John Watson: «Sieg von Lewis Hamilton – wieso nicht?»

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Fans und Fachleute sind gespannt darauf, wie weit Lewis Hamilton nach Start aus der letzten Reihe zum Belgien-GP nach vorne dringen kann. Was sagt Aufholkünstler John Watson?

Beim Grossen Preis der USA in Long Beach 1983 gelang McLaren-Fahrer John Watson das Formel-1-Kunststück, vom 22. Startplatz aus zu gewinnen! Auf McLaren hätte damals nach dem Qualifying keiner auch nur einen Cent gewettet. Aber Watsons Stallgefährte Niki Lauda wurde vom 23. Platz aus Zweiter! Dies nach einem ausfallreichen, von der Reifenwahl diktieren Rennen.

Heute fragen sich viele Fans und Fachleute im Fahrerlager des Circuit de Spa-Francorchamps, wie weit Lewis Hamilton nach dem Start von weit hinten vorstossen kann. Die meisten glauben: Ein Platz unter den besten Fünf liegt absolut drin.

Vor dem Start geht ein britischer Journalist an mir vorbei, er telefoniert mit seiner Redaktion und sagt: «Wenn Hamilton heute gewinnt, dann ist das der grösste Sieg eines Formel-1-Fahrers.»

Da ist vielleicht ein wenig der Nationalstolz Vater des Gedankens, aber ohne Zweifel wäre eine solche Darbietung ein Herkulesakt, ähnlich sensationell wie damals die Siegfahrt von John Watson.

In China in diesem Jahr hat Lewis angedeutet, was machbar ist: Damals musste er ohne Zeit im Abschlusstraining als Letzter losfahren, legte sich in der ersten Kurve aber schon mit Sauber-Fahrer Felipe Nasr an, worauf der Frontflügel des Mercedes unters Auto klappte – Not-Boxenhalt. Schliesslich kämpfte sich Hamilton noch auf Rang 7.

«Ich habe meine Lektion von Shanghai gelernt», hat Lewis Hamilton gestern nach dem Abschlusstraining in seiner Journalistenrunde festgehalten. «Ich wäre zufrieden, wenn ich unter die besten Zehn vorstosse.»

Die meisten Insider im Fahrerlager glauben: Das ist Tiefstapelei. Auch der frühere Aufholkünstler John Watson traut dem dreifachen Weltmeister erheblich mehr zu, wie er meinem Kollegen Daniel Johnson im englischen Telegraph gesagt hat. «Ich würde grundsätzlich nicht mal einen Sieg von Lewis ausschliessen», sagt der heute 70 Jahre alte Nordire Watson, der gleich auch erklärt, wie man von so weit hinten ein derart grandioses Ergebnis herausfährt: «Also trödeln kannst du nicht. Du musst so bald als möglich so viele Ränge als möglich gutmachen, mit sauberen, entschlossenen Manövern. Es hat immer wieder Stars gegeben, wo die Gegner schon eingeschüchtert sind, wenn diese Siegfahrer nur im Rückspiegel auftauchten – ich denke da an Michael Schumacher, Ayrton Senna oder Nigel Mansell, und für mich ist auch Lewis Hamilton hier einzureihen. Lewis ist ein Racer durch und durch. Und das ist für mich ein Unterschied zu einem normalen Rennfahrer. Nico Rosberg ist für mich ein Rennfahrer. Lewis erzeugt sich Möglichkeiten und nutzt sie aus, er wartet nicht auf seine Chancen.»

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