Red Bull: Kein MotoGP-Team in Sicht

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl: Red-Bull-Werbung in Indy

Stefan Bradl: Red-Bull-Werbung in Indy

Die österreichische Energy-Drink-Firma wird immer wieder mit MotoGP-Teams in Zusammenhang gebracht.

Die österreichische Energy Drink-Firma Red Bull ist seit 2002 nicht mehr als Hauptsponsor eines MotoGP-Teams aufgetreten. Damals gewannen Crafar, McCoy und Laconi auf der Red Bull-Yamaha des WCM-Teams von Bob MacLean und Peter Clifford immerhin fünf Grands Prix in der 500-ccm-Klasse.

Seither trafen in Österreich jedes Jahr Anfragen von renommierten MotoGP-Teams ein – von Gresini über Repsol-Honda bis zu Ducati und LCR-Honda.

LCR-Honda war jedoch 2012 das erste MotoGP-Team seit 2002, das von Red Bull finanziell unterstützt wurde. LCR-Teamchef Lucio Cecchinello verkauft die Werbeflächen von Rennen zu Rennen an unterschiedliche Investoren. In Indy 2012 trat Red Bull bei LCR und Bradl als Hauptsponsor auf. Für 2013 wird die Zusammenarbeit der beiden Partner in ähnlichem Rahmen weitergeführt.

Zudem sind seit 2002 für die MotoGP-Klasse in erster Linie zahlreiche Personal-Sponsorship-Aktivitäten (Helm, Trinkflasche) vereinbart worden – mit prominenten Fahrern wie Pedrosa, Hayden, Dovizioso, Kallio, Ayoama, Stoner und 2012 mit Bradl.

Dazu kaufte Red Bull bei Events wie den US-GP in Laguna Seca und Indy die Namensrechte. Ausserdem wird seit sieben Jahren der Red Bull-Rookies-Cup durchgeführt, der 2008 ein Jahr lang auch auf Amerika ausgedehnt wurde.

Das Thema Red Bull und MotoGP-Rückkehr geistert jedes Jahr durch die Medien. Denn Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat einmal erwähnt, im Motorrad-GP-Sport sei das Kosten-Nutzen-Verhältnis gegenüber anderen Kategorien recht verführerisch.

Jetzt führte ein Satz von Dietrich Mateschitz in einem seiner raren Interviews (Quelle: FIA-Magazin) zu neuen Spekulationen. «Vielleicht haben wir in der MotoGP einfach noch nicht das richtige Team gefunden», liess der österreichische Unternehmer verlauten.

Es ist kein Geheimnis, dass Red Bull seine Strategie geändert hat und sich in vielen Fällen auf die Rolle als Sponsor beschränkt. Red-Bull-Chef Mateschitz will mitentscheiden und die Fäden in der Hand halten. Der Konzern tritt deshalb bei etlichen Projekten als Eigentümer auf – bei vier Fussballclubs, im Eishockey, in der Formel 1 und so weiter.

«Wenn es nur um Sponsorship geht, kaufst du zum Beispiel bei einem Formel-1-Team einen Heckflügel oder Bandenwerbung in einer  Fussballarena oder in einem Eishockey-Stadium», hält Mateschitz fest. «Du bezahlst dafür eine bestimmte Summe Geld. Als Eigentümer bist du zu 100 Prozent für alles verantwortlich. Du trägst beträchtlich zum Erfolg oder Misserfolg bei.»

Die Ära des Heckflügelkaufs war nach der Saison 2004 beendet, als sich Red Bull vom Sauber-Formel-1-Team zurückzog und zuerst Jaguar (heisst seither Red Bull Racing) und nachher den vormaligen Minardi-Paul-Stoddart-Rennstall (jetzt Toro Rosso) übernahm.

Im vergangenen Winter sickerte durch, dass BMW-Motorrad-Chef Hendrik von Kuenheim für sein MotoGP-Projekt bei Red Bull angeklopft hatte. Nach einigen Meetings kam eine Absage aus Salzburg.

Die Münchner träumten dem Vernehmen nach von einem 10-Millionen-Euro-Zuschuss, bevor der Vorstand das MotoGP-Projekt abgesegnet hatte und ein vielversprechendes Konzept vorlag.

Ausserdem passte der BMW-Deal strategisch nichts ins Konzept: Denn Red Bull ist eng mit den Aktivitäten von KTM verbunden, während BMW in manchen Serien als Widersacher von Red Bull auftritt. In der DTM ist der Energy-Drink-Hersteller mit Audi liiert, in der Rallye-Szene tritt BMW mit dem Mini als Wettbewerber auf, Red Bull ist mit VW verbündet, bei den Motorrad-Rallyes kämpft BMW-Tochter Husqvarna gegen Red-Bull-KTM.

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta hätte gerne ein Bündnis zwischen BMW und Red Bull vermittelt. Aber die Weiss-Blauen haben sich werksseitig aus dem Sport zurückgezogen.

Da Red Bull seit Jahren in vielen Bereichen und Serien mit VW und Audi zusammenarbeitet, sind immer wieder Vermutungen zu hören, es könne eines Tages das Thema Ducati-Sponsorship (Audi hat diese Firma für mehr als 700 Millionen Euro gekauft) akut werden.

Aber auch hier wird sich in absehbarer Zeit nichts anbahnen. Denn Marlboro ist bis Ende 2014 bei Ducati als Hauptsponsor an Bord.

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