Ex-SRM-Chef Streubel fantasiert von Sachenring-Neubau

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Der Sachsenring ist seit 1998 Schauplatz des deutschen Grand Prix

Der Sachsenring ist seit 1998 Schauplatz des deutschen Grand Prix

Der pensionierte ehemalige Sachsenring-GP-Promoter Wolfgang Streubel sorgt mit kuriosen Ideen zu einem Neubau des Sachsenrings für Verwunderung.

Im Herbst wurde Wolfgang Streubel, Bürgermeister von Gersdorf und umstrittener Geschäftsführer der Sachsenring Rennstrecken Management GmbH (SRM), als Promoter des Motorrad-GP von Deutschland abgelöst. Seine Position wurde von seiner ehemaligen Prokuristin Nadin Pohlers (27) übernommen.

Inzwischen ist Streubel Rentner, er hat auch sein Bürgermeisteramt abgegeben.

Jetzt sorgte Streubel in einem Interview mit der Website Motorsport-Total für Irritationen. Streubel stellte die Möglichkeit eines Sachsenring-Neubaus zur Diskussion. Er ließ anklingen, die Fläche an der Autobahnzufahrt zur A4 an könnte dazu genutzt werden. «Diese Fläche würde sich anbieten, wenn man mit einem Neubau der Strecke liebäugelt», sagt der ehemalige SRM-Chef, der beim Grand Prix 2017 einen Verlust von 900.000 Euro erwirtschaftet hat und seit 2012 mit der Ausrichtung des WM-Laufs keine glückliche Hand bewiesen hat.

Es gibt mindestens 20 Gründe, warum beim Sachsenring-GP bei Dorna-Gebühren von 4 Millionen Euro keine schwarze Null herauskommen kann. Ein unbestrittenes Problem für einen profitablen Betrieb der Strecke sind die wenigen erlaubten Lärmtage am heutigen Standort der GP-Strecke. Streubel meint nun, mit einem Neubau könnte man die Verkehrsprobleme und die Lärmproblematik lösen. «Klar, die Fläche befindet sich auf einem Berg. Aber mit Erdarbeiten könnte man die Strecke so bauen, dass die Lautstärke nur nach oben strahlt», sagt Streubel und erhofft sich von der Politik mehr Unterstützung.

In Sachsen sorgten die Aussagen von Streubel für Verwunderung.

Politiker Marco Wanderwitz, längere Zeit Aufsichtsratsvorsitzender der SRM, sagte gestern zur Freien Presse: «So eine absolut hypothetische Diskussion hat doch keinen Nutzen. Sie bringt uns nicht weiter. Davon abgesehen, würde es für einen Neubau auch gar kein Geld geben.»

Der ehemalige Oberbürgermeister von Hohenstein-Ernstthal, Erich Homilius, immer ein leidenschaftlicher Verfechter des deutschen Grand Prix, erinnert sich an lang zurückliegende Gespräche, bei denen es um einen anderen Standort ging. «Kurz nach der Wende wurde über ein komplett neues Motodrom nahe der Autobahn nachgedacht. Aber die Idee bald wieder verworfen», erzählte Homilius.

Fakt ist: Ein Neubau würde mindestens 80 bis 100 Millionen Euro kosten. So ein Projekt lässt sich heute in Deutschland beim besten Willen nicht finanzieren.

Wolfgang Streubel bemüht sich jetzt, die Wogen zu glätten. «In dem Gespräch ging es eigentlich nur um die Historie. Einen aktuellen Anlass gab es nicht. Aber nahe der Autobahn wäre vermutlich schon ein sinnvoller Standort», lautet seine etwas rätselhafte Aussage.

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