2. Bahrain-Test: Leclerc/Ferrari 1., Red Bull-Ford & Aston Martin in Sorge
Der letzte Wintertest läuft: Auf dem Bahrain International Circuit führt Charles Leclerc (Ferrari), vor Norris (McLaren) und Antonelli (Mercedes). Red Bull Racing-Ford und Cadillac Schwächen.
Die Tifosi schöpfen Hoffnung: Ferrari ist bei den Formel-1-Wintertests auf dem Bahrain International Circuit weiter in guter Form. Der Monegasse Charles Leclerc hält nach vier Stunden die Bestzeit, als erster Fahrer mit den neuen 2026er Rennwagen ist er unter 1:34 min geblieben. Dies mit einem neuen Frontflügel und optimiertem Unterboden.
Mercedes wiederum hat die Seitenkästen des W17 von George Russell und Kimi Antonelli zum Heck hin noch schlanker gestaltet, dazu gibt's ein neues Luftleit-Element an der Oberseite des Seitenkastens und eine neue Rückspiegel-Halterung.
Nur der Franzose Isack Hadjar sitzt den ganzen Tag im Auto von Red Bull Racing, die anderen zehn Teams setzten auf Rotation: ein Fahrer am Morgen (europäische Winterzeit 8.00 bis 12.00, der andere am Nachmittag, 13.00 bis 17.00 Uhr).
Sorgen bei Red Bull Racing-Ford
Der Pariser konnte allerdings bislang nur 13 Runden drehen, dann tauchten die Spezialisten in linken Bereich des Motorraums, auf der Suche nach einem Leck im Bereich der Antriebseinheit. Es ist unklar, ob es sich um ein Wasser- oder Benzinleck handelt.
Die Mechaniker bildeten gegen neugierige Fotografen eine menschliche Mauer. Red Bull Racing hat einen neuen Frontflügel zum zweiten Bahrain-Test gebracht.
Was sollen die ganzen Messgitter?
In der ersten Stunde viele Autos mit gewaltigen Messgittern. Die Gitter messen den Luftdruck und die Luftströmungen in kritischen Bereichen, beispielsweise in den Verwirbelungen um die Räder herum, beim Einlass der Seitenkästen oder hinter den Hinterrädern. Die Gitter sind dafür mit so genannten Pitot-Rohren gespickt.
Das Rohr ist benannt nach dem Franzosen Henri de Pitot (1695–1771), einem Wasserbauingenieur und gelerntem Mathematiker. De Pitot erfand ein Gerät, um diese Geschwindigkeit zu messen – ein gerades oder L-förmiges, einseitig offenes Rohr zur Messung des Gesamtdruckes von Flüssigkeiten oder Gasen, in unserem Falle Luft. Es dient vorrangig bei Flugzeugen und Hubschraubern zur Geschwindigkeitsmessung, aber eben auch bei Formel-1-Rennwagen.
Andere Reifen als in Woche 1
Wichtige Änderung für die zweite Bahrain-Testwoche: Die Teams haben nicht mehr die Pirelli-Mischungen C1, C2 und C3 zur Wahl, sondern sie können frei wählen aus allen fünf Mischungen, die der Mailänder F1-Ausrüster für 2026 hergestellt hat. Die Teams haben ganz unterschiedlich Reifen zur Seite legen lassen.
Viele Fahrer üben am Ende der Boxengasse Starts. Entsprechende Versuche in der ersten Woche waren alarmierend schlecht, aber das bedeutet nicht, dass für den ersten WM-Lauf Chaos programmiert ist: Die Fahrer gewinnen ständig Erfahrung mit diesen Autos, so wird auch der Start konstant besser.
Dennoch findet heute eine Sitzung der Formel-1-Kommission statt, bei welcher die Startprobleme das zentrale Thema bilden. In diesem Gremium sitzen Vertreter des Autosport-Weltverbands FIA (vertreten durch den Präsidenten), von den Rechteinhabern der Formula One Management (kurz FOM, vertreten durch Serien-CEO Stefano Domenicali), aller elf Teams und der fünf im GP-Sport vertretenen Motorhersteller.
Wieder Probleme für Aston Martin
Aston Martin kam zunächst mehr zum Fahren als in der ersten Woche, ein Problem mit einem Sensor, der sich freigeschüttelt hatte, war schnell behoben.
Dann aber ein Problem am Honda-Motor, der Wagen tauchte nicht mehr auf der Bahn auf, Alonso hatte vorzeitig Mittagspause.
Am Rennwagen von Fernando Alonso und Lance Stroll sind die gewaltigen Abluft-Kiemen verschwunden, die Grünen haben die Kühlung umgestellt, damit der Honda-Motor besser atmen kann.
Ein gewaltiges Evo-Paket der Techniker unter der Leitung von Adrian Newey wird nicht hier in Bahrain zu sehen sein, sondern erst in Australien.
Schon nach zwei Stunden ein vergleichbares Bild wie in der ersten Woche: die Top-Teams vorne. Bislang gibt es kein Anzeichen dafür, dass ein Rennstall aus dem Mittelfeld den Stein der Weisen gefunden hat und im ersten Saisonteil alles in Grund und Boden fahren wird.
Cadillac tut sich weiter schwer: GP-Veteran Sergio Pérez musste sich 80 Minuten gedulden, bis er endlich auf die Bahn konnte – für eine Runde. Dann verschwand das Auto wieder in der Box. Das Problem mit einem Sensor wurde erst nach zweieinhalb Stunden gelöst.
2. Bahrain-Test, 18. Februar, Stand nach 4 Stunden
Charles Leclerc (MC), Ferrari SF-26, 1:33,739 (70 Runden)
Lando Norris (GB), McLaren MCL40-Mercedes, 1:34,052 (54)
Kimi Antonelli (I), Mercedes W17, 1:34,158 (69)
Alex Albon (T), Williams FW48-Mercedes, 1:35,690 (55)
Pierre Gasly (F), Alpine A526-Mercedes, 1:35,898 (61)
Isack Hadjar (F), Red Bull Racing RB22-Red Bull Ford, 1:36,188 (13)
Esteban Ocon (F), Haas VF-26-Ferrari, 1:36,418 (65)
Fernando Alonso (E), Aston Martin AMR26-Honda, 1:36,536 (28)
Nico Hülkenberg (D), Audi R26, 1:36,741 (49)
Arvid Lindblad (GB), Racing Bulls VCARB03-Red Bull Ford, 1:36,769 (75)
Sergio Pérez (MEX), Cadillac-Ferrari, 1:40,892 (24)
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