Marc Márquez: «Sie haben mir die Räder weggenommen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Ungeduldig: Marc Márquez

Ungeduldig: Marc Márquez

Marc Márquez wollte am liebsten vier Wochen nach seiner Schulter-Operation schon wieder Motorradfahren. Deshalb hat sein Team alle Motorräder in seiner Garage zerlegt.

Morgen beginnt für Weltmeister Marc Máraquez in Sepang der dreitägige IRTA-Test. Der Repsol-Honda-Star hat in der ersten Dezember-Woche seine lädierte Schulter operieren lassen und seither alles unternommen, um bis zu diesem Termin möglichst fit zu werden. Der siebenfache Weltmeister und sein Physiotherapeut Carlos J. García haben die Intensität des Trainingsprogramms für dem Sepang-Test noch einmal verschärft.

«Wenn ich aufgewacht bin, habe ich Schmerzen gespürt», schilderte Marc. «Die Physio ist mühsam. Wir haben am 11. Dezember begonnen, ich habe seither nur vier Tage pausiert. Am 24./25. Dezember und am 31. Dezember sowie am 1. Januar. In den letzten paar Wochen hat es am meisten weh getan. Am Schlimmsten ist die psychologische Seite. Seit 11. Dezember habe ich das fast jeden Tag gemacht, zweieineinhalb Stunden in der Früh und zweieinhalb am Nachmittag.»

«Es gibt Tage, an denen Marc sehr geduldig war», erklärte Carlos J. García. «Das war besonders in der erste Phase der Genesungszeit der Fall. Aber als er die Schlinge abnehmen konnte, wurde er besorgter und ängstlicher. Er zweifelte, ob er rechtzeitig fit wird. Er dachte, ohne Schlinge kann er die Schulter grenzenlos belasten, ich musste ihn bremsen. Ich sagte ihm dauernd, bewege deine Schulter nicht, du darfst sie nicht belasten. Wenn es nach Marc gegangen wäre, wäre er bereits am 7. Januar wieder auf einem Motorrad gesessen. Er möchte am liebsten dauernd Motorradfahren.»

«Sie haben sogar die Räder bei meinen Motorrädern ausgebaut», wetterte Marc Márquez.

Carlos J. García: «Ja. Es gab den Befehl, alle Motorrärder von Marc zu zerlegen. Wenn wir ins Fitness-Centre gingen und an ein paar Maschinen vorbeikamen, kletterte er auf eine, ahmte die Fahrposition nach und machte Motorgeräusche, als ob wir auf einer Strecke wären. Das zeigte mir, wie gierig er aufs Fahren war.»

«Behaupte das nicht! Sonst sagen alle: ‚Dieser Kerl ist verrückt‘», entgegnete Márquez.

Auch wenn die Heilung nicht so rasch voranschritt, wie sich Márquez das vorgestellt und gewünscht hat: Carlos ist überzeugt, dass die Operation nützlich und sinnvoll war. «Die Schulter ist jetzt in einem besseren Zustand als während der ganzen Saison 2018», meint Carlos. «Was die Beweglichkeit betrifft, sind wir bei 90 Prozent. Bei der Muskulatur haben wir 75 bis 80 Prozent wieder hergestellt. Jetzt geht es darum, die ganze Schulter wieder zu stabilisieren. Die Schulter muss stabil bleiben. Marcs Körper muss reagieren, ohne dass er an die Schulter denken muss. Er muss sich von den Gedanken an die Schulter lösen. Er muss sich aufs Fahren und seine Reaktionen konzentrieren können.»

«Bevor ich nicht wieder mit einem MotoGP-Bike auf der Strecke war, werde ich nicht wissen, in welchem Zustand ich bin», betont Marc Márquez. «Ich bin mir bewusst, dass es bei diesem ersten Test auf die Qualität ankommt, nicht auf die Quantität. Also nicht auf die Anzahl der Runden, die ich fahre. Ich muss auch vermeiden, dass ich eine Sehnenscheidenentzündung oder so etwas bekomme, weil ich so lang nicht gefahren bin. Ich muss mir vor Augen halten: Es ist nur ein Test. Wir werden alle Malaysia mit null Punkten verlassen. Ich muss vernünftig bleiben. Ich darf nicht die vielen Reha-Stunden wegwerfen und jene zwei Monate mit vielen schweren Stunden, die ich für die Genesung gebraucht habe und für die ich so viel Geduld aufgebracht habe.»

Neben Marc Márquez wird Testfahrer Stefan Bradl die zweite Honda RC213V im Repsol Honda Team den Drei-Tage-Test in Sepang absolvieren. Er ersetzt Jorge Lorenzo, der sich von seinem Kahnbeinbruch erholt.

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