Quali-Krisengipfel: 90 Minuten, keine Entscheidung!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Die Sitzung ist zu Ende: Bernie Ecclestone vor Jean Todt und Christian Horner

Die Sitzung ist zu Ende: Bernie Ecclestone vor Jean Todt und Christian Horner

​Die Teamchefs haben zusammen mit FIA-Präsident Jean Todt und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone den Krisengipfel vertagt – keine Entscheidung über das Quali-Prozedere.

Die 90minütige Sitzung der Formel-1-Teamchefs zusammen mit Serienpromoter Bernie Ecclestone und FIA-Chef Jean Todt hat kein Ergebnis gebracht. Es endete unter dem Motto: Wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind. Am kommenden Donnerstag soll es ein erneutes Meeting darüber geben, wie es mit der ungebliebten Ausscheidungs-Quali in China weitergehen soll.

Gibt es einen besseren Beweis dafür, in welch jämmerlichem Zustand sich der Sport in Sachen Entscheidungen befindet?

Diskutiert wurden verschiedene Ansätze, wie man die bei den Fans verpönte Qualifikation wieder verbessern kann.

Die Formel-1-Freunde selber haben ihr Urteil längst gefällt: Internet-Umfragen auf Portalen aus Grossbritannien, Frankreich und Italien zeigen annähernd identische Zahlen. Nur jeder Zwanzigste Teilnehmer solcher Umfragen findet die Ausscheidungs-Quali gut. Diesen fünf Prozent stehen 75 bis 80 Prozent gegenüber, diese Mehrheit der Fans will, dass wir zurück zum 2015er System gehen.

Unsere Prognose lautet leider: Liebe Mehrheit der Fans, setzen Sie besser kein Geld darauf, dass dies passieren wird!

Welche Wege gibt es also für diese neue Sitzung am kommenden Donnerstag?

Ein Abschlusstraining wie 2015 ist vom Tisch: Das wollen FIA-Chef Jean Todt und Serienpromoter Bernie Ecclestone nicht. Der Franzose will nicht zurück, weil das ein Gesichtsverlust wäre. Immerhin war es die FIA, welche das neue Quali eingeführt hat.

Ecclestone will keine Rückkehr, weil er unbedingt eine auf dem Kopf gestellte Reihenfolge nach dem Training sehen möchte. Der Brite glaubt: Nur so ist sichergestellt, dass wir spannende Grands Prix haben. Der 85jährige Engländer denkt noch immer daran, die Reihenfolge im Qualifying so durcheinander zu würfeln, dass die stärkeren Fahrer gezwungen werden, von weiter hinten loszufahren.

Dem Baumeister des modernen GP-Sports schwebt dabei eine Art Zeitballast vor: Sieger eines Grand Prix erhalten eine Zeitstrafe fürs Abschlusstraining des folgenden Grand Prix. Davon hat der Engländer schon einmal gesprochen.

Die Stimmung nach der ergebnislosen Sitzung von Bahrain: Die Teamchef sind enttäuscht, dass es keinen Weg zurück zum reinen 2015er System gibt. Dieser Weg wurde gleich zu Beginn der Sitzung von Todt und Ecclestone versperrt.

Es läuft alles auf ein Hybridsystem hinaus: Eine Mischung also aus Elementen, die wir schon erlebt haben sowie aus Neuem. FIA-Chef Jean Todt hat angeregt, dass Pirelli mehr Reifen liefert. Das konnten die Italiener aus logistischen Gründen in Bahrain noch nicht. Damit würde jedoch das Argument der Teams entkräftet, man habe zu wenig Reifen zur Verfügung, um mehrere Einsätze zu fahren.

Auf dem Tisch liegen drei solcher Mischlösungen, welche bei der Sitzung vom kommenden Donnerstag diskutiert werden sollen.

Eine Variante: Quali 1 und Quali 2 nach Ausscheidungs-System, dann aber Einzelquali der besten Acht. Wobei jeder der Spitzenfahrer zwei Versuche hat und – halten Sie sich fest – die Zeiten zusammengezählt werden.

Andere Variante: In allen drei Quali-Segmenten zählen die jeweils besten zwei Versuche aller Fahrer.

Wie sich das alles auf die Anzahl Reifen auswirkt und die benutzten Mischungen, wird bis zum Donnerstag in sinnvolle Vorschläge gehämmert.

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner hat bestätigt: Eine Rückkehr zum reinen 2015er System wird es nicht geben.

Wird am Donnerstag keine Lösung gefunden oder scheitert ein neuer Vorschlag in den Entscheidungsgremien Formel-1-Kommission und FIA-Weltrat, dann wird in China erneut mit dem Quali-System von Australien und Bahrain gefahren.

Offenbar sind auch aller schlechten Dinge drei.

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