Technomag-Team: Mit 20 Millionen in die MotoGP-WM?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Domi Aegerter mit Fred Corminboeuf

Domi Aegerter mit Fred Corminboeuf

Technomag-Teamchef Fred Corminbeouf möchte mit Domi Aegerter in die MotoGP-WM aufsteigen. Er hofft auf Kawasaki-Hilfe – aber diese zeichnet sich nicht ab.

Der Schweizer Fred Corminboeuf ist Manager des Technomag-Moto2-Teams mit Aegerter, Lüthi und Mulhauser.
Und er macht kein Geheimnis daraus, dass er gerne in die MotoGP-WM aufsteigen würde, am liebsten mit Rückendeckung des Kawasaki-Werks.

Die Teamvereinigung IRTA und die Dorna strengen sich an, um ihm dieses Projekt auszureden.

Aber Corminboeuf gibt nicht auf, gleichzeitig macht er sich keine Illusionen. Denn er kennt die Problematik der Finanzierung und weiss auch, dass sich der Schweizer Interwetten-Teambesitzer Daniel Epp 2010 nach einem MotoGP-Jahr mit Hiroshi Aoyama auf der Werks-Honda RC212V wieder aus der Königsklasse zurückzog, um sich wiederauf die Moto2-Klasse zu konzentrieren.

Dani Epp hat seinen Rennstall im Herbst mit der Technomag-Truppe fusioniert und agiert jetzt als persönlicher Manager von Tom Lüthi.

Fred, du denkst immer noch über die Gründung eines MotoGP-Teams mit Kawasaki-Bikes von Akira und Domi Aegerter als Fahrer nach?

Ja, nachdenken ist das richtige Wort.
Aber ich habe klare Vorstellungen. Ich mache das nur, wenn wir drei Jahre von vornherein fix finanzieren können. Aber zuerst müssten wir einen Teamplatz bekommen.
Das ist schwierig, weil das Feld jetzt 25 Fahrer umfasst und sich bisher nicht sagen lässt, ob irgendwelche Teams aussteigen.

Ja, und die Dorna schliesst gerade mit den Herstellern und Teams für 2017 neue Fünf-Jahres-Verträge ab. Kawasaki ist da nicht dabei, KTM hingegen schon. Und für die Österreicher werden ​für 2017 auch zwei Plätze frei gehaltent. Die Dorna wird auch also keinen Drei-Jahres-Deal zusagen.

Es hätte keinen Sinn, wenn wir ​mit einem MotoGP-Rookie wie Domi Aegerter nur für eine Saison planen würden. Wir müssten bei so einem Projekt fix über drei Jahre planen können. Wir müssten das Team aufbauen und mit den Jahren wachsen lassen.
Wenn sich Kawasaki hinter unser Projekt stellt, sollte uns das bei der Dorna nützlich sein.

Und wie viel Geld müsstest du für diese drei Jahre auftreiben?

Ich erwarte, dass wir für einen Fahrer für drei Jahre 20 Millionen benötigen. Und ich weiss, wie schwierig es ist, solche Beträge heute aufzutreiben. Da müsste ein ganz grosser Sponsor einsteigen.

Und die Erfolgsaussichten wären wohl bescheiden. Denn Kawasaki lehnt jede offizielle MotoGP-Beteiligung seit Jahren ab, die Japaner haben seit 2008 nie mehr Interesse signalisiert. Auch nicht bei der Dorna. Ohne Werksunterstützung lässt sich kein konkurrenzfähiges Motorrad bauen. Man braucht ein Entwicklungsbudget von mindestens 20 bis 30 Millionen.

Wie gesagt: Es sind bisher nur Gedankenspiele. Denn Domi müsste zuerst konstant in der Moto2-Weltmeisterschaft an der Spitze mitfahren. Er hat in dieser Saison bisher bei sieben Rennen erst ein Spitzenergebnis erreicht – mit Platz 2 in Mugello.

Könnte Domi Aegerter eventuell für 2016 in ein existierendes MotoGP-Team verfrachtet werden?

Domi muss das Resultat von Mugello jetzt noch ein paarmal bestätigen. Vorher macht es wenig Sinn, über MotoGP-Pläne zu reden.

Auf jeden Fall wird Domi Aegerter heute in Barcelona auf der Akira-Kawasaki den MotoGP-Montag-Test bestreiten.

Ja, Akira hat ein neues Chassis gebaut, das für Domi adaptiert wurde. Das Team und die Crew bemühen sich sehr. Ich bin überzeugt, dass sich Kawasaki Interesse an diesem Projekt zeigen wird.
Es wird sicher schwierig für uns, diese MotoGP-Pläne zu verwirklichen.

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