Adrian Newey gesteht: Zeitplan beeinflusste AMR26-Entwicklungsrichtung
Star-Designer Adrian Newey hat bei Aston Martin das Zepter übernommen. Der Team- und Technikchef spricht über den Entstehungsprozess des neuesten GP-Renners von Fernando Alonso und Lance Stroll.
Seit Aston Martin Adrian Newey an Bord holen konnte, sind die Erwartungen an das Team aus Silverstone gestiegen. Denn der stille Brite hat in seiner beachtlichen Karriere als Formel-1-Autodesigner oft genug bewiesen, dass er in der Lage ist, titelfähige Fahrzeuge zu konstruieren. Entsprechend gespannt wurde der erste Auftritt des AMR26 beim Shakedown-Test in Barcelona erwartet.
Die Mannschaft aus Silverstone liess sich aber Zeit mit der ersten Ausfahrt, erst am Abend des vorletzten Testtages rückte Lance Stroll auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya aus, um die ersten Funktionsrunden zu drehen. Tags darauf war Fernando Alonso an der Reihe, den AMR26 auszuprobieren. Der zweifache Weltmeister drehte 61 Runden.
Sein Dienstwagen wurde erst spät im Windkanal getestet, wie Newey im Interview auf der offiziellen Team-Website offenbart hat. Die Design-Philosophie wurde schon vorher festgelegt. Er erzählt: «Wir haben die neuen Regeln unter die Lupe genommen und uns überlegt, was wir aus Sicht der Strömungsfelder erreichen wollen. Auf dieser Grundlage gaben wir dann eine Geometrie entwickelt, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen.»
«Es handelt sich um einen ganzheitlichen Ansatz. Aber ehrlich gesagt kann sich bei völlig neuen Regeln niemand sicher sein, die richtige Wahl getroffen zu haben», warnt der 67-Jährige. «Wir sind uns natürlich nicht sicher, was die beste interpretation der neuen Regeln und damit die beste Philosophie ist, und wir haben uns wegen unseres dichten Zeitplans auf eine bestimmte Richtung festgelegt. Ob dies die richtige ist, wird die Zeit zeigen. Aber du musst dich festlegen und damit arbeiten», betont er.
Dabei habe er sich nicht bemüht, ein aggressives Design zu wählen, stellt Newey klar. «Ich würde keines meiner Designs als aggressiv bezeichnen. Ich schaue mir die Dinge einfach an und gehe dann in die Richtung, die ich für die richtige erachte. Die Richtung, die wir eingeschlagen haben, kann sicherlich als aggressiv angesehen werden. Es verfügt über einige Features, die neu sind. Machen diese es aggressiv? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht», sagt der Aerodynamik-Experte.
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