Exklusiv: Honda-Moto2-Einheitsmotoren bis Ende 2018

Von Günther Wiesinger
Seit der Gründung dieser Klasse 2010 werden in der Moto2-WM 600-ccm-Einheitsmotoren von Honda verwendet. Es gab vele Vorschläge für Änderungen. Aber der Deal wird verlängert.

Bis Ende 2015 läuft der Drei-Jahres-Vertrag zwischen der Dorna und der spanischen Firma «ExternPro», die im Technopark im MotorLand Aragón angesiedelt ist und zuletzt zwei Jahre lang die Einheits-Motoren für die Moto2-Weltmeisterschaft gebaut und revidiert hat. Vorher wurden die «official engines» in der Schweiz bei der Firma Geo Technology von Osamu Goto gebaut und gewartet.

Es handelt sich bekanntlich um 600-ccm-Vierzylinder-Triebwerke, die auf den Honda CBR-600-RR-Aggregaten basieren. Sie leisten rund 128 PS.

Die werden den Teams für eine fixe Entschädigung pro Jahr von 60.000 Euro zur Verfügung gestellt und jeweils ausgelost. Nach drei Rennen werden die Motoren nach jeweils rund 1500 km getauscht und revidierte Motoren neu ausgeliefert.

Für die privaten Wintertests wie jetzt im November in Jerez, Valencia (heute und morgen) sowie Almeria (26./27. November) verwenden die Teams eigene Honda-Motoren oder ausgediente ExternPro-Motoren, die sie zum Spottpreis von 1500 Euro kaufen können.
Im letzten Winter gab es viele Diskussionen und Vorschläge zur Neugestaltung der technischen Moto2-Vorschriften. Es wurde von 500-ccm-V2-Motoren geredet, von 750-ccm-Dreizylinder, von der Beibehaltung des 600-ccm-Vierzylinder-Konzepts, aber unter Freigabe der Hersteller.

Auch in der Moto3-Klasse halten sich die Kosten in Grenzen. Jedes Werk kann 250-ccm-Einzylinder-Viertakter einsetzen, wenn es sich an die festgelegten Vorschriften hält. Das heisst: 14.000/min, fünf Motoren pro Saison, maximale Triebwerkskosten von rund 60.000 Euro.

Doch die Teams, die Dorna, FIM und IRTA wollten an den Moto2-Regeln nichts ändern, deshalb wird in den nächsten Tagen oder Wochen eine Vertragsverlängerung mit ExternPro verlautbart werden.

Dabei kam es in den letzten zwei Jahren immer wieder Unmutsäusserungen der Teams und Fahrer. Es gab Motorschäden bei Krummenacher und Nakagami sowie Aegerter, es traten Getriebeprobleme auf, aber zuletzt wurde die Kritik leiser. ExternPro hat einige Schwachstellen beseitigt. «Wir haben als Basis einen Serienmotor, das darf man nicht vergessen», betont Trevor Morris. «Die Anforderungen an die Motoren bei einem WM-Lauf sind sehr hoch. Es wird zum Beispiel bei einem Serienmotor auf der Strasse nicht so oft im ersten Gang gefahren wie beim Motegi-GP...»

In der Moto2-WM herrscht auch auf anderen Gebieten Einheitlichkeit: Einheitsreifen von Dunlop, Einheitsöl von Eni, Einheits-Kupplungen von FCC, Einheits-ECU von Dell'Orto. Nur die Rolling-Chassis sind frei, obwohl sich auch hier ein Monopol anbahnt. Kalex rüstet 2015 nicht weniger als 23 Fahrer aus.

Trevor Morris war 32 Jahre lang in der WM als Crew-Chief tätig (für Niall Mackenzie, Martin Wimmer, Nicky Hayden und Mika Kallio), ist jetzt bei ExternPro als Technical Director für die Moto2-Motoren verantwortlich. «Wir haben im ersten Jahr 144 Motoren verwendet, für das zweite Jahre haben wir 38 zusätzliche Motoren in Betrieb genommen, 2015 kommen noch einmal 38 Motoren dazu», erzählte der Engländer. «Insgesamt werden wir also rund 200 Motoren verwenden. «Und die Teams wissen, wie viel Prüfstandarbeit wir leisten, sie wissen, dass die Motoren nach 1500 km total revidiert werden, deshalb sind die Kosten sehr konkurrenzfähig. KTM hat sich unseren Aufwand einmal genau angesehen. Es wäre für einen anderen Hersteller schwierig, zu ähnlichen Kosten gleiche Qualität zu bieten. Die Moto2-WM ist von der Motorenseite her für die Teams sind preiswerter als die Supersport-WM.»

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