Im Geheimen: Markus Reiterberger hatte Schulter-OP

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Markus Reiterberger (28) in Imola

Markus Reiterberger (28) in Imola

Mit zwei zehnten Plätzen zeigte Markus Reiterberger bei der Superbike-WM in Imola solide Leistungen. Erst jetzt wurde bekannt, was der BMW-Fahrer körperlich die letzten Monate durchmachen musste.

Nach dem missglückten Start ins erste Rennen am Samstag, bei dem Markus Reiterberger in der ersten Runde sechs Plätze einbüßte, konnte er im Sprintrennen am Sonntagmorgen von Startplatz 7 aus seine Position halten. Ins Ziel kam der Bayer als Zehnter, 25,917 sec hinter Sieger Jonathan Rea (Kawasaki). Das zweite Hauptrennen am Sonntagnachmittag wurde wegen Regen abgesagt.

«Wir haben gepokert und uns für den ultraweichen Reifen entschieden», schilderte Reiti sein Sprintrennen. «Der Start war gut, die ersten Runden habe ich mich sauber mit Razgatlioglu abgekämpft. Letztlich hat er mich in einer Kurve weitgeschickt, da ist der Cortese gleich auch noch mit durch. Den konnte ich dann wieder überholen, die letzten drei Runden war mein Hinterreifen aber völlig kaputt. Wieder Top-10 – auch wenn dieser Platz nicht das ist, was wir wollen. Nach dem guten Assen-Wochenende, wir kamen sehr motiviert nach Imola, haben wir uns mehr erhofft. Das war ein schwieriges Wochenende, Imola war immer schon schwierig für mich. Ich habe mich hier noch nie wohlgefühlt auf dem Bike. In Assen hatte ich auch Probleme, dort konnte ich sie aber durch die positiven Punkte des Motorrads überfahren. Auf meinem Assen-Report steht aber das Gleiche drauf wie jetzt. Nur war es in Imola viel schlimmer.»

«Ich bin froh, dass ich das Wochenende gut überstanden habe», fuhr der BMW-Pilot im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fort. «Was keiner weiß: Vor drei Wochen wurde ich an der Schulter operiert, das haben wir bis heute für uns behalten. Ich wollte mich auf meine Vorbereitung konzentrieren und konnte meine Schulter während der drei Wochen super aufbauen. Ich war noch nicht bei 100 Prozent, aber besser als in Assen und den Rennen zuvor.»

Die Operation war am Mittwoch (17.4.) nach Assen, in der Schulter wurde eine Zyste entfernt, die auf einen Nerv drückte. «Erstmals gemerkt habe ich das im Dezember, als mir die Schulter weht tat», so Reiti. «Das kam wohl durch eine Flüssigkeitsablagerung, die nach einer alten Verletzung entstand. Besonders gemerkt habe ich es während des Wintertrainings und dann auf Phillip Island. Da hatte ich brutale Nackenschmerzen – die Schmerzen von der Schulter haben bis in den Rücken ausgestrahlt. Im MRT hat man die Ursache dann gesehen, die Zyste wurde arthroskopisch rausgezwickt. Eine Woche lang musste ich die Schulter anschließend schonen, dann habe ich sie wieder aufgebaut. Zum Vergleich: Mit der rechten Hand kann ich in der Rotatorenmaschine fast 10 Kilogramm heben, links hielt ich am Schluss nur noch ein halbes Kilo. Jetzt sind es wieder 2,5. Ich hatte in Imola meinen Physiotherapeuten und meinen Bruder dabei, die mir geholfen haben. Und den Physio wäre es nicht gegangen, aber es hat körperlich wunderbar funktioniert. Nur im Rennen am Samstag habe ich die letzten drei Runden gemerkt, dass es mir noch an Kraft fehlt.»

In der WM-Gesamtwertung liegt Reiterberger nach 13 von 37 Rennen mit 41 Punkten auf Rang 13, zum vor ihm platzierten Michael Rinaldi (Barni Ducati) fehlen drei Punkte. BMW-Teamkollege Tom Sykes hat 56 Punkte auf dem Konto und ist Zehnter.

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