Sebastian Vettel (4.) zu Ferrari: «Es ist ein Wunder»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel

Sebastian Vettel

​Klar wäre Ferrari-Star Sebastian Vettel beim WM-Finale von Abu Dhabi nochmals gerne aufs Siegerpodest geklettert. Aber das kann seine positive Saisonbilanz nicht trüben.

Sebastian, siehst du dieses Finale eher mit Bedauern oder erfreust du dich der guten Aufholjagd?

Wieso Bedauern?

Weil ein möglicher Podestplatz wegen des Missgeschicks im Training verdorben worden ist.

Bah, das war einfach ein Fehler, der vorkommen kann. Klar haben wir dafür im Rennen bezahlen müssen. Ich durfte jedoch eine schöne Aufholjagd zeigen, und Kimi ist ohne Probleme zu Rang 3 gefahren. Leider konnten wir Mercedes nicht genügend unter Druck setzen, um an den Sieg denken zu dürfen. Die Ränge 3 und 4 waren von daher das Maximum, was wir herausholen konnten, das haben wir geschafft, also gibt es nichts zu bedauern. Ganz im Gegenteil dürfen wir sehr zufrieden sein. Ich musste einiges tun, um mich da vorzuwuseln, aber das hat viel Spass gemacht. Ich bin zufrieden.

Wir fuhren ja eine andere Reifenstrategie als die direkten Gegner. Wir fuhren auf der härteren Mischung los und planten dann, länger auf der Bahn zu bleiben und so Boden gut zu machen. Ich sah dann schnell, dass wir flott aufholen und sich die Reifen auch nach längerer Zeit ganz manierlich benehmen.

Zwischendurch kam ich ein wenig ins Stocken. Ich steckte in Überrundungsmanövern fest, beispielsweise mit Fernando, dazu musste ich Kimi ziehen lassen. Da verlor ich einige Sekunden.

Wenn du also siehst, wie sich das Rennen entwickelt hat, hättest du dann irgend etwas anders machen können, um vielleicht doch mit Rang 3 zu liebäugeln?

Hm, ich wäre gerne schneller an Alonso vorbeigekommen. Aber viel mehr war nicht drin. Klar willst du als Rennfahrer immer mehr, klar willst du immer näher am Gegner sein. Aber besonders wenn ich dran denke, wo ich losgefahren bin, dann war es ein tolles Rennen, und ich bin happy damit.

Der Start war eine knappe Kiste gegen Alonso.

Nicht nur knapp, unsere Autos haben sich berührt! Aber zum Glück hat mein Ferrari keinen Schaden davongetragen.

Die Lücke zu Mercedes ist im Laufe des Jahres kleiner geworden, aber der nächste Schritt ist der Schwierigste, nicht?

Auf alle Fälle, ja. Aber ich denke oft daran, wie alles angefangen hat. Ich stand vor gut einem Jahr erstmals in der Ferrari-Box, beim Test, ich durfte damals noch nicht fahren, aber ich habe alles verfolgt. Und wenn ich mir in Erinnerung rufe, wo wir damals waren und wo wir heute stehen, dann ist das ein Wunder. Ich habe kein anderes Team gesehen, das solche Fortschritte im Laufe der Saison gemacht hat. Nun müssen wir überall weiter zulegen und Mercedes unter Druck setzen. Wir haben uns immer auf die eigene Arbeit konzentriert, das ist die richtige Einstellung. Ich habe einige lächelnde Gesichter gesehen in dieser Saison. Nun will ich mithelfen, dass im kommenden Jahr hier noch viel öfter gelächelt wird.

Kimi Räikkönen hat nun 80 Podestplätze, gleich viele wie Ayrton Senna. Du stehst bei 79. Wie wichtig ist es dir, die beiden im kommenden Jahr zu übertreffen?

Also standen Kimi und ich vor dem Rennen gleich? Oh. Nun, ich habe ja noch viel Zeit, die beiden zu überholen. Beide sind tolle Champions, leider ist Senna nicht mehr unter uns. Ich darf mich glücklich schätzen, in so guten Autos gesessen zu sein, dass ich da vorne mitmischen darf. Um ehrlich zu sein, ist das mir aber heute nicht so wichtig. Solche Statistiken werden später nett sein, wenn ich mal nicht mehr fahre.

Was planst du für die Ferien?

Nichts Grandioses. Zunächst einmal haben wir am Dienstag hier in Abu Dhabi einen ganz wichtigen Reifentest. Dann testen wir auch im Januar Reifen, auf nasser Bahn. Mir scheint, die Winterpause wird immer kürzer! Zuvor gibt es die Weihnachtsfeier mit Ferrari, da freue ich mich sehr darauf. Generell wird es einige ruhige Tage geben zuhause, und den Reisekoffer stelle ich eine Weile zur Seite.

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