Superbike-WM

Exklusiv: Die Pläne des Yamaha-Rennchefs mit Krummi

Von - 07.07.2019 10:12

Randy Krummenacher und Federico Caricasulo aus dem Supersport-WM-Team Bardahl Evan Bros würden 2020 gerne Superbike-WM fahren. Yamaha-Rennchef Eric de Seynes erläutert seine Philosophie dazu.

Seit der Saison 2017 hat Yamaha das Nachwuchsprogramm bLU cRU, mit dem es Youngster aus den nationalen R3-Cups bis hoch in die Superbike-WM schaffen können.

Der ursprüngliche Plan sah vor, den besten bLU-cRU-Fahrer aus der Supersport-300-WM im Jahr darauf Supersport-WM fahren zu lassen. 2017 wurde Alfonso Coppola Vizeweltmeister und fährt seit letztem Jahr in der 600er-Klasse. Dort schaffte es der 21-jährige Italiener als 14. in Brünn 2018 aber erst einmal in die Punkte.

Yamaha hat schnell erkannt, dass eine Saison Supersport-300-WM zu wenig ist, um die Fahrer auf die mittlere Kategorie vorzubereiten, deren Bikes fast dreimal so viel Motorleistung haben. Seit 2018 gibt es deshalb keinen garantierten Aufstieg mehr für den besten bLU-cRU-Piloten.

Dasselbe gilt für den besten Supersport-600-Fahrer. Letztes Jahr wurde Sandro Cortese Weltmeister und für dieses Jahr in die Superbike-WM befördert, wo er für das Giansanti Racing Team und an der Seite von Marco Melandri fährt.

2019 liegen in der Supersport-WM mit Randy Krummenacher, Federico Caricasulo und Jules Cluzel drei Yamaha-Fahrer überlegen in Front, sie alle würden in Zukunft gerne SBK fahren.

«Ich möchte dafür sorgen, dass die Startaufstellung in der Superbike-WM voller wird», sagte Eric de Seynes, Rennsport-Chef von Yamaha Europa, im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com. «Außerdem wollen wir, dass der Titel in der Supersport-WM einen gewissen Wert hat. Als wir das Projekt mit GRT in Angriff nahmen, wollten wir Lucas Mahias und Sandro Cortese in die Superbike-WM bringen. Zwei Fahrer, die Supersport-Weltmeister waren. Wir wollen klarstellen, dass der Supersport-Weltmeister auf jeden Fall aufsteigen kann. Deshalb war ich so enttäuscht, als uns Mahias verließ, obwohl das Projekt stand.»

Der Franzose kehrte Yamaha überraschend den Rücken und wechselte zum Supersport-Team von Puccetti Kawasaki – dem Vernehmen nach aus finanziellen Erwägungen.

«Wir werden versuchen, unsere Logik beizubehalten», unterstrich de Seynes. «Wir sind aber nicht der einzige Hersteller und müssen akzeptieren, dass Krummenacher auch andere Angebote erhalten kann. Wir wollen von unserer Seite aber alles Mögliche unternehmen. Randy hat schon letztes Jahr fantastische Arbeit geleistet und ist auch dieses Jahr sehr stark. Wir wollen ihm dabei helfen, in die Superbike-WM aufzusteigen.»

Yamaha hat 2020 drei Superbike-Teams: Neben dem Werksteam von Crescent sind das Giansanti und Ten Kate.

Im Werksteam deutet vieles darauf hin, dass es mit Michael van der Mark und Alex Lowes weitergeht.

Cortese hat sich mit starken Leistungen in seiner Rookie-Saison für 2020 empfohlen, Teamkollege Melandri ist ein Wackelkandidat. Der bald 37-Jährige passt vom Alter her nicht ins Nachwuchskonzept bei GRT, außerdem ist er der einzige Yamaha-Pilot, der Probleme mit der Abstimmung der R1 hat. Dem entgegen steht, dass Melandri der mit Abstand medienträchtigste Yamaha-Fahrer in der seriennahen Weltmeisterschaft ist und außerdem als exzellenter Entwickler gilt. Dass Melandri für GRT fährt, hat er aber ausschließlich dem Umstand zu verdanken, dass Mahias zu Kawasaki ging.

Yamaha könnte auch einen Fahrer bei Ten Kate platzieren. Als unabhängiges Team haben die Niederländer aber eigene Vorstellungen, was die Fahrerwahl betrifft. Für 2020 wollen sie auf zwei Piloten aufrüsten, mit dem Franzosen Loris Baz soll es weitergehen.

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Yamahas Straßen-Rennchef Andrea Dosoli (li.) mit seinem Boss Eric de Seynes © Yamaha Yamahas Straßen-Rennchef Andrea Dosoli (li.) mit seinem Boss Eric de Seynes Supersport-WM-Leader Randy Krummenacher © Gold & Goose Supersport-WM-Leader Randy Krummenacher
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