Stefan Pierer (KTM): «Ziel für MotoGP? Podiumsnähe»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Pierer (Bildmitte) gestern in Valencia in der Red-Bull-KTM-Ajo-Box

Stefan Pierer (Bildmitte) gestern in Valencia in der Red-Bull-KTM-Ajo-Box

Bei KTM herrscht Aufbruchstimmung. Mit grosser Zuversicht wird der MotoGP-WM-Einstieg 2017 vorbereitet. Schon 2016 sollen Top-10-Zeiten gefahren werden.

Das neue KTM Factory Team wird mit der MotoGP-Maschine RC16 Ende November in Valencia testen, um bei den Rundenzeiten erste Vergleichswerte mit der Konkurrenz zu erhalten. Bei diesem Test wird erstmals auch Testfahrer Mika Kallio auf die V4-Maschine aus dem Innviertel steigen.

KTM-Firmenchef Stefan Pierer ist überzeugt, dass für 2017 ein starker Nummer-1-Fahrer gefunden werden kann. «Unser Motor leistet bereits 270 PS», verriet er gestern beim WM-Finale. «Wir werden nicht so ein Problem haben wie Renault in der Formel 1, denen 60 PS zu Mercedes fehlen. So ein PS-Manko kannst du nie kompensieren.»

Stefan, gibt es bei den MotoGP-Fahrerkandidaten für 2017 irgendwelche persönliche Favoriten?

Wir werden 2016 als zweite Struktur das Moto3-Team von Leopard Racing bei KTM haben; dieses Team hat auch die Moto2-Fahrer Danny Kent und Miguel Oliveira unter Vertrag. Dazu kommt das Moto2-Team von Aki Ajo mit Moto2-Weltmeister Johann Zarco. Da existieren also einige Kandidaten. Das sind schon mal drei schnelle Fahrer.
Bisher haben wir immer das Problem gehabt, dass uns die besten Moto3-Fahrer verlassen haben, weil wir keine Aufstiegsmöglichkeiten anbieten konnten.

Welche Zeiten muss KTM im Frühjahr vorlegen, um einen MotoGP-Spitzenfahrer für 2017 anlocken zu können?

Schwer zu sagen. Aber ich sag dir, wir sind dabei.

Muss man im Frühjahr 2016 Testzeiten fahren, die im GP-Qualifying auf diesen GP-Strecken für die Top-Ten reichen würden?

Auf alle Fälle. Die Top-Ten sind angesagt. Weiter hinten, das ist nicht unser Ziel.

Kann Moto3-Teamchef Aki Ajo als Partner für die MotoGP-Teamstruktur zu Hilfe geholt werden? Ihr habt einen Finnen als Testfahrer. Also ist diese Frage nicht so weit herbei geholt.

Wir machen alles eigenständig. Wobei Aki Ajo eingebunden ist bei der Talente-Förderung von der Moto3 in die Moto2 und so weiter. Das ist auch der Grund, warum er das Moto2-Team betreibt.

Braucht KTM für das Werksteam 2017 auch einen routinierten MotoGP-Fahrer für die Weiterentwicklung? Oder könntest du dir auch zwei Rookies wie Oliveira und Zarco vorstellen?

Wir müssen schauen, was sich im kommenden Jahr tut. Wenn wir eine sehr gute Bike-Performance erreichen, wird sich das schnell herumsprechen. Wir sind bei der Fahrerwahl für 2017 komplett offen.

Manche Experten haben Zweifel am mutigen Gitterrohrstahlrahmen-Konzept von KTM. Aber ihr seid davon überzeugt?

Wir haben in der Moto3 gezeigt, wie das geht. Man wird sehen, dass es in der MotoGP nicht anders sein wird. Wenn du an einem Aluminium-Rahmen ändern willst, ist es extrem schwierig. Das hat man 2015 bei Honda gesehen.
Wir sind bei hochlegiertem Stahl als Hersteller Weltmarktführer. Wieso sollen wir uns eine andere Technologie antun, die wir nicht so gut verstehen?

WP Suspension gehört auch zur Cross-Industries-Holding. Da kommt in der MotoGP eine neue Bewährungsprobe auf euch zu? Aber in der Moto2-WM hat WP die ersten zwei Plätze belegt.

In der Moto2 haben wir 2015 mit WP bereits schöne Erfolge erzielt. Es dauert alles seine Zeit, aber dann klappt es. Und wir haben alles im Haus. Die Techniker von KTM brauchen nur über die Strasse zu gehen... Die Teams sind zusammengeschweisst, wir können extrem schnell reagieren. Ich bin da sehr zuversichtlich.

In der MotoGP-WM existiert vorerst ein Drei-Jahres-Plan. Wie sehen die Ziele bis 2019 aus?

Naja, Podiumsnähe. Absolut. Wenn ein paar ausfallen, kann das durchaus passieren. Aber das erste Ziel heisst einmal, Suzuki zu überholen

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