Wheldon siegt im Indy-Drama

Von Guido Quirmbach
Indy Car
Wie gut doch Milch sein kann: Indy Sieg 2011 für Dan Wheldon

Wie gut doch Milch sein kann: Indy Sieg 2011 für Dan Wheldon

Entscheidung in der letzten Kurve! Ganassi verpokert sich, Desaster für Penske.

Unfassbares Drama in Indianapolis. JR Hildebrand hatte es in der Hand, als Rookie das Indy 500 zu gewinnen. Beim Spritpoker am Ende hatte er die besten Karten: Doch in der letzten Kurve des Rennens musste er überrunden, geriet auf den schmutzigen Teil der Strecke und rutschte in die Mauer. An dieser entlangschlitternd hätte es fast noch zum Sieg gereicht, aber eben nur fast: Dan Wheldon fing Hildebrand rund 200 Meter vor der Ziellinie ab und siegte nach 2005 zum zweiten Mal bei einem der drei wichtigsten Autorennen der Welt.

 
«Ich wollte den Druck aufrecht erhalten, denn ich wusste, dass einige Probleme mit dem Sprit bekommen würden. Als ich an JR vorbeifuhr, war dies schon ein sehr emotionaler Moment» sprach der Engländer Wheldon, der dann das Siegerinterview mit tränenerstickter Stimme abbrechen musste, als er auf seine Mutter zu sprechen kam. Er unterstützt eine Institution zur Bekämpfung von Alzheimer, jener Krankheit, an der auch Wheldons Mutter erkrankt ist.
 
Für Wheldon und Team-Owner Bryan Herta Balsam auf die Seelen, denn die Saison ist weder für Fahrer noch Team bislang durchfinanziert.
 
JR Hildebrand lehnte zunächst Interviews ab und entschuldigte sich bei seinem Team Panther-Racing, die nun zum dritten Mal in Folge auf Rang zwei in Indy landete. Später hatte er sich gefangen: «Ein schrecklicher Moment, ich war sehr knapp mit dem Sprit und musste einfach an dem Überrundeten vorbei, um den Schwung zu halten. Dann gings in den Dreck und die Mauer.»
 
Für die erste Gelbphase sorgte nach 22 Runden Takuma Sato, der von der Ideallinie abkam und in die Mauer rutschte. Bei der folgenden Runde der Boxenstopps bekamen Will Powers Siegeshoffnungen einen erheblichen Dämpfer, denn er verlor nach wenigen Metern ein Hinterrad und musste eine Runde später wieder rein. Beim Restart verlor E.J. Viso bei einer Kollision sein Auto, ein Alptraum für KV-Racing, die damit zwei Autos in wenigen Runden verloren.
 
Doch der Patzer bei Power war nur der Beginn eines Tages zum Vergessen für das in Indy so erfolgsverwöhnte Team von Roger Penske. Power kam nie in die Nähe der Spitze zurück, Helio Castroneves hatte Handlingsprobleme und später noch einen Reifenschaden, Ryan Briscoe crashte.
 
Die Ganassi-Stars Scott Dixon und Dario Franchitti hatten beide übers Rennen die meisten Führungsrunden und beide siegfähige Autos. Doch bei Ganassi hatte man den Sprit zu riskant kalkuliert, als am Ende die erhoffte Gelbphase ausblieb, rollten sie nur noch um den wieder nicht ausverkauften Speedway und belegten die Ränge 6 und 12.
Der 3. Rang von Graham Rahal war da nur ein schwacher Trost.
 
Pole-Setter Alex Tagliani hatte zu Beginn ein bärenstarkes Auto und führte einige Runden, doch sein Handling wurde immer schlechter. In der 148. Runde endete sein Traum vom Sieg in der Mauer von Turn 4.
 
Simona de Silvestro hatte bereits in der ersten Runde einen Mauerkontakt und gab das Rennen später auf.

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