach steht der Gesamtsieger fest. Im Vergleich zur MotoGP-Klasse, wo an 22 Events 44 Rennen stattfinden, ist der Kalender für die Bagger relativ bescheiden. Im ersten Jahr der Serie geht es jedoch in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln. Wie kommen die 280-kg-Monster bei den Fans an? Wie funktionieren die Bikes auf den europäischen Rennstrecken? Bislang wurde mit den Harleys im Rahmen der 2020 gegründeten «King-of-the-Baggers-Serie» innerhalb der MotoAmerica nur auf amerikanischen Pisten gefahren.
Die anfängliche Beschränkung auf sechs Events macht Sinn. Doch wie sieht es mit der Zukunftsstrategie aus? «Wir fokussieren uns darauf, 2026 ein erfolgreiches Jahr zu haben. Wir haben aber Optionen für die Erweiterung – zusätzliche Events und Märkte», erklärte Jason Kehl, Technischer Direktor und Teamchef Harley-Davidson Factory Racing im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Die Dorna und Harley-Davidson sind diesbezüglich der gleichen Meinung: Wenn 2026 erfolgreich ist, dann… wir müssen sehen, wie die Reaktionen der Fans sind. Wir hoffen aber, dass wir im zweiten und dritten Jahr erweitern können, denn unser derzeitiger Vertrag läuft über drei Jahre. Auch bei dieser Vereinbarung besteht die Möglichkeit, diese zu erweitern. Wir sind optimistisch, dass wir eine Serie mit Bestand haben – nachhaltig für Harley-Davidson und die Dorna. Die Teams, die daran teilnehmen, bringen ebenfalls eine neue Fangruppe mit. Wir möchten diesen Sport gemeinsam aufbauen. Eines der aufregenden Dinge dieses Projekt ist, dass es sich um eine aufrichtige Partnerschaft von Harley-Davidson und der MotoGP handelt.»
Und wie sieht es mit dem Interesse von Harley aus? Kehl hat dafür eine pragmatische Antwort: «Harley-Davidson möchte durch den Rennsport die Begeisterung für die Marke außerhalb der USA steigern. Im Gegenzug will die Dorna mit der MotoGP innerhalb der USA wachsen. Wir möchten gemeinsam den Sport, den wir alle lieben, weiterbringen.»
Wir haben viele Harley-Davidson-Fans an die Rennstrecke gebracht!
Jason Kehl
Weltweit gibt es viele Fans der großen V2-Bikes. Doch ist der typische Harley-Fahrer auch ein Rennsportfan? «Ja und nein. Harley-Davidson wurde 1903 gegründet und von Beginn an waren wir beim Rennsport dabei. Sobald das zweite Bike gebaut war, sind diese gegeneinander Rennen gefahren», schmunzelte Kehl. «Wir haben 1914 eine Factory-Racing-Abteilung gegründet. Seit damals haben wir uns an den verschiedensten Rennserien beteiligt. Das ist sehr aufregend für uns, denn es ist anders und basiert zudem auf unserer normalen Produktion. Die Harley-Davidson Road Glide ist unser meistverkauftes Motorrad, und dieses Bike sieht man auch auf der Rennstrecke. Wir haben viele Harley-Davidson-Fans an die Rennstrecke gebracht. Diese sind aber auch Fans von den Superbikes oder den Supersport-Motorrädern. Sie haben quer durch die Startaufstellung ihre Lieblingsfahrer. Diese gehen auch auf die MotoGP-Events, nachdem was sie in den USA in der MotoAmerica vorgefunden haben. Ich bin davon überzeugt, dass wir weltweit dieselben Auswirkungen haben werden und mehr Harley-Kunden, die momentan noch keine Fans von Straßenrennsport sind, begeistern werden. Denn wenn diese unsere und die MotoGP-Bikes auf der Rennstrecke sehen, dann werden sie sofort zu Fans!»
Es wäre den Verantwortlichen rund um den Harley-Davidson Bagger World Cup zu wünschen, dass sich die Serie langfristig halten wird können und dass den spektakulären V2-Bikes nicht dasselbe Schicksal widerfährt wie der MotoE.
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