Stefan Bradl: «Moto2-WM-Rückkehr hätte ihre Reize»

Von Günther Wiesinger
Moto2
Stefan Bradl

Stefan Bradl

Stefan Bradl hofft zwar auf einen neuen MotoGP-Vertrag, aber die lukrativen Plätze sind nicht sehr zahlreich. Deshalb könnte er sich auch mit einem Moto2-Comeback anfreunden.

Stefan Bradl bestreitet 2015 seine vierte MotoGP-Saison, er hat bisher 18 Top-5-Plätze erreicht und war 41 Mal unter den Top Ten.

Aber momentan lässt sich schwer abschätzen, ob der siebenfache GP-Sieger und Moto2-Weltmeister von 2011 nach dem missglückten Forward-Yamaha-Abenteuer wieder ein MotoGP-Team für die Saison 2016 findet.

Stefan Bradl hat schon im Juli 2013 mit Marc VDS Racing wegen einer Rückkehr in die Moto2-WM verhandelt, als Cal Crutchlow bei LCR-Honda (nach vier Podestplätzen bei Tech3) ein Thema wurde.

Doch Bradl glänzte dann Ende Juli 2013 in Laguna Seca mit der Pole-Position und landete im Rennen auf Platz 2, HRC und LCR verlängerten den Vertrag. Crutchlow ging zu Ducati.

Auch im Sommer 2014 gab es Gespräche mit Marc VDS Racing, ein Team, das 2014 mit Rabat und Kallio elf von 18 Moto2-Rennen gewann und in der WM (auf Kalex) die ersten zwei Plätze belegte.

Der Kontakt ist nie abgerissen. Teamchef Michael Bartholemy hat Bradl auch für 2016 wieder auf der Kandidatenliste, es ist ein Platz frei – neben Alex Márquez.

Dessen Bruder Marc Márquez wurde von Bradl 2011 am Moto2-Titelgewinn gehindert.

Auch das Leopard Kiefer Racing Team hat bei Bradl schon wegen der Moto2-WM vorgefühlt. Das Dynavolt Intact GP Team aus Memmingen sucht für 2016 ebenfalls einen zweiten Fahrer. «Er muss mindestens auf dem Level von Sandro Cortese sein», sagt Teamteilhaber Stefan Keckeisen.

Kann sich Stefan Bradl eine Rückkehr in die Moto2-Weltmeisterschaft vorstellen, wenn in der MotoGP-Klasse alle Stricke reissen?

Stefan, eine Rückkehr Moto2-WM war schon mehrmals als Plan B ein Thema für dich. Für 2016 ​gab es Interesse bei Leopard, Marc VDS hat einen Sitz frei, Intact sucht ebenfalls einen Topfahrer für die Moto2-WM. Hast du dich gedanklich schon mit einer möglichen Rückkehr in die Mittelgewichtsklasse befasst? Kommt das in Frage?

Momentan ist eigentlich alles möglich.

Marc VDS-Teammanager Michael Bartholemy traut dir zu, unter den ersten drei mitmischen, auch wenn Zarco in der Moto2 bleibt, Rins wird auch zu den Favoriten gehören. Welche Ziele oder Aussichten hättest du für die Moto2-WM 2016? Elias ist 2010 im ersten Jahr nach der Rückkehr aus der MotoGP auf Anhieb Moto2-Weltmeister geworden. Kallio ist ebenfalls abgestiegen, er war 2014 Vizeweltmeister. Die Erwartungen würden also hoch sein?

W​ie die Erfahrungen ​der letzten Jahre ​zeigen, waren die MotoGP-Fahrer ​als Moto2-Rückkehrer immer sehr erfolgreich. Sicher ist diese Klasse nicht einfacher geworden. Es wimmelt jetzt von Kalex... Aber ich bin überzeugt, dass ich das Potenzial hätte, da vorne mitzufahren.
Natürlich unter der Voraussetzung, dass ich ein Top-Team finde.
In der Moto2-Klasse zählt genau so wie in der MotoGP der Rückhalt des Teams, die Zusammenarbeit und die Technik müssen passen.
Wenn konkrete Angebote von Marc VDS oder Intact kommen, so sind beide absolute Spitzenteams. Bei Intact habe ich mich davon bereits überzeugen können, ich habe mich dort in der Box schon ​umgeschaut.
Technikdirektor Jürgen Lingg von Intact kenne ich ​aus meiner Zeit bei Kiefer; wir haben gemeinsam 2009 bei Kiefer zwei 125-ccm-GP-Siege gefeiert. Jürgen ist ein Top-Mann für die Technik.
Aber alles was 2016 betrifft, ist Zukunftsmusik. Zuerst muss ich schauen, dass ich 2015 möglichst bald wieder zum Fahren komme. Sonst roste ich rein.

Bei LCR-Honda warst du drei Jahre lang ein Top-5-Kandidat, du warst dreimal in der WM unter den Top-9. Bei Forward bist du teilweise ausserhalb der Punkteränge gelandet. Du wolltest in die Top-Ten. Das war mit der Open-Yamaha aussichtslos.

Ja, deshalb hätte es sicher seinen Reiz, wieder in einer Serie mitzufahren, in der ich vorne mit​mischen kann. Aber es gibt auch in der Moto2-Klasse keine Erfolgsgarantie. Ich muss mich zuerst wieder umgewöhnen ans Motorrad. Das ist mit viel Arbeit verbunden.
Aber wie gesagt: Wenn die Möglichkeit zu einer Einigung mit einem Top-Team besteht, wird mit Sicherheit hart daran gearbeitet.
​Ich will jedoch jetzt nicht zu viel vorausdenken und spekulieren. Es ist in den letzten Wochen so viel Unvorhersehbares passiert. Da war viel Negatives dabei.
Es kann aber auch noch viel Positives passieren. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch eine Möglichkeit bekomme, zu fahren. Das würde mir auch im Hinblick auf meine Chancen für 2016 helfen.

Priorität hat aber der Verbleib in der MotoGP?

Ja, aber nur bei einem renommierten Team, mit dem ich mir berechtigte Chancen auf Top-Ten-Plätze machen kann.

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