US-Grand-Prix: Pirelli setzt auf Weich und Medium

Von Otto Zuber
Formel 1
In Austin wird es keine Orange markierten Reifen geben

In Austin wird es keine Orange markierten Reifen geben

Zum siebten Mal in dieser Saison bringt Pirelli die weichen und Medium-Reifen zu einem Rennen mit. Sie seien für das das Layout des Circuits of The Americas am besten geeignet, erklärt man in Mailand.

Der Circuit of the Americas feierte 2012 seine Formel 1 Premiere. Seitdem erfreut sich die Strecke nahe Austin in Texas enormer Popularität, bei Fans gleichermaßen wie bei Piloten. Dazu tragen unter anderem die mächtigen Bergauf- und Bergab-Passagen bei, deren Höhenunterschiede bis zu 40 Meter betragen. Besonders der Anstieg auf dem Weg zur ersten Kurve genießt bei den Zuschauern Kultcharakter. Im Anschluss geht es für die Autos direkt in eine langsame Haarnadelkurve, die gleichzeitig eines der Wahrzeichen der markanten Strecke ist.

Der Kurs wartet mit einer Vielzahl Kurven unterschiedlicher Radien auf. Dabei wurden einige Passagen bekannten Abschnitten anderer Strecken nachempfunden. Das Resultat ist eine ganz spezielle Herausforderung für Mensch und Material. Insbesondere den Reifen wird auf dieser Strecke in jeder Hinsicht alles abverlangt. Zusätzlich sind die Witterungsbedingungen in Austin zu dieser Jahreszeit häufig stark schwankend. Während nachmittags oft noch warme Temperaturen herrschen, kann es am Vormittag doch noch empfindlich kühl sein. Daher ist es für die Teams alles andere als einfach, sich einen wirklich umfassenden Eindruck von der Beschaffenheit der Strecke zu verschaffen. Allerdings liefert Pirelli wie im Vorjahr auch in dieser Saison die F1 Slickmischungen Medium und Soft für das Rennwochenende in Texas.

Paul Hembery, Motorsport-Direktor Pirelli: «Die Fans hier in den USA heißen uns immer besonders herzlich willkommen und sorgen für ein fantastisches Event. Aufgrund seines speziellen Layouts fordert der Track die Reifen in jeder Beziehung ziemlich stark. Aufgrund der vielfältigen Belastungen nominierten wir die softe und die mittelharte Mischung. Diese Kombination ist vielseitig genug, um mit dem breiten Anforderungs-Spektrum und den wechselhaften Witterungsverhältnissen fertig zu werden. Weil die Saison auf die Zielgerade einbiegt, ist das Interesse an dem Rennen in Austin natürlich immens groß. Das Layout der Strecke und die gelieferten Mischungen sollten den Fahrern dabei viele Überholmöglichkeiten ermöglichen und den Teams zahlreiche erfolgsversprechende Rennstrategien eröffnen. Interessant ist auch, dass die Piloten hier in der Boxengasse nur wenig Zeit verlieren, das kann im Rennverlauf wichtig werden. Insgesamt steht uns aus diesen Gründen ein spannendes Rennen bevor und genau das wollen die Zuschauer sehen.»

Die größten Herausforderungen für die Reifen Das Streckenlayout weist 20 deutlich voneinander abweichende Kurven auf. Besonders anspruchsvoll sind die Bremsphasen, zum Beispiel wenn es bergauf zur ersten Kurve geht - dem höchsten Punkt der Strecke. Die Fahrtrichtung des Circuits verläuft gegen den Uhrzeigersinn und beschert den Fahrern somit ein eher ungewohntes Fahrgefühl. Die Strecke wurde vor allem in den Kurven bewusst breit angelegt, um viele Möglichkeiten für Überholmanöver zu schaffen.

Der Track enthält drei lange Geraden, auf denen sich die Reifenetwas abkühlen. Die leicht gesunkene Reifentemperatur lässt dann allerdings die Bremszonen kniffliger werden. Das betrifft insbesondere die Einfahrt in schnelle Kurven, in denen das Gummi rasch wieder auf hohe Temperatur kommen muss. In den vergangenen Jahren schwankten die Streckentemperaturen innerhalb eines Tages zwischen 18 und 37 Grad Celsius. Das Reifentemperatur-Management wird daher zu einer erfolgsentscheidenden Größe.

Das Setup ist auf mittleren Abtrieb eingestellt, wobei der mechanische Grip der Reifen im Fokus steht. Das gilt insbesondere für die Vorderreifen, die während der schnellen Richtungswechsel auf der ersten Hälfte einer Runde Schwerstarbeit verrichten müssen. Mit Vollgas werden rund 60 Prozent der Strecke gefahren, auf der es zehn Bremszonen gibt. Beide Werte liegen über dem Saison-Durchschnitt.

Die erfolgreiche Strategie des vergangenen Jahres Lewis Hamilton (Mercedes GP) gewann das Rennen von Rang Zwei mit einer zwei- Stopp-Strategie. In den Jahren zuvor hatten die Sieger stets einen Stopp eingelegt. Hamilton startete auf den soften Reifen in das 56-Runden-Rennen, um in den Runden 16 und 33 auf Medium-Slicks zu wechseln. Dabei beeinflusste eine frühe Safety Car- Phase seine Strategie. Erwarteter Performance-Unterschied zwischen den beiden Mischungen 0,8 Sekunden pro Runde.

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