Neue Yamaha zu langsam, MotoGP-Stil ungewohnt: Razgatlioglu unter Zugzwang
Zu wenig Topspeed, ungewohnter MotoGP-Fahrstil, offene Setup-Fragen: Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu sucht beim Test in Buriram den Durchbruch – sonst droht ein schwieriger Saisonstart.
An diesem Wochenende hat Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu die letzte Gelegenheit, sich auf den MotoGP-Saisonauftakt vorzubereiten. In den vergangenen Tagen konnte er den enttäuschenden Sepang-Test analysieren und gemeinsam mit seinem Team sowie Yamaha daran arbeiten, die richtigen Schlüsse ziehen.
Sepang war für Razgatlioglu eine zwiespältige Erfahrung. Nach einem vielversprechenden Shakedown stagnierte er und wurde nicht schneller: «Die ersten drei Tage war alles in Ordnung, weil wir etwas verbessern und gute Rundenzeiten fahren konnten. Aber die anderen drei Tage haben mich ein bisschen gelangweilt und auch ziemlich müde gemacht.»
«An den letzten Tagen haben wir nichts mehr verbessert. Ich bin nach Hause geflogen und jetzt frischer für den zweitägigen Test. Ich hoffe, wir verbessern uns weiter, weil wir wissen, welcher Weg besser ist», deutete Razgatlioglu klare Erkenntnisse an.
Ergonomie: Womit Toprak Razgatlioglu in Buriram fahren möchte
In Sachen Ergonomie habe man herausgefunden, welche Option zum Erfolg führt: «Ich werde zu meinem alten Setup zurückkehren – also ein niedrigerer Lenker kombiniert mit dem niedrigeren Sitz. Ich werde es im Valencia-Stil versuchen. Mit dem höheren Lenker verliere ich viel. Ein niedrigerer Lenker ist vielleicht etwas besser. Ich versuche auch, mich anzupassen und das Motorrad besser zu verstehen.»
Die Umstellung auf den von der MotoGP-Maschine geforderten Fahrstil ist eine enorme Herausforderung. Razgatlioglu muss seinen Stop-and-Go-Stil, mit dem er in der Superbike-WM drei WM-Titel gewann, ablegen. Gefordert ist ein flüssigerer Ansatz mit höherer Kurvengeschwindigkeit – das widerspricht seinem natürlichen Fahrstil.
Warum die Fahrstil-Umstellung eine Mammutaufgabe ist
«Das Team sagt immer, dass ich beim Bremsen schon sehr stark bin. Sie sagen: 'Bitte bremse ein bisschen früher. Und konzentriere dich einfach auf die Kurvengeschwindigkeit und den Kurvenausgang.’ Ja, das ist leicht gesagt, aber für mich ist es nicht leicht, den Stil zu ändern. Aber ich arbeite daran. Ich bin offen zu lernen, und ich weiß, dass ich meinen Stil ändern muss. Aber ich brauche dafür Zeit.»
Buriram ist eine Strecke, die Yamaha zumindest auf dem Papier nicht entgegenkommt. Die langen Geraden begünstigen Hersteller mit hoher Motorleistung. Der neue V4-Motor der Yamaha M1 gilt noch als zu schwach. In Sepang verlor man rund 10 km/h Topspeed auf die Konkurrenz.
Trotz der bislang ausbleibenden Erfolgserlebnisse spürt Razgatlioglu großen Rückhalt von Yamaha und Pramac – doch die Zeit drängt: «Das Team und auch Yamaha helfen sehr. Aber wir haben nicht viel Zeit bis zum Rennen. Das sind die letzten zwei Tage vor dem Saisonstart. Ich hoffe, wir finden etwas und verbessern uns. Wir konzentrieren uns einfach auf das Renntempo.»
Auch Razgatlioglu bedauert das Phillip-Island-Aus
Neben dem Sportlichen war das
«Ich weiß nicht, ob das gut für die Zukunft ist oder nicht – das werden wir sehen», sagte Razgatlioglu. «Ich denke, die MotoGP-Verantwortlichen und die Dorna werden es sehr sicher machen. Aber ich bin auch traurig wegen Phillip Island. Das ist eine wirklich schöne und sehr besondere Strecke.»
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