Exklusiv: Peter Öttl (Intact GP) über den verregneten Portimao-Test
Das schlechte Wetter beim Portimao-Test zwang auch das Moto3-Team von Intact GP zu Planänderungen. Teammanager Peter Öttl sah es gelassen. Mit Neuzugang David Almansa konnte gut gearbeitet werden.
Das schlechte Wetter am Montag und Dienstag in Portimao stellte die Teams und Fahrer der Moto3-WM vor Herausforderungen. Der zweitätige Test wurde begleitet von Regen und Nebel, weshalb nicht viel produktive Arbeit möglich war. «Wir hatten hier überhaupt keine Chance, irgendwann einmal mit Slicks rauszufahren», bestätigte Peter Öttl, Moto3-Teammanager bei Intact GP.
Dementsprechend herrschte wenig Betrieb auf dem Autódromo Internacional do Algarve. An Tag 1 schienen nur neun Fahrer in der Zeitenliste auf, am zweiten Tag waren es dann immerhin 19. Die Fahrer und Teams haben sich am Dienstag mit dem Regen abgefunden und absolvierten eine Trainingseinheit auf Regenreifen. Die Rundenzeiten waren wenig aussagekräftig. Für die Bestzeit sorgte Leopard-Honda-Pilot Guido Pini mit 2:01,242 min. Zum Vergleich: Der Moto3-Rundenrekord in Portimao, den Jose Antonio Rueda 2024 aufstellte, liegt bei 1:46,379 min.
David Munoz fuhr in Portimao nur vier Runden
Intact-Pilot David Munoz, der WM-Fünfte von 2025, absolvierte beim Portimao-Test nur vier Runden. Für den Spanier ging es vorwiegend darum, seine körperliche Verfassung zu überprüfen. Zur Erinnerung: Munoz hatte sich bei einem Crash im Indonesien-GP 2025 einen Oberschenkelbruch zugezogen. Nach drei Operationen kämpft sich Munoz Schritt für Schritt zurück. «David ist am zweiten Tag vier Runden gefahren. Er hat geschaut, ob es mit seinem Bein so weit geht. Er war dann auch gleich wieder ziemlich schnell – für so eine Zeit hätten andere 20 oder 30 Runden gebraucht. Wir haben es danach aber gleich wieder gelassen. In Jerez wird er dann mehr fahren, wenn es trocken ist», gab Peter Öttl zu verstehen.
Eine andere Ausgangsposition hat der zweite Intact-Fahrer. David Almansa ist körperlich fit, der Spanier wechselte zur Saison 2026 zum deutschen Team. Almansa war in der Moto3-WM 2024 und 2025 auf einer Honda unterwegs. Der 20-Jährige muss sich also auf die KTM umstellen. «Er ist am ersten Tag 20, am zweiten dann 30 Runden im Regen gefahren. Auch bei ihm wäre der Bedarf größer gewesen, weil er auf einem für ihn neuen Motorrad sitzt, dazu kommt ein neues Team», betonte Öttl. «Klar kann man die Anpassung auf ein Motorrad auch im Regen machen, zumindest die Sitzposition und ähnliche Dinge, damit er ein Gefühl bekommt. Auch die Arbeit mit ihm war wichtig – um zu erfahren, wie er gewisse Dinge beschreibt und dass man sich gegenseitig immer besser versteht und kennenlernt.»
Somit konnte die Truppe aus Memmingen die zwei Testtage für andere wichtige Dinge nutzen. «Trockene Bedingungen wären natürlich für alle besser gewesen, das wäre dann eher eine Standortbestimmung gewesen», führte Öttl weiter aus. «Das können wir aber in Jerez nachholen. Obwohl eigentlich erst das Rennen in Thailand zählt. Bis dahin können wir noch einige Zeit auf der Rennstrecke verbringen und Abstimmungsarbeit leisten. Klar, im Regen kann man ein Regen-Setup erarbeiten, aber die eigentliche Abstimmung kannst du nur im Trockenen machen.»
Der ins Wasser gefallene Portimao-Test ist für Peter Öttl kein Drama
Apropos Abstimmung: Wie sehr haben die zwei regnerischen Testtage in Portugal das Intact-GP-Team in Sachen Saisonvorbereitung in Bedrängnis gebracht? «Im Prinzip nicht mehr wie alle anderen. Vielleicht sogar weniger als unsere Konkurrenz, denn das Einzige, das bei uns neu ist, ist ein Fahrer», winkte Öttl ab. «Wir kennen das Material seit 2024 und wir kennen die Reifen. Dazu kommt, dass die Fahrer nicht unerfahren sind. Das Ganze ist also kein Drama. Da in Sachen Testarbeit mit einem Moto3-Motorrad alle nur diese vier Tage zur Verfügung haben, verliert man gegenüber der Konkurrenz eigentlich nichts. Für einen, der gerade das Motorrad gewechselt hat, wie Almansa, ist es natürlich nicht optimal.»
Am kommenden Wochenende geht es bereits in Jerez weiter. Während des Gesprächs mit SPEEDWEEK.com war Peter Öttl bereits unterwegs nach Andalusien. Wie sieht der Plan für die zwei Testtage am 14. und 15. Februar aus? «Wir haben unsere Basisabstimmung und wollen David Almansa einfach fahren lassen. Wir werden auf seine Kommentare hören, uns die Daten ansehen und dann nachjustieren. Viel zum Testen gibt es ja nicht, weil die Entwicklung seit 2024 eingefroren ist», ist der Bayer gelassen. «Aber wenn es darum geht, das Motorrad individuell auf den Fahrer anzupassen, gibt es immer noch ein wenig Spielraum. Bei David Munoz geht es einfach darum, von der Verletzung zurückzukommen und aufzuholen – er ist ja doch die letzten fünf Grands Prix nicht gefahren. Er hat nach wie vor Schmerzen, man kann aber erst mehr sagen, wenn er in Jerez den ganzen Tag im Trockenen fährt. Wir dürfen in Jerez nicht nur auf unser Testprogramm schauen, sondern müssen auch darauf achten, wie es ihm geht.»
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