Sebastian Vettel (Ferrari) in England: Heiliger Gral

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel

Sebastian Vettel

​Wir stehen vor dem zehnten WM-Lauf der Saison, und noch immer ist Ferrari 2016 ohne Sieg. Einige aerodynamische Neuheiten sollen das ändern. Dabei sind die Techniker auf der Suche nach dem Heiligen Gral.

Ferrari-Star Sebastian Vettel und Teamchef Maurizio Arrivabene haben fast die gleichen Worte gefunden für die Situation von Ferrari: «Unser Auto ist siegfähig. Der Motor arbeitet auf Augenhöhe mit Mercedes. Wir müssen aber in Sachen Abtrieb und Reifenmanagement zulegen.»

Anders formuliert: Der Silberpfeil von Mercedes-Benz und auch der Rennwagen von Red Bull Racing baut mehr Abtrieb auf. Um die gleiche Saugnapfwirkung zu erzielen, muss Ferrari tendenziell mit steiler gestellten Flügeln fahren. Das geht natürlich auf die Topspeed.

Ein grösseres Problem ist der Umgang mit dem schwarzen Gold von Pirelli. Mercedes tut sich leichter, ins optimale Betriebsfenster der Mailänder Walzen zu kommen. Allerdings ist der Reifenverschleiss am Silberpfeil höher als am Ferrari.

Teamchef Arrivabene bestätigt: «Wir haben ein gutes Fahrzeug, aber wir haben auch eines, das überaus schwierig abzustimmen ist.»

Einfacher wird die Aufgabe der italienischen Fachkräfte beim kommenden britischen Grand Prix nicht. In Silverstone wird belohnt, wer ein aerodynamisch effizientes Auto hat.

Ferrari bringt einige Neuheiten nach England, die Ingenieure sind dabei auf der Suche nach dem Heiligen Gral der Rennwagentechniker: Mehr Abtrieb, ohne jedoch dabei durch mehr Luftwiderstand bestraft zu werden.

Es kommen Hochgeschwindigkeitskurse auf uns zu: Silverstone, Hockenheim, Spa-Francorchamps, Monza. Keine Regel ohne Ausnahme – vor dem Deutschland-GP in Hockenheim macht die Formel 1 in Ungarn Halt.

Zu den neuen Teilen von Ferrari für Silverstone gehören ein verbesserter Frontflügel, verlängerte Seitenkästen, welche den Luftfluss zum Heck hin optimieren sollen, ein neuer Unterboden.
Schlecht für Ferrari: Pirelli hat für Silverstone – wo die Walzen unter hoher Belastung stehen – die härtesten drei Mischungen bereitgestellt.

Wie für Österreich hat sich Ferrari auch für Grossbritannien reichlich von der weichsten Mischung der Pirelli-Walzen bereitstellen lassen.

Aufgrund der hohen Belastung der Reifen auf der ersten aller Formel-1-Strecken (Debüt der Formel-1-WM: 1950 auf dem früheren Militärflughafen) geht Pirelli auf Nummer sicher – gefahren wird mit den Mischungen hart (orange markiert), mittelhart (weiss) und weich (gelb).

Ähnlich auf die weichen Reifen wie Ferrari setzt Toro Rosso (ebenfalls acht Sätze), noch mehr wagt Sauber: Gleich neun Reifensätze der gelb markierten weichen Reifen haben Felipe Nasr und Marcus Ericsson in England zur Verfügung!

Härtere Reifen sind für die Italiener kein Vorteil: Weil der Ferrari mit den Reifen behutsam umgeht, können Vettel und Räikkönen hier eine Stärker der Italiener nicht ausspielen. Weltmeister Mercedes-Benz hat zudem den Löwenanteil der Wintertests auf harten Reifen gefahren. Kein Team hat so viel Erfahrungswerte mit dem harten Gummi.

Reifenwahl für Silverstone

Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg: 1 hart, 5 mittelhart, 7 weich

Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen: 2 hart, 3 mittelhart, 8 weich

Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas: 1 hart, 5 mittelhart, 7 weich

Red Bull Racing
Daniel Ricciardo und Max Verstappen: 2 hart, 4 mittelhart, 7 weich

Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez: 3 hart, 4 mittelhart, 6 weich

Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Palmer: 1 hart, 5 mittelhart, 7 weich

Toro Rosso
Daniil Kvyat und Carlos Sainz: 2 hart, 3 mittelhart, 8 weich

McLaren-Honda
Fernando Alonso und Jenson Button: 1 hart, 5 mittelhart, 7 weich

Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr: 1 hart, 3 mittelhart, 9 weich

Manor
Pascal Wehrlein und Rio Haryanto: 1 hart, 5 mittelhart, 7 weich

Haas
Romain Grosjean: 2 hart, 4 mittelhart, 7 weich
Esteban Gutiérrez: 1 hart, 5 mittelhart, 7 weich

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