Moto2-Talent Deniz Öncü: Jetzt noch mehr Unterstützung von Toprak
Trotz Siegen in der extrem umkämpften Moto2 verlor Deniz Öncü seinen Platz in der Mannschaft von Red Bull KTM Ajo. 2026 soll es mit Marc VDS wieder an die Spitze gehen – auch dank Toprak Razgatlioglu.
2025 war eine Saison der Extreme für den türkischen GP-Pilot Deniz Öncü. Die Ausgangslage war klar: Da Öncü bei Red Bull KTM Ajo nun in den Teil 2 seiner Zweijahresvereinbarung gestartet war und Teamkollege Collin Veijer als Rookie mit einem Deal bis Ende 2026 Welpenschutz genoss, musste Öncü von Beginn an liefern.
Nach einem nicht sehr vielversprechenden Auftakt mit den 14 und 12 und einem Ausfall in den USA legte der Zwillingsbruder von Can Öncü in Katar richtig los. Platz 2 folgte in Aragon der erste Moto2-Sieg. Es blieb nicht bei einem Einmal-Hit. Mit dem nächsten Triumph beim Deutschland-GP auf dem Sachsenring war der wie Superbike-Ikone und MotoGP-Neuzugang Toprak Razgatlioglu von Kenan Sofuoglu gemanagte Moto2-Pilot endgültig in der Elite der hart umkämpften Klasse angekommen.
Doch nur wenig später ereilte Öncü das Schicksal eines Profisportlers. Nach einem heftigen Trainingscrash in der Türkei Anfang August musste der Red-Bull-Athlet als Langzeitpatient mitansehen, wie er in der WM-Tabelle wieder ins Mittelfeld zurückgereicht wurde. Und – des einen Freund, des anderen Leid – gleichzeitig fuhr Teamkollege Jose Antonio Rueda in der Moto3 ungefährdet zum Titel und holte sich gemäß Vertrag damit die Position im Moto2-Team – und den Platz von Deniz Öncü.
Manager Sofuoglu musste damit nicht den großen Zukunftsdeal für Toprak Razgatlioglu bei Pramac-Yamaha absichern, sondern auch für Deniz Öncü neue Perspektiven schaffen. Der Plan ging auf: Man profitierte auch von der kompletten Neuaufstellung bei Marc VDS Racing. Die Belgier boten dem Türken eine Position neben Aron Canet an. Formell sind damit 16 GP-Siege vereint und für Öncü ist mit Canet der vermeintlich größte Referenzpunkt in der eigenen Box angesiedelt. Spannend: Beide müssen bei der Chassis-Hardware den Umstieg von Kalex auf Boscoscuro bewältigen.
Noch mehr profitieren will Öncü 2026 auch von der Nähe zu Superbike-Champion Toprak Razgatlıoglu Die Rennfahrer-Gang aus der Türkei verbindet weit mehr als nur die Nationalität. Sofuoglu, Razgatlioglu und die Öncü-Zwillinge gelten als verschworenes Quartett. Ob beim Training, im Fahrerlager oder auch privat: Die Athleten verbringen nahezu jede Minute gemeinsam und folgen der gleichen Rennsportphilosophie.
Die Rolle des Mentors wird sich durch die gemeinsame Zeit im GP-Fahrerlager intensivieren. Wenn es Öncü gelingt, seinen vorhandenen Speed konstant über eine Saison auszubreiten, stehen die Chancen bestens, dass die Türkei dauerhaft gleich zwei Helden im Fahrerlager bejubeln kann.
Ob die Königsklasse dagegen zwei Athleten aus der Türkei unterbringen kann, ist eine andere Frage. Denkbar wäre auch, dass schon in Bälde aus den engsten Freunden härteste Rivalen um einen Ritt in der MotoGP werden. Ein Vorteil liegt bei Öncü: Mit 22 ist er sieben Jahre jünger als Toprak. Doch bis es so weit ist, muss sich Toprak Razgatlioglu in der Topliga etablieren und Deniz Öncü die Moto2 unter Kontrolle bringen.
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