Danilo Petrucci: «Dann wäre Toprak nicht so herausragend, wie er es ist»
Nach dem Phillip-Island-Test ist klar: Die neuen BMW-Werksfahrer Danilo Petrucci und Miguel Oliveira brauchen mehr Zeit, um alles aus dem Weltmeister-Superbike M1000RR herausholen zu können.
Die Kombination aus Toprak Razgatlioglu und der BMW M1000RR war in den vergangenen zwei Saisons kaum zu schlagen, was in zwei WM-Titeln und 39 Siegen gipfelte. Dass diese Fußstapfen für die Nachfolger Danilo Petrucci und Miguel Oliveira, beide mehrfache MotoGP-Sieger, schwer zu füllen sind, ist unbestritten. Dass es die Wintertests in Europa im Januar komplett verregnet hat, traf die beiden BMW-Neulinge besonders hart, denn sie brauchen jeden Kilometer auf der neuen Maschine.
Während des Phillip-Island-Tests am Montag und Dienstag wurde schnell klar: Sie sind noch nicht dort, wo sie mit der Weltmeistertruppe sein wollen, aber Oliveira und Petrucci machen permanent Fortschritte und können sich immer besser an die BMW anpassen. Nach vier Testsessions und acht Stunden Fahrzeit stehen sie in der kombinierten Zeitenliste auf den Positionen 7 und 12, gut 1 und 1,2 sec hinter der Bestzeit von Überflieger Nicolo Bulega aus dem Ducati-Werksteam, der 0,666 sec schneller war als der Zweite!
Umstellung geht nicht im Handumdrehen
Nach drei Jahren auf einer Ducati Panigale V4R geht die Umstellung für Petrucci nicht im Handumdrehen, beim Treffen mit SPEEDWEEK.com schilderte er die Vorteile der BMW. «Im Kurvenscheitel lässt sich das Gas leicht aufziehen, die Kraftentfaltung ist hervorragend», lobte der Evergreen. «Von außen hört sich der Motor an, als würde er schreien, tatsächlich entfaltet er sich aber sehr sanft. Auf der Bremse bin ich in den Kurven 4 und 10 mit diesem Bike recht gut. Hier gibt es aber nur zwei solche harten Bremspunkte, in den anderen zehn Kurven muss man die Geschwindigkeit mitnehmen. Das ist keine unserer favorisierten Strecken, wir versuchen trotzdem, uns in den schwächeren Punkten zu verbessern.»
«BMW hat dieses Jahr zwei neue Piloten mit unterschiedlichen Erfahrungen. Wir bringen unser gesamtes Wissen ein, um schneller zu werden», betonte Danilo. «Wir kommen aber von sehr verschiedenen Motorrädern. Miguel kommt aus der MotoGP, in der er einen Reihenvierzylinder fuhr – das ist die einzige Gemeinsamkeit. Für mich sind die einzigen Gemeinsamkeiten die Pirelli-Reifen, wenigstens kenne ich sie. Ich muss sämtliche Referenzpunkte neu für mich definieren. Ich weiß, wie ich in Phillip Island zu fahren habe – mit einem anderen Bike. Also muss ich mich anpassen und beim Fahren viel überlegen. Sobald die Dinge nicht natürlich geschehen, bist du langsam. Wer zu viel nachdenken muss, ist nicht schnell.»
Petrucci: «Schwierigstes Ziel meiner Karriere»
Der 35-Jährige abschließend: «Das war in diesem Jahr erst unser zweiter Tag bei trockenen Bedingungen und mit allen Gegnern auf der Piste. Deshalb sage ich, dass ich glücklich bin. Wobei ich glücklicher wäre, stünde ich in den Top-5. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir dort bald ankommen. Ich habe eines der schwierigsten Ziele meiner Karriere vor mir. Dieses Motorrad hat die vergangenen zwei Weltmeisterschaften gewonnen und ich werde mit Toprak verglichen. Aber man kann seine letzte Saison nicht mit mir vergleichen. Ich bin erst seit zwei Tagen auf diesem Bike und brauche etwas Zeit, um schnell zu werden. Wäre ich sofort schnell, würde das bedeuten, dass Toprak nicht das herausragende Talent ist, das er ist. Ich bin ein sehr guter Fahrer, brauche aber etwas Zeit, um mich an das Bike anzupassen. Dann kann ich damit auch schnell sein. Letztes Jahr kämpfte ich um die Top-3 in der Meisterschaft und war manchmal der Typ hinter Toprak und Nicolo. Deswegen kann ich jetzt aber nicht erwarten, dass ich sofort an der Spitze bin – ich muss ruhig bleiben. Körperlich bin ich wieder bei 100 Prozent, ich habe keine Einschränkungen mehr.»
Pos
Fahrer
Motorrad
Zeit
Diff
1.
Nicolo Bulega (I)
Ducati
1:28,630 min
2.
Sam Lowes (GB)
Ducati
1:29,296
+ 0,666 sec
3.
Lorenzo Baldassarri (I)
Ducati
1:29,328
+ 0,698
4.
Yari Montella (I)
Ducati
1:29,351
+ 0,721
5.
Axel Bassani (I)
Bimota
1:29,373
+ 0,743
6.
Alex Lowes (GB)
Bimota
1:29,575
+ 0,945
7.
Miguel Oliveira (P)
BMW
1:29,676
+ 1,046
8.
Iker Lecuona (E)
Ducati
1:29,769
+ 1,139
9.
Xavier Vierge (E)
Yamaha
1:29,812
+ 1,182
10.
Garrett Gerloff (USA)
Kawasaki
1:29,823
+ 1,193
11.
Alvaro Bautista (E)
Ducati
1:29,861
+ 1,231
12.
Danilo Petrucci (I)
BMW
1:29,906
+ 1,276
13.
Tarran Mackenzie (GB)
Ducati
1:29,957
+ 1,327
14.
Alberto Surra (I)
Ducati
1:29,969
+ 1,339
15.
Stefano Manzi (I)
Yamaha
1:30,110
+ 1,480
16.
Andrea Locatelli (I)
Yamaha
1:30,205
+ 1,575
17.
Remy Gardner (AUS)
Yamaha
1:30,269
+ 1,639
18.
Ryan Vickers (GB)
Honda
1:30,446
+ 1,816
19.
Jake Dixon (GB)
Honda
1:30,492
+ 1,862
20.
Tetsuta Nagashima (J)
Honda
1:30,513
+ 1,883
21.
Bahattin Sofuoglu (TR)
Yamaha
1:30,740
+ 2,110
22.
Mattia Rato (I)
Yamaha
1:31,972
+ 3,342
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