Iodaracing: MotoGP-Zukunft weiter ungewiss

Von Günther Wiesinger
Für die Moto2-WM 2016 hat Iodaracing-Chef Giampiero Sacchi den Spanier Efren Vazquez engagiert. Ob sich auch ein MotoGP-Team mit Alex De Angelis finanzieren lässt, ist fraglich.

Wie geht es mit dem italienischen Team Iodaracing weiter?

Bisher plant Teambesitzer Giampiero Sacchi in der Moto2-WM mit dem 28-jährigen Basken Efren Vazquez, der das Alterslimit für die Moto3-WM überschritten hat. Der WM-Achte verlässt das Leopard-Racing-Team und übernimmt bei Iodaracing den Platz von Florian Alt, der 2015 auf der Suter in der Moto2-WM punktelos geblieben ist.

In der MotoGP-WM hat Iodaracing einen Platz mit Alex De Angelis reserviert. Und da für die 2015-RS-GP-Werksmaschinen von Aprilia das Budget nicht ausreicht, will Sacchi mit den ART-Claiming-Rule-Bikes von 2012 antreten, die schon 2015 nicht konkurrenzfähig waren.

De Angelis kassierte damit zwar zwei Punkte ein (je ein 15. Rang in Barcelona und Silverstone), aber das reichte nur für den 28. WM-Rang.

Das bedeutet: Iodaracing erhält als schwächstes MotoGP-Team für 2016 keine Zuschüsse von Dorna und IRTA, damit fehlen mindestens 700.000 Euro in der Kasse. Schon nach den Ausstiegen von Sponsoren wie Came und Octo war Sacchi den meisten Mechanikern 2014 die Gehälter schuldig geblieben. Sponsor Pure (Energy Drink) soll Sacchi bereits in der Saison 2013 (Petrucci, Pesek) eine Million Euro an Sponsorgeld nicht bezahlt haben.

Deshalb musste das Team vor dem Saisonstart 2014 von zwei auf einen Fahrer reduziert werden: Leon Camier wurde gekündigt, Danilo Petrucci durfte bleiben.

Sacch kämpft mit seinem Team weiter ums Überleben. Er spricht jetzt von ominösen neuen Geldgebern aus Venezuela.

Sacchi hat in den letzten Jahren viele Rückschläge hinnehmen müssen. Zuerst trat er mit Suter-BMW an, und zwar von September 2012 bis Ende 2013, weil er hoffte, eines Tages das MotoGP-Werksteam für die Weiss-Blauen bilden zu können. Dann wollte er seine beiden Startplätze für 5 Millionen Euro für 2014 an das Suzuki-Werksteam verkaufen. Auch das klappte nicht. Suzuki verschob das Comeback – und bekam zwei eigene Plätze kostenlos.

Schliesslich entschied sich Sacchi für 2014 für Aprilia-Material, als Jorge Martinez nach zwei Siegen in der CRT-Wertung zu Honda wechselte. Sacchi hoffte, 2015 das Aprilia-Werksteam betreiben zu können, deshalb stürzte er sich in das ART-Abenteuer. Das Geld war längst knapp geworden; mit Eskil Suter wurde Ende 2013 heftig über die Bezahlung der CRT-Suter-BMW bestritten.

Aber auch Sacchis euphorische Aprilia-Pläne fielen ins Wasser: Die Italiener machten einen Vier-Jahres-Vertrag mit Fausto Gresini.

Momentan setzt sich das MotoGP-Feld 2016 noch aus 22 Fahrern zusammen, denn AB Motoracing (Abraham) und Forward Racing (Baz, Elias) sind ausgestiegen. Wenn sich auch Iodaracing zurückziehen muss, bleiben noch 21 Fahrer übrig.

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta hätte nichts dagegen. Er will die finanzschwachen Teams loswerden, denn für 2017 braucht er zwei Plätze für das KTM-Werksteam.

Aber Sacchi möchte 2016 durchhalten: Denn 2017 erhält jedes MotoGP-Team 2,8 Millionen Euro pro Fahrer; die Leasingkosten dürfen dann maximal 2,2 Millionen pro Fahrer betragen. Dann liesse sich ein Kundenteam mit Vorjahresmaterial und einem preiswerten Fahrer kostengünstig oder sogar gewinnbringend betreiben.

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