Marc Márquez vor Formel-1-Test: Eine neue Karriere?

Von Johannes Orasche
Marc Márquez

Marc Márquez

Am Dienstag wird der MotoGP-Weltmeister Marc Márquez in Spielberg einen Formel-1-Test im Toro Rosso-Boliden von Red Bull Racing absolvieren. Der Spanier hat bereits viele Eindrücke gesammelt.

Im Aussenstudio im Rahmen der ServusTV-Sendung «Sport und Talk» in Spielberg erklärte der Spanier Marc Márquez am Montagabend in Anwesenheit von Mark Webber und Red Bull-Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko mit einem schelmischen Grinsen: «Die Jungs machen mir jetzt Druck. Ich wollte es eigentlich genießen. Die beiden Kerle legen es aber irgendwie darauf an. Ich bin Motorradfahrer, Mark Webber war Autorennfahrer. Das Wichtigste wird sein, es zu genießen.»

Márquez weiter: «Wir haben die Anpassung, also das 'seat fitting', vorgenommen. Man fühlt sich im Rennauto wie in einem Karton. Die Sicht ist eingeschränkt. Man muss die Geschwindigkeit einschätzen, das ist eventuell das Schwierigste. Ich habe nicht erwartet, dass die Sitzanpassung so viele Dinge umfasst.»

Zu seinem Crash in Mugello sagte WM-Leader Márquez einen Tag später: «Es hängt vom Fehler ab. Man denkt viel nach dem Rennen an den Fehler. Aber ich versuche daraus zu lernen, ich mache mir aber keine Gedanken. Wenn man es verstanden hat, warum es passiert ist, kann man es auch leichter abhaken. Es ist mit den Rettungsaktionen schwierig, wenn der Crash in einer Rechtskurve passiert. Wenn es links rum geht, kann ich noch ein wenig mit dem Gasgriff gegensteuern. Aber es ist natürlich auch kritisch, wenn einem wie in Mugello dann die Strecke ausgeht und das Kiesbett immer näher kommt.»

Mit 25 Jahren hat Márquez schon fast sämtliche Rekorde gebrochen. «Es sind schon tolle Zahlen. Aber wenn man sich mit den Namen beschäftigt, wird man abgelenkt. Wir sind eigentlich eine ganz normale Familie. Ich bin glücklich. Man hat mich im Zirkus gut aufgenommen. Und meine Familie hat mir viel geholfen.»

Red Bull-Stratege Dr. Helmut Marko gab tiefe Einblicke: «Mit Hilfe von Yamamoto-San von Honda haben wir das Projekt realisiert. Wir haben eine gute Crew für Marc, die früher mit Verstappen gearbeitet hat. Natürlich haben wir einen Gedanken im Hinterkopf. Wenn er mal nicht mehr Mortorrad fahren will, dann wäre das eine Möglichkeit. 2021 wäre ja ein guter Zeitpunkt, dann hat er neun oder zehn Titel. Ich hatte das Glück, Fahrer wie Mike Hailwood oder John Surtees kennengelernt zu haben. Die größte Unterschied zwischen Formel 1 und MotoGP ist die Geschwindigkeit und das Bremsen. Aber mit Mark Webber hat Marc sicher einen guten Trainer. Marc hat auch im Simulator anfangs viel zu früh gebremst, hat sich dann aber gesteigert.»

Márquez meinte zum Thema einer eventuellen zweiten Karriere: „Ich freue mich über dieses Lob. Aber wenn man jetzt einsteigen würde, müsste man soviel lernen. Aber man weiß ja nie, was die Zukunft bringt.“

Mark Webber gab vor dem Márquez-Experiment zu bedenken: «Marc muss sich an die tiefe Sitzposition gewöhnen. Er ist angeschnallt, es ist um soviel anders. Das Red Bull ihm die Chance gibt, finde ich großartig. Der Ring in Spielberg ist die beste Piste dafür. Es ist nicht die schwerste Piste, aber sie hat doch einige schnelle Kurven. Er wird am Ende des Tages viel gelernt haben, es gibt aber noch viele Punkte, die er besser verstehen muss. Marc soll alles lernen, was möglich ist.»

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