Valentino Rossi: «Warum läuft Valencia-GP im Winter?»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Valentino Rossi

Valentino Rossi

Besonders in den Trainingsesssions am Vormittag klagten die Fahrer beim Valencia-GP über zu kühle Temperaturen. Valentino Rossi verlangt ein Finale in wärmeren Gefilden.

Zuletzt gab es beim Valencia-GP viel Kritik an der Kalendergestaltung von Dorna, weil das Saisonfinale jetzt zwei Jahre lang durch die Hinzunahme des Buriram-GP im Oktober um zwei Wochen auf Mitte November zurückfiel. Und obwohl der Thailand-GP nächstes Jahr bereits im März stattfindet, wurde die Lücke im Oktober 2020 nicht wieder geschlossen. Der Grund: Die Dorna möchte im Oktober 2021 den Indonesien-GP auf der Insel Lombok vor dem Sepang-GP durchführen – falls die Piste bis dahin fertiggestellt ist.

«Für mich ist es keine großartige Idee, Mitte November für einen Grand Prix nach Valencia zu kommen», stellte Valentino Rossi fest. «Aber der Veranstalter der Weltmeisterschaft kommt aus Spanien und hat großes Interesse daran, das Finale in Spanien abzuwickeln. Das ist der Grund für diesen Termin, vermute ich. Wenn das nicht stimmt, wäre es sinnvoller, das Finale nicht in Europa auszutragen, sondern irgendwo, wo es heißer ist.»

«Es stimmt, in manchen Jahren war hier die Temperatur nicht so übel. Aber in den letzten zwei Jahren hatten wir winterliche Verhältnisse», meint Rossi. «2015, 2016 und auch 2017 waren die Temperaturen hier in Valencia nicht so schlecht. Aber in den vergangenen zwei Jahren hatten wir Winter. Im Vorjahr hat es von Donnerstag bis Sonntag geregnet, dieses Jahr war es trocken, aber in der Nacht hatten wir fünf Grad. Ich verstehe, dass es für die Dorna wichtig ist, die Weltmeisterschaft in Spanien zu beschließen. Aber in Europa haben wir nun mal Winter. Vielleicht ist es cleverer, Valencia vor den drei Übersee-Rennen zu machen und vielleicht in Sepang bei 40 Grad aufzuhören. Aber das wird die Dorna entscheiden.»

Zur Erinnerung: Als Valencia 1999 neu in den GP-Kalender kam, fand dieser WM-Lauf am 19. September statt. Zwischen Imola und Phillip Island. Danach folgte die weitere Übersee-Tournee mit Welkom/Südafrika, Rio/Brasilien und Buenos Aires/Argentinien.

Auch im Jahr 2000 wurde Valencia am 17. September veranstaltet, dann folgten drei Übersee-Rennen in Brasilien, Japan und Phillip Island. Im Jahr danach wurde Valencia am 23. September zwei Wochen nach dem Portugal-GP durchgeführt. Erst 2002 wanderte der Grand Prix ans Ende des Kalenders auf den 3. November.

Momentan hat die Situation für die Teams mit Aragón im September und Valencia im November ein paar logistische Vorteile: Die Frachtkisten werden von Spanien nach Übersee geflogen und kehren wueder dorthin zurück. Die Trucks der nicht-spanischen Teams werden deshalb in der Zwischenzeit in Barcelona oder Valencia geparkt und müssen nicht zurück in ihre Heimat kutschiert werden.

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