Stefan Bradl: Seine neuen Pläne mit den Rookies Days

Von Günther Wiesinger
Stefan Bradl mit den neun Teilnehmern auf dem Sachsenring

Stefan Bradl mit den neun Teilnehmern auf dem Sachsenring

Stefan Bradl betreute gestern auf dem Sachsenring wieder neun deutsche Talente bei den «Stefan Bradl Rookies Days». Er schildert die Hintergründe und Zukunftspläne dieses Nachwuchsprojekts.

Stefan Bradl hat im Vorjahr erstmals an drei Tagen die «Stefan Bradl Rookies Days» durchgeführt und seine Schützlinge in diesem Jahr bereits vor vier Wochen auf dem Hockenheimring und gestern auf dem Sachsenring betreut. Der Moto2-Weltmeister von 2011 hat für die neun deutschen Talente zwischen 11 und 15 Jahren über Honda Deutschland inzwischen acht Honda NS250R Production-Racer bekommen, die 48,2 PS leisten und 84 kg wiegen. Die Teilnehmer fahren in der Saison 2022 in Serien wie im ADAC Mini Bike Cup, im Northern Talent Cup, im Austrian Junior Cup, im Ohvale Cup und in der Moto5-Serie in Spanien.

Das Wetter auf dem Sachsenring war gestern alles andere als ideal – 8 Grad und Regen. Trotzdem waren Richard Irmscher (12), Thias Wenzel (13), Valentino hHerrlich (12), Dustin Schneider (13), Luca Göttlicher (15), Ben Wiegner (13), Colin Friba (13), Jason Rudolph (11) und Anina Urlaß (12) mit Begeisterung dabei, als Stefan Bradl seine Ratschläge zum Besten gab.

Das Fernziel des Honda-MotoGP-Testfahrers ist es, endlich wieder GP-Nachwuchs zu finden, denn seit zehn Jahren (Öttl und Alt) hat kein deutscher Stammfahrer mehr den Aufstieg in die Moto3-WM geschafft. Inzwischen ist Marcel Schrötter als einziger GP-Pilot übriggeblieben. Asse wie Jonas Folger und Sandro Cortese sind zurückgetreten. Die anderen deutschen Nachwuchsfahrer sind über sporadische Wild-Card-Einsätze nicht hinausgekommen. Auch Lukas Tulovic konnte sich in der Moto2-Klasse nicht
Dauerhaft etablieren.

Stefan Bradl würde gerne eines seiner Talente in den Red Bull-Rookies-Cup bringen. Bradl: «Aber für 2023 liegt dort das neue Mindest-Einstiegsalter bei 15 Jahren. Da werden die meisten unserer Schützlinge noch zu jung sein. Wir haben zwei Kandidaten, die vom Alter her passen würden, aber die sind fahrerische noch nicht so weit.»

«Es gibt ein bis zwei Talente, die mir gut gefallen», sagt Stefan Bradl im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Aber jetzt stellt sich die Frage, wie wir sie weiter individuell fördern. Weir überlegen jetzt, in welcher Serie wir sie mit unseren Motorrädern fahren lassen. Aber ich will vorläufig keine Namen nennen, damit keine Unruhe entsteht. Wir haben einige Fahrer von 2021 übernommen. Im letzten Jahr haben wir bei den Teilnehmern immer ein bisschen durchrotiert. Aber im Grunde sind immer die gleichen dabei gewesen.»

Im August 2022 findet noch ein dritter Event auf dem Salzburgring statt, dort wird statt des Rookies Days gefahren, der auf dem Lausitzring geplant war.

Bradl benötigte im Vorjahr ein Budget von fast 150.000 Euro, das durch Sponsoren wie Honda Deutschland, Red Bull, Liqui Moly, Intact, SPEEDWEEK.com, 2D Datarecording, MRA und der Hockenheimring GmbH finanziert wurde. Intact ist als einziger Geldgeber aus dem ehrgeizigen Nachwuchsprojekt ausgestiegen; dafür sind neue Reifenlieferant Bridgestone und MO Services als Logistik-Partner neu dabei.

«Im ersten Jahr fielen durch den Ankauf der acht Motorräder und der Ersatzteile hohe Kosten an», hält Stefan Bradl fest. «Die Materialkosten waren der größte Batzen. Dieser Anteil ist in diesem Jahr deutlich geringer, weil wir das meiste Equipment schon haben und auch mit Bridgestone neu eine Vereinbarung treffen konnten. Ein großer Posten bleibt jeweils die Streckenmiete, obwohl uns die Betreiber bei den Preisen entgegenkommen. Geschäftsführer Ruben Zeltner hat auf dem Sachsenring sogar zweimal persönlich vorbeigeschaut.»

«Wir bezahlen den Teilnehmern alles, nur um die Anreise, die Unterbringung und die Fahrerausrüstung müssen sie sich selber kümmern», erklärte Stefan Bradl. «Alles andere wird von uns gestellt.»


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