Crew-Chief Verbena: Stefan Bradl so gut wie Espargaró

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Stefan Bradls Crew-Chief Sergio Verbena

Stefan Bradls Crew-Chief Sergio Verbena

Wie gut wird sich Stefan Bradl 2015 in der MotoGP-WM auf der Forward-Yamaha schlagen? Crew-Chief Sergio Verbena traut dem Bayer viel zu, sogar Podestplätze.

Sergio Verbena ist ein erfahrener Techniker. 2009 hat er mit dem späteren Superbike-Weltmeister Tom Sykes bei Yamaha gearbeitet, zuletzt für Colin Edwards bei NGM Forward Yamaha in der MotoGP-Klasse. Seit dem Valencia-Test ist der 44-Jährige an der Seite von Stefan Bradl. Während des Jerez-Tests diese Woche nahm er sich viel Zeit, um mit SPEEDWEEK.com über die Qualitäten seines neuen Schützlings zu sprechen.

Nach der drittbesten Zeit von Stefan am Mittwoch waren alle im Forward-Team positiv überrascht. Du auch?

Überrascht, nein. Er war am Mittwoch wirklich schnell, er fuhr nur 3/10 sec langsamer als seine beste Jerez-Zeit im Qualifying. Damals waren die Bedingungen besser und er saß auf einem Motorrad, das er seit drei Jahren kannte.

Ich erhoffte und erwartete dieses Ergebnis. Wenn du das dann erreichst, ist das nett. Das bedeutet, dass er das Motorrad mag, und dass das Bike funktioniert. Stefans Fahrstil passt besser zur Yamaha als zur Honda. Mit der Yamaha kann er sehr weich und mit etwas mehr Kurvenspeed fahren, die Honda kann man nur auf eine Art fahren.

Ich war nicht überrascht aber beeindruckt.

Hast du erwartet, dass er nur eine halbe Sekunde hinter Aleix Espargarós Qualifying-Zeit bleibt?

Ja, Stefan hat großartiges Potenzial.

Du hast für Colin Edwards als Crew-Chief gearbeitet. Kannst du ihn für uns mit Stefan vergleichen?

Ich versuche es. Colin fuhr nur eine halbe Saison mit der Yamaha. Er ist sehr sensibel, saß aber auch viele Jahre auf der Werks-Yamaha. Er erwartete von unserem Motorrad, dass es sich genau gleich wie die Werks-Yamaha verhält, was das Chassis, den Motor und die Elektronik anbetrifft. Vor allem von der Elektronik. Er wollte, dass die Traktionskontrolle auf eine bestimmte Weise arbeitet – nur auf diese Weise. Unser Team hat versucht, die Elektronik entsprechend anzupassen.

Stefan ist flexibler, weil er jünger ist. Er fühlte sich sofort wohl auf dem Motorrad und lobte den Stand der Elektronik.

Es ist schwierig die beiden zu vergleichen.

Wie gehaltvoll sind Informationen, die dir Bradl gibt?

In Wirklichkeit haben wir ja erst zwei Tage mit ihm gearbeitet, am Montag in Valencia und am Mittwoch in Jerez. Was er uns in Jerez sagte, war gut. Er kann erklären was sich am Motorrad verbessert oder verschlechtert, wenn wir Änderungen vornehmen. Er kann sagen weshalb er sich gesteigert hat oder warum nicht.

Fährt er auf dem gleichen Level wie Aleix Espargaró?

Ja, er war Moto2-Weltmeister. Sicher ist er mindestens auf seinem Level. In Jerez war er eine halbe Sekunde schneller als Aleix während des Tests in Jerez dieses Jahr.

Nach seiner nicht besonders guten Saison gibt es in Deutschland wieder zahlreiche Zweifler, die Bradls Talent in Frage stellen, obwohl er unser bester MotoGP-Fahrer seit 60 Jahren ist.

Er kann die gleichen Resultate erzielen wie Espargaró dieses Jahr. Die nächste Saison wird aber nicht so einfach, das Fahrerfeld rückt enger zusammen. Die Open-Honda bekommt den pneumatischen Ventiltrieb, Aprilia verbessert sich sehr schnell. Nächstes Jahr wird es schwieriger diese Resultate zu erzielen, aber ich traue ihm das zu.

Espargaró hatte dieses Jahr keine wirklichen Gegner in der Open-Klasse. Er hat sogar die Werksmotorräder in Schwierigkeiten gebracht. Ich hoffe, dass Stefan das Gleiche leisten kann.

Unser Hauptziel ist die Open-Klasse zu gewinnen, was schwieriger wird. Und wir wollen einige Mal ums Podest kämpfen, wie dieses Jahr.

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