Dirk Geiger (Yamaha): WM-Feuertaufe mit Assen-Wildcard
Das Team Apreco aus den Niederlanden lässt es 2026 krachen. Nach Euro Moto-Superbike-Pilot Smits bekommt jetzt auch der IDM Supersport-Vize aus Mannheim grünes Licht für die WM.
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In der Euro Moto, vormals IDM, ist das Team Apreco von Corine Brandhorst mit drei Piloten am Start. Twan Smits greift in der Superbike mit der R1 an, Dirk Geiger und Lennox Lehmann sind mit der R9 in der Supersport am Start. Geiger hatte jetzt die Wildcard für Assen im vorgezogenen Osternest.
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Geiger selbst bestätigte lediglich den Erhalt der Wildcard, verweist aber anschließend auf seine Teamchefin. Er selbst ist nach zwei Jahre bei Honda, mit der er im Vorjahr Platz 2 hinter Andreas Kofler in der IDM Supersport geholt hatte, noch neu im Team und entsprechend zurückhaltend mit Interviews. Dirk Geiger hat sich den WM-Ausflug verdient «Wir haben mit unseren drei Fahrern gemeinsam mit Yamaha einen Mehrjahresvertrag, mit dem Hauptziel, sie entweder auf die WSBK (Twan) oder die WSSP (Dirk und Lennox) vorzubereiten», erläutert Brandhorst den Plan. Alle drei Piloten hatten an den Wintertests der WM teilgenommen. «Doch die DORNA vergibt im Jahr 2026 gegenüber dem Vorjahr pro Wochenende nur noch eine statt zwei Wildcards. Was bedeutet, dass beide Fahrer dieses Jahr nicht gemeinsam antreten können. Die nächste Wildcard, die uns zugeteilt würde, geht jedoch an Lennox.»
«Dass Dirk die erste Wildcard erhält, hat zwei Hauptgründe», meint Brandhorst. «Dirk hat mir und Yamaha im letzten Jahr einen großen Gefallen getan, indem er früher als nötig bekannt gab, dass er das Team und die Marke wechseln würde. Es war sein großer Traum, letztes Jahr in Jerez auf der Honda zu fahren, was nun stattdessen Marvin Siebdrath tat. Dies ist von unserer Seite ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber Dirk, dass er diesen Schritt gewagt hat.»
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«Die WM in Assen findet zeitgleich mit der Langstrecken-WM in Le Mans statt, und obwohl ich noch nicht alle Details dazu nennen kann, wird Lennox Lehmann in diesem Jahr auch in der EWC als zweiter Fahrer neben Twan (erster) und Dirk (dritter) antreten», verrät die Teamchefin noch. «Das Team muss bereits auf Twan verzichten, für den Maximilian Kofler einspringen wird. Lennox hat im letzten Jahr wertvolle Erfahrung auf der R1 gesammelt, während Dirk hingegen keine Erfahrung auf unserem Big Bike hat. Um eine gute Leistung in Le Mans zu sichern, ist es entscheidend, dass Lennox an diesem speziellen Wochenende dabei ist.»
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Die Yamaha R9 wird in der gleichen Spezifikation wie bei der Euro Moto auch bei der WM eingesetzt. Lediglich ein zusätzlicher Motor wurde für den Assen-Ausflug aufgebaut. Die Euro Moto-Saison beginnt dann für das Yamaha-Trio am zweiten Mai-Wochenende auf dem Sachenring.
Assen bringt Schwung für Euro Moto «Aus meiner Sicht», erklärt Yamaha-Mann Wim Vermeulen, «hat sich Dirk diese Wildcard nach einer guten und beeindruckenden Wintertest-Saison wirklich verdient. Das wird ihm einen entscheidenden positiven Schwung für das Euro Moto-Rennwochenende am Sachsenring geben. Wenn der Zeitpunkt passt, wird auch Lennox eine Wildcard fahren, damit er die gleiche Erfahrung sammeln kann. Es ist unser Hauptziel, gleiche Chancen für beide Fahrer zu schaffen, und solche Entscheidungen werden immer gemeinsam mit den Fahrern getroffen. Lennox ist ein echter Teamplayer und weiß, wie sehr er in Le Mans gebraucht wird, nachdem Twan Smits dort fehlen wird.» «Ich möchte auch die Gründe erläutern, warum Dirk geraten wurde, vorerst nicht zu viel mit den Medien zu sprechen», sagt er weiter. «Dirk hat einen beeindruckenden Wintertest mit einigen sehr guten Ergebnissen hinter sich. Für den Moment scheint die Kombination aus Fahrer, Motorrad und Team eine absolute Traumkonstellation zu sein. Wir wissen, dass unser Ziel mit Dirk in diesem Jahr der Meistertitel in der Euro Moto ist, aber Erwartungen für die Supesport-WM zu formulieren, die derzeit vielleicht das wettbewerbsintensivste Feld der Welt ist, ist nicht einfach.»
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Lernen kann man, wenn man in der IDM oder der BSB fährt, aber nicht in einer Weltmeisterschaft.Wim Vermeulen
In Assen wird es damit auch zu einem Wiedersehen mit Andreas Kofler geben, der die Saison 2025 mit Yamaha als IDM-Meister vor Dirk Geiger beendet hatte und mit seinem eigenen Team nun in die WM aufgestiegen ist. Bei seinem ersten Auftritt in Portugal holte er am vergangenen Wochenende die Plätze 21 und 24. «Die spannende Frage für Dirk lautet also: Wer wird schneller sein», überlegt der Yamaha-Verantwortliche. «Wir müssen berücksichtigen, dass Dirk mit seinem zweiten Platz im letzten Jahr nicht zufrieden war; es schmerzt ihn immer noch, denn für ihn hat er die Meisterschaft eher verloren, als dass Andreas Kofler sie gewonnen hat. Deshalb will er sich jetzt einfach voll und ganz auf dieses Wildcard-Wochenende konzentrieren. Aus Sicht von Yamaha sind beide junge, sehr talentierte Fahrer, die jetzt auf dem gleichen Motorrad sitzen, und wir sind eine Familie, aber natürlich werden wir das mit besonderem Interesse verfolgen, um zu sehen, wie sich das entwickelt. Für mich ist es ganz einfach: Der beste Fahrer soll diesen Kampf gewinnen.» Auch bei Koflers Einstand in Portugal hatte man bei Yamaha genau hingeschaut. «Die offene und direkte Antwort darauf ist einfach», so Vermeulen nach Koflers Leistung gefragt. «Man steigt nicht in eine Meisterschaft wie die Supersport-WM ein, um zu „lernen“. Entweder man ist dabei oder nicht. Lernen kann man, wenn man in der IDM oder der BSB fährt, aber nicht in einer Weltmeisterschaft. Die Ergebnisse in Portimão spiegeln weder das Talent von Andreas noch das Potenzial des Teams wider. Die Yamaha R9 ist, wenn sie richtig eingesetzt wird, ein stabiler Top-Ten-Performer, und Team und Fahrer wissen, was sie tun müssen, um die richtigen Schritte nach vorne zu machen.» «In derselben vollständigen Transparenz müssen wir auch sagen, dass das Motorrad verspätet bereit war, da einige Teile zu spät eintrafen», fügt er noch an. «Ein Problem, mit dem alle neuen Teams in den nationalen Meisterschaften konfrontiert waren. Daher waren die Testmöglichkeiten für Kofler begrenzt, und das erste Rennen in Portimão ist zudem nicht einfach, da die Streckenführung sehr speziell ist. Wenn Andreas auf bekanntere Strecken wie Assen kommt, bin ich sehr zuversichtlich, dass er deutlich besser abschneiden wird, und sicherlich wird die Anwesenheit von Dirk Geiger dort dem Fahrer und dem Team zusätzliche Motivation geben.»
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