Stefan Bradl: «Die anderen waren teilweise schneller»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradls Halbzeitbilanz fällt niederschmetternd aus. Vom angepeilten fünften WM-Rang ist er weit entfernt. Das soll sich bei den nächsten Rennen ändern.

Stefan Bradl (24) liegt nach neun Rennen in der MotoGP-WM nur an neunter Stelle.

Aber Platz 6 von Aleix Espargaró liegt nur 21 Punkte entfernt, auf Platz 7 von Pol Espargaró fehlen elf Punkte, sechs zu Iannone.
Der deutsche LCR-Honda-Pilot

Stefan, das Saisonziel war ein WM-Rang unter den ersten fünf. Jetzt ist Lorenzo WM-Fünfter, er hat 41 Punkte mehr erobert als du. Wie lautet dein Fazit nach der ersten Saisonhälfte.

Ja, es fehlen viele Punkte zum angepeilten fünften WM-Rang. Die andern waren einfach konstanter – und in diversen Rennen auch schneller, sonst wären sie nicht vor uns.
Ja, das ist schon ein bisschen enttäuschend.

Randy Mamola hat kürzlich gesagt: Stefan braucht endlich wieder einmal eine Glückssträhne.

Ja, das wäre nicht verkehrt, wenn das einmal eintreten würde.
Klar, man braucht nicht alles aufs Pech zu schieben. Aber die erste Saisonhälfte war alles andere als zufriedenstellend.
Das hat verschiedene Ursachen; in erster Linie habe ich auch fahrerisch den Erwartungen nicht entsprochen.
Auf dem Sachsenring-GP gab es mit dem Regen 30 Minuten vor dem Start auch wieder besondere Verhältnisse, genau wie zwei Wochen vorher in Assen.
Trotzdem: Wir haben nicht so performt, wie wir uns das vorgenommen haben. Mit bleibt nichts anderes übrig, als es in der zweiten Saisonhälfte besser zu machen.

Du bist in Katar nach acht Runden in Führung liegend gestürzt. Dann folgten Platz 4 in Texas, Platz 5 in Las Termas, Mitte Juni noch einmal Platz 5 in Barcelona. Aber genau in der entscheidenden Transferphase ging alles schief. Sturz in der Besichtigungsrunde in Assen, dadurch nur Platz 10, schliesslich Platz 16 auf dem Sachsenring, nach einer Fehlentscheidung bist du vom Startplatz weggefahren. Die Rivalen wechselten nach der Aufwärmrunde auf das Trocken-Bike und fuhren aus der Boxengasse los. Alle glaubten, du hättest das richtige Los gezogen – aber der Poker ging gründlich schief?

Ja, wir konnten die Gabel nicht mehr aufs Trocken-Set-up umbauen, die Zeit reichte nicht. Vorher war schon Jerez mit Platz 10 schiefgegangen, ich musste mich danach wegen des «arm pump» operieren lassen. Dagegen konnte ich nichts machen. Das Rennen ist komplett in die Hosen gegangen. Mein Gott, das war halt dann so.
Platz 7 in Le Mans war auch nicht der Burner.

Dort habt ihr nach dem Warm-up das Set-up geändert, was sich als Trugschluss herausstellte. Fahrerisch hast du dort auch nicht das Maximum herausgeholt?

Dort hat mich Sicherheit beides einen Effekt gehabt.

In Mugello bist du Samstagfrüh und im Warm-up gestürzt, im Rennen hat sich Cal Crutchlow abgeräumt?

Ja, ich habe dort im Rennen nichts zu verlieren gehabt. Dass ich dann im Rennen noch einmal so auf die schnauze bekomme, habe ich nicht gedacht. Aber mei...

Welche WM-Rennen waren 2014 zufriedenstellend? Deine Crew war selbst nach Platz 4 in Texas nicht zufrieden. Denn dort lag Rang 3 in Reichweite? Du hast doch von Dovizioso besiegen lassen, der im Training klar im Griff hattest. Bradley Smith hat dich dort auch kurz überholt?

Ja, dort haben wir den Podiumsplatz knapp versäumt, leider Gottes.
In Argentinien hatte ich einen Crash im Qualifying, trotzdem haben wir uns im Rennen mit Platz 5 noch gut geschlagen.
In Barcelona waren wir in allen Trainings stark, Platz 5 im Rennen war in Ordnung.

Teambesitzer Lucio Cecchinello und Crew-Chief Beefy Bourguignon bemängeln, weil du die Trainingsplätze oft nicht in gleichwertige Rennergebnisse umwandeln hast können? Rossi machst es anders. Der fuhr zum Beispiel in Katar vom neunten Startplatz im Rennen auf Platz 2.

Ja, das ist auf dem Papier richtig.
Das stimmt. Wir haben zeitweise in den Qualifyings bessere Resultate erzielt und diese Performance dann in den Rennen nicht wiederholen können. Aber im Rennen herrschen manchmal andere Gesetze.

Du bist im Qualifyer Award Fünfter, in der WM-Tabelle Neunter?

Ja, im Qualifying ist es auch leichter, ins Ziel zu kommen und eine Platzierung rauszufahren.

Rossi macht es umgekehrt?

Ja. Er ist bisher in diesem Jahr bei jedem Rennen ins Ziel gekommen. das ist bei uns nicht gegeben. Ich habe in Doha, in Mugello und auf dem Sachsenring drei Nuller hinnehmen müssen. Und ich glaube, das wird nicht der letzte Nuller gewesen sein.

Dir wird auch nachgesagt, dass die Rundenzeiten in der zweiten Saisonhälfte stärker nachlassen als bei den direkten Gegnern? das ist ein Punkte, den du verbessern musst?

Ja. Aber ich wüsste jetzt nicht, bei welchem Rennen wir in der zweiten Saisonhälfte zu stark nachgelassen haben.

In Texas?

Ja, aber dort hättest du dir meinen Vorderreifen anschauen sollen. Rossi ist wegen dieses Problems nur Neunter geworden.

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