MotoGP: Die vielen Vorteile des Open-Formats

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Cal Crutchlow auf der Ducati: Verzicht auf Factory-Status?

Cal Crutchlow auf der Ducati: Verzicht auf Factory-Status?

Es ist nicht verwunderlich, dass Ducati 2014 eventuell auf den Factory-Status verzichten wird. Die Anreize sind verlockend: mehr Motoren, mehr Sprit, weichere Reifen.

Die bisherigen Claiming-Rule-Teams heissen ab jetzt Open-Teams, weil ohnedies in zwei Jahren nie ein gegnerischer Motor «geclaimt» (also für den vorgeschrieben Preis von 20.000 Euro samt Getriebe) gekauft wurde.

Neu ist auch, dass sämtliche Open-Teams zwölf Motoren pro Fahrer und Saison verheizen dürfen, die unter dem Factory-Status fahrenden Werke mit ihren Prototypen nur fünf. 2012 waren es noch sechs.

In der Vergangenheit bestand bei den Teams auch ein anderer Unterschied: Neueinsteigern wurden mehr Motoren zugebilligt als den arrivierten Herstellern.

So durfte Suzuki 2011 mehr Triebwerke verwenden. Weil die Japaner keine standfesten V4-Triebwerke zustande brachten, ging die Grand Prix Commission vor den Japanern in die Knie. Es wurde in Hinblick auf Suzuki festgelegt: Wer drei Jahre bei Trockenrennen nicht in den Top-3 war, darf neun (statt sechs) Motoren verwenden. (Suzuki hatte 2007 mit Chris Vermeulen nur im Regenrennen in Le Mans gewonnen). Mit diesem «Suzuki Paragraph» sollte der Rückzug von Suzuki aus der WM verhindert werden. Er wurde nur verzögert.

2014 dürfen alle Open-Teams zwölf Motoren verwenden, das gilt also für Ioda-Aprilia, PBM-Aprilia, eine Pramac-Ducati, Avintia-Kawasaki sowie die Open-Teams von Honda und Yamaha. (BMW ist nicht mehr dabei).

Denn es fallen auch die Motoren von Forward-Yamaha unter das Open-Format, obwohl es sich um letztjährige YZR-M1-Motoren handelt.

«Das Merkmal ist nicht, ob man Factory-Status hat oder sich für das Open-Format entscheidet», klärt Race Director Mike Webb gegenüber SPEEDWEEK.com auf. «Das Merkmal ist, ob das Team die Einheits-ECU von Magneti Marelli verwendet.»

Auch die Fahrer mit den RCV1000R-Production-Racern von Honda Hayden, Aoyama, Redding, Abraham) treten 2014 alle im Open-Status an.

Als neuer Hersteller unter Factory-Status gilt jetzt, wer im Vorjahr (also momentan in der Saison 2013) nicht werkseitig dabei war.
Das heisst: Suzuki dürfte 2015 als «Factory» neun Motoren pro Fahrer und Saison verwenden. Aber nur im ersten Jahr!

Open-Format: Verlockende Vorteile

Wenn sich Suzuki 2015 für das Open-Format (mit der Einheits-ECU) entscheidet, kriegen sie also auch neun statt fünf Motoren, dazu aber noch 4 Liter mehr Sprit, die Motorenentwicklung wird nicht eingefroren. Dazu kommen weichere Mischungen für die Hinterreifen.

«Allein die weichere Reifenmischung für hinten kann im Qualifying je nach Strecke 0,3 bis 0,5 Sekunden bringen», meinen die Experten. «Das kann mehr als eine Startreihe ausmachen. Ducati könnte damit 2014 den Gesamteindruck verbessern und den Vergleich zu 2013 beschönigen.»

Deshalb könnte es auch für Suzuki sehr reizvoll sein, 2015 als Open-Team anzutreten. Jetzt leuchtet auch ein, warum Ducati diese Open-Option durch Vergleichsfahrten beim Sepang-Test (4. bis 6. Februar) sogar schon für 2014 ernsthaft prüfen wird.

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