KTM Motohall: Kulturförderung sorgt für Diskussionen

Von Günther Wiesinger
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Die Motohall von KTM

Die Motohall von KTM

In österreichischen Medien wurde parallel zum Spielberg-GP eine Diskussion über Subventionen für die neue Motohall von KTM in Mattighofen losgetreten.

Am 9. Mai 2019 wurde im Zentrum von Mattighofen in Oberösterreich die sogenannte KTM Motohall eröffnet, ein KTM-Museum mit Gastronomie, Parkhaus und vielem mehr. Sowohl die orangefarbene Marke aus dem Innviertel als auch der engagierte und erfolgreiche Unternehmer Stefan Pierer (62) haben sich dadurch ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt.

Buchhalterisch geht die Motohall in der KTM Motohall GmbH auf. Firmenchef Stefan Pierer erklärte zur Eröffnung, dass die Motohall auf 5400 Quadratmetern überwiegend aus Eigenmitteln seines Immobilienunternehmens finanziert worden sei – also aus dem laufenden Cashflow. Fast 35 Millionen wurden über vier Jahre investiert. Rund 5 Millionen davon kommen aus der öffentlichen Hand – vom Land Oberösterreich und der Stadt Mattighofen.

600.000 Euro kommen aus dem Topf oberösterreichischen Landesregierung und sorgen jetzt für Diskussionen, denn mit diesem Geld wurde KTM beim Projekt mit öffentlichem Geld unterstützt, da es sich bei der Motohall rein juristisch um eine «Dauerausstellung» handelt. Dazu fließen über sogenannte Bedarfszuweisungen in Tranchen rund 4,5 Millionen Euro nach Mattighofen, die Gemeinde wird zudem noch 700.000 Euro beisteuern.

Oppositionsparteien wie «NEOS» (Neues Östereich) haben nun auf Basis dieser Zusammenhänge eine politische Diskussion über Förderungen vom Zaun gebrochen. So erinnerte die Nationalratskandidatin Karin Doppelbauer daran, dass Pierer im Wahlkampf 2018 den ÖVP-Chef Sebastian Kurz mit einer Spende in der Höhe von 436.563 Euro bedacht hatte.

Aber die Subenventionen für die KTM Motohall wurden lange vorher beschlossen.

KTM-Vorstand Viktor Sigl bestätigt die Subvention, aus der auch bei der Eröffnung kein Geheimnis gemacht wurde. Landeshauptmann Thomas Stelzer war deshalb sogar als Ehrengast zugegen, genau wie Mattighofens Bürgermeister Friedrich Schwarzenhofer. Die finanzielle Unterstützung des Landes geht auf einen einstimmigen Beschluss der Landesregierung von 2015 noch unter dem damaligen Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) zurück. Es habe den Konsens von ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grünen gegeben, insgesamt 4,5 Millionen Euro in das 35-Millionen-Euro-Projekt, das auch für Mattighofen von öffentlichem Interesse sei, zu stecken, versicherte Sigl. Neben dem Museum sei etwa eine öffentliche Tiefgarage entstanden. Vergangenes Jahr hat das Unternehmen das Areal für die Motohall für rund 130 Euro pro Quadratmeter der Gemeinde abgekauft, ergänzte er. Und für den laufenden Betrieb gebe es keine Kulturgelder mehr.

Heute präsentiert sich die «KTM Motohall» (sie soll 50.000 bis 60.000 Besucher im Jahr anlocken) auf vier Etagen, sie ist in 3,5 Jahren Bauzeit und mit 21.000 Arbeitsstunden entstanden. Es wurden 11.400 Kubikmeter Beton und 4200 Quadratmeter Alufassaden verbaut. «Qualität war mir wichtiger als die Bauzeit», erklärte Firmenchef Stefan Pierer.

«Dass ein so erfolgreiches Vorzeigeunternehmen aus Oberösterreich wie KTM Förderungen für Dauerausstellungen erhält, ist ungefähr so, als bekäme Apple Förderungen für einen Showroom», erklärt Doppelbauer.

Dazu kommt, dass jetzt auch die Kulturvereine Oberösterreichs auf die Barrikaden steigen, da dort bereits 2018 die Landesförderungen reduziert worden sind. Insgesamt waren nach Recherchen der Zeitung «Der Standard» im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Euro weniger für freie Vereine ausbezahlt worden.

Die Diskussion scheint aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten müßig, denn KTM ist in der Region Innviertel längst einer der größten Arbeitgeber und schafft durch Investitionen wie die Motohall oder den Ausbau der Rennsportabteilung in Munderfing ständig neue Arbeitsplätze und leistet an Kommunen und Land seine Steuern und Abgaben.

Pierer zu SPEEDWEEK.com: «Wir haben bei KTM im Innviertel in den letzten acht Jahren 250 Millionen Euro in die Infrastruktur, in Fabriken, Entwicklung und die Motorsport-Abteilung investiert. Eine Viertel-Milliarde! Wir haben in diesem Zeitraum 2000 neue Mitarbeiter eingestellt. Jetzt haben wir mit der Motohall auch ein Gebäude für Schulungen und große Events, denn wir haben in diesem ländlichen Gebiet um Mattighofen 3600 Mitarbeiter beschäftigt. Wir können in der Motohall bis zu 420 Personen unterbringen und müssen bei Schulungen und Events nicht mehr nach Salzburg ausweichen. Wir haben ein multifunktionales Veranstaltungszentrum geschaffen mit einem hochqualitativen Gastronomiekonzept. Wir verwenden die Motohall in erster Linie für unsere internen Zwecke, wir können sie aber bei Bedarf auch befreundeten Firmen aus der Nachbarschaft wie AMAG oder Palfinger für Events anbieten.»

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