Moto2-WM 2018: Marc VDS zu KTM? Forward mit Suter?

Von Günther Wiesinger
Moto2
Die Moto2-KTM mit Miguel Oliveira

Die Moto2-KTM mit Miguel Oliveira

Bei der Materialverteilung in der Moto2-Weltmeisterschaft ist für die Saison 2018 das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die jüngsten KTM-Erfolge weckten das Interesse bei Marc VDS.

Der Schweizer Eskil Suter verhandelt mit Forward Racing, denn dieses Moto2-Team möchte seine Motorräder gerne unter der Bezeichnung MV Agusta einsetzen, Kalex hat das nicht gestattet.

Forward wollte nämlich für dieses Zugeständnis nur 30.000 Euro Aufpreis bezahlen. Aber inzwischen hat MV die Moto2-Pläne ohnedies auf 2019 vertagt. Suter und Forward bleiben trotzdem im Gespräch.

Und wie viele KTM werden nächstes Jahr in der Moto2-WM zu sehen sein? Das kann vorläufig niemand beurteilen und einschätzen.

Bisher sind neben dem Red Bull-Ajo-Team (Oliveira, Brad Binder) noch CGBM-Evolution (Sam Lowes, Lecuona) und Kiefer Racing (Aegerter, Cortese) als KTM-Partner vorgesehen.

Bei beiden Rennställen ist aber das Budget noch nicht gesichert.

In Valencia war plötzlich zu hören, auch Marc VDS verhandle mit KTM. Man kennt sich aus der Kalex-KTM-Zeit 2013, als Livio Loi in der Moto3-WM mit Motoren aus Österreich fuhr.

Und die jüngsten KTM-Erfolge in Phillip Island, Sepang und Valencia (drei Siege, jeweils zwei KTM auf dem Podest) mit Miguel Oliveira und Brad Binder weckten natürlich bei Marc VDS das Interesse an diesem Material. Schließlich hat Marc VDS für 2018 mit Alex Márquez einen klaren Titelanwärter unter Vertrag,

Marc VDS fuhr in der Moto2-WM 2010 und 2011 auf Suter, seither sechs Jahr lang auf Kalex. Mit Rabat (2014) und Morbidelli (2017) wurde während dieser erfolgreichen Partnerschaft zweimal die Fahrer-WM gewonnen.

«Wir haben einen Vertrag mit Marc VDS für 2018», erklärte Kalex-Geschäftsführer Alex Baumgärtel am Samstag in Valencia gegenüber SPEEDWEEK.com.

Marc VDS-Teamprinzipal Michael Bartholemy, der die Moto2-WM 2018 mit Titelanwärter Alex Márquez und Moto3-Weltmeister Joan Mir bestreiten wird, ließ sich zum Thema Motorradmaterial 2018 keine konkrete Aussagen entlocken.

Aber: Keine Antwort ist vielleicht auch eine Antwort.

Marc VDS: Zusammenarbeit auch für MotoGP?

Michael Bartholemy hat schon in Sepang Andeutungen in Richtung Zusammenarbeit mit KTM gemacht.

Und Weltmeister Franco Morbidelli hat bereits nach der Niederlage in Australien erzählt, die KTM seien im Top-Speed hoffnungslos überlegen gewesen.

«Jetzt laufen alle Teams zu KTM über», macht sich der Schweizer Motorradhersteller Eskil Suter keine Illusionen. «Aber keiner bedenkt, dass diese Erfolge viel mit Aki Ajo zu tun haben. Er ist seit Jahren derjenige, der es immer wieder hinbringt...»

Fakt ist: Ajo Motorsport gewann die Moto2-WM auch 2015 und 2016 mit Zarco – auf Kalex.

Tatsache ist aber auch: KTM sucht für 2019 ein renommiertes MotoGP-Kundenteam. Marc VDS ist durch Bier-Milliardär Marc van der Straten (VDS) bis zum Ende der Saison 2021 fix finanziert und auch bei der Technikcrew gut aufgestellt. Der Vertrag mit Co-Sponsor Estrella Galicia 0,0 wurde soeben für zwei weitere Jahre verlängert. Für 2019 sind bei Marc VDS in der MotoGP-Klasse Morbidelli und Lüthi unter Vertrag, der 2016 schon KTM-MotoGP-Testfahrer war und eigentlich 2018 eine Moto2-KTM fahren sollte – beim Schweizer CGBM-Team.

Dazu kommt: Marc VDS hat – vornehm ausgedrückt – nicht das beste Einvernehmen mit Honda. Denn die Belgier ließen sich für 2015 zur Bildung eines neuen Honda-MotoGP-Team mit Scott Redding überreden, als Gresini nach der Saison 2014 den Energy-Drink-Hersteller Go & Fun als Hauptsponsor verlor und nach fast 20 Jahren kein Honda-Material mehr leasen konnte. Und Marc VDS baute das MotoGP-Team auf Bitte von Honda für 2016 auf zwei Fahrer aus, als LCR den Sponsor CWM verlor – und von HRC ein Platz für Jack Miller gesucht wurde.

Trotzdem bekam Moto2-Weltmeister Morbidelli für 2018 keinen HRC-Vertrag – im Gegensatz zu den zwei LCR-Piloten Crutchlow und Nakagami.

Und Miller ging nicht zuletzt deshalb zu Pramac-Ducati, was bei Marc VDS für Ärger sorgte, weil ihm HRC für 2018 seinen Crew-Chief Ramon Aurín wegnahm – und für Nakagami bereitstellte.

Marc van der Straten und Michael Bartholemy haben also triftige Gründe, für 2019 nach einem neuen MotoGP-Partner Ausschau zu halten.

«Der Entwicklungsspeed von KTM ist eindrucksvoll – in der Moto2 und in der MotoGP», hat man bei Marc VDS längst festgestellt.

Bisher wird bei KTM noch kein Kundenmaterial für 2018 aufgebaut.

Denn Kiefer Racing wird nach dem Tod von Stefan Kiefer womöglich bei Suter bleiben. Das finanziell schwer gebeutelte CGBM-Team von Fred Corminboeuf wird bei den November-Tests in Jerez und Valencia mit Motorrädern beliefert, die im Eigentum der Österreicher befinden.

«Die Moto2-Kundenteams bekommen ihre Bikes für die Saison 2018 im Januar. Dann kommen die Crews zu uns nach Munderfing und bauen die Maschinen zusammen», schilderte Jens Hainbach, Vice President Road Racing bei KTM Factory Racing. Bis dahin müssen von den Teams auch die ersten Zahlungen geleistet werden.

Vielleicht ist KTM-Motorsport-Direktir Pit Beirer wegen der möglichen Zusammenarbeit mit Marc VDS so gelassen, was die Moto2-Kundenteams für 2018 betrifft. «Wenn wir das Schweizer Team oder Kiefer verlieren, wird uns das nicht umbrngen», stellte er in Valencia fest.

«Wir warten ab. Wir haben vorläufig kein Material für die Moto2-Kundenteams bestellt», erklärte der KTM-Vorstandsvorsitzende Stefan Pierer am Sonntag gegenüber SPEEDWEEK.com. «Am Schweizer Team hatten wir ja in erster Linie wegen Tom Lüthi Interesse.»

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