Brad Binder (KTM): «Ich muss noch eine Menge lernen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Brad Binder fährt bisher nur mit der 2019-Maschine von KTM

Brad Binder fährt bisher nur mit der 2019-Maschine von KTM

Moto2-Vizeweltmeister Brad Binder fühlte sich auf dem Circuito de Jerez mit der MotoGP-KTM irritiert. «Die Piste schaut mit dem größeren Bike viel kleiner aus.»

Der Südafrikaner Brad Binder kämpft nach dem Klassenwechsel von der Moto2 in die MotoGP-WM noch mit den Tücken der KTM RC16 und landete gestern in Jerez nur auf dem 21. und vorletzten Platz. Nur Gastfahrer Eric Granado aus dem MotoE-Weltcup war langsamer.

«Der Beginn des Tages gestern in Jerez war ziemlich schwierig. Die Piste sah aus, als sei sie kleiner geworden – wegen der größeren und schnelleren Maschine», meinte Binder. «Aber nach einigen Exits fühlte ich mich wohler. Nachher haben wir mit den Settings herumgespielt. Je mehr Runden ich gedreht habe, desto komfortabler habe ich mich gefühlt. Ich fahre jetzt hier mit dem V4-KTM schon ein bisschen besser. Ich habe die Daten am Montagabend genau studiert und habe mir vorgenommen, am Dienstag eine große Verbesserung zu erzielen. ich muss einfach noch besser verstehen, was ich auf diesem Motorrad machen muss.»

Binder hat in der Moto2-WM die letzten drei Rennen gewonnen und den Titel nur um 3 Punkte gegen Alex Márquez verpasst. «Obwohl wir nicht viel näher an der Spitze sind als letzte Woche in Valencia, fühle ich beim Reinfahren in die Kurven und dann beim Rausfahren aus den Kurven bereits Fortschritte», sagte der Moto2-Vizeweltmeister, der 2016 in Jerez in der Moto3 vom letzten Startplatz zum Sieg gebraust war. «Ich habe schon mehr Vertrauen zum Bike, aber wir müssen jetzt einfach in Ruhe weiterarbeiten.»

Übrigens: Im vergangenen Mai stand Binder mit der Red Bull-KTM im Moto2-Rennen mit 1:41,5 min auf dem zehnten Startplatz.
«Ich muss in den Kurven noch enger am Scheitelpunkt bleiben. Und manchmal habe ich das Motorrad in den Kurven zu früh aufgerichtet und dann wieder umgelegt. Ich muss alles noch ein bisschen flüssiger erledigen… In der zweiten Tageshälfte am Montag habe ich drei oder vier Exits gemacht, ich musste aber immer. nach drei, vier Runden reinfahren, weil es zu regnen begann. Dazu gab es insgesamt drei rote Flaggen. Als wir am Ende noch einmal einen neuen weichen Reifen montieren wollten, haben meine Jungs gesagt: ‚Hören wir lieber auf, sparen wir diesen Reifen lieber für den zweiten Tag.‘ Denn der Belag hatte bereits stark abgekühlt.»

Manche MotoGP-Rookie sagen, mit der 1000-ccm-Maschine wird jede Piste zu einer Go-Kart-Strecke. Tut sich Binder auf dem Circuito der Jerez mit der Red Bull-KTM in Jerez schwerer als in Valencia?

«Valencia war irgendwie einfacher. Denn die Kurven sind dort nicht so aneinander geknüpft wie hier. Wenn du hier eine Kurve vermurkst, hast du den ganze Sektor ruiniert. ich spüre an manchen Stellen Verbesserungen an anderen muss ich mich natürlich noch steigern, das zeigt ja mein Zeitrückstand. Ich muss genug vertrauen finden und dazu die richtige Art und Weise, um diese Kurvenkombinationen besser zu verbinden. In den zwei schnellen Kurven bin ich momentan schnell, aber dann bin ich in der vorletzten Kurve zu langsam, dort verhält sich das Bike dann nicht ideal. Es sind viele Kleinigkeiten, die ich lernen und verstehen muss. Das wird einige Zeit dauern.»

Bei KTM wird überlegt, ob Brad Binder für ein paar Runden in Jerez mit der 2020-Maschine losgeschickt werden soll. Er hat keine Eile. «Ich muss noch eine Menge lernen. Momentan würde ich womöglich gar keinen Unterschied zwischen den beiden Maschinen merken… Es wäre zwar cool, einen kleinen Vorgeschmack zu bekommen und rauszufinden, wo die Hauptunterschiede liegen. Aber momentan bin ich mit dem 2019-Bike recht glücklich. Was mir dieses Motorrad abverlangt, reicht mehr vollkommen… Es stellt sich die Frage, ob ich mit dem 2020-Bike überhaupt schneller fahren könnte.»

Jerez-Test, 25. November, 18 Uhr

1. Viñales, Yamaha, 1:37,131 min
2. Quartararo, Yamaha, 1:37,885 min, + 0,754 sec
3. Mir, Suzuki, 1:38,012, + 0,881
4. Rins, Suzuki, 1:38,089, + 0,958
5. Morbidelli, Yamaha, 1:38,117, + 0,986
6. Marc Márquez, Honda, 1:38,227, + 1,096
7. Crutchlow, Honda, 1:38,253, + 1,122
8. Pol Espargaró, KTM, 1:38,348, + 1,217
9. Petrucci, Ducati, 1:38,358, + 1,227
10. Dovizioso, Ducati, 1:38,474, + 1,343
11. Miller, Ducati, 1:38,492, + 1,361
12. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:38,500, + 1,369
13. Iannone, Aprilia, 1:38,751, + 1,620
14. Rossi, Yamaha, 1:38,759, + 1,628
15. Rabat, Ducati, 1:39,103, + 1,972
16. Guintoli, Suzuki, 1:39,148, + 2,017
17. Alex Márquez, Honda, 1:39,413, + 2,282
18. Smith, Aprilia, 1:39,588, + 2,457
19. Pirro, Ducati, 1:39,652, + 2,521
20. Lecuona, KTM, 1:39,933, + 2,802
21. Binder, KTM, 1:39,980, + 2,849
22. Granado, Ducati, 1:43,056, + 5,925

Zum Vergleich: Fabio Quartararo stand beim Jerez-GP 2019 mit 1:36,880 min auf der Pole-Position.

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