Ferrari in China stärker als in Melbourne? Das sagt Teamchef Fred Vasseur
Ferrari war im Australien-GP stärker als im Qualifying. Die Roten kamen auf den Plätzen 3 und 4 ins Ziel. Geht in China noch mehr? Teamchef Fred Vasseur sagt, mit welchem Ziel die Scuderia antritt.
Der Rückstand von Charles Leclerc auf die Melbourne-Pole-Zeit von George Russell war beunruhigend gross: Mehr als acht Zehntel trennten den Monegassen vom Mercedes-Gegner, der sich mit seiner Runde die beste Ausgangslage gesichert hatte. Die Schwarzmaler unter den GP-Beobachtern erklärten die Saison bereits für entschieden, bevor die erste Rennrunde gedreht worden war.
Doch im GP bestätigte sich der böse Verdacht eines langweiligen Saisonauftakts nicht, im Gegenteil: Leclerc legte von der zweiten Startreihe einen starken Start hin und schaffte es an die Spitze. Über mehrere Runden lieferte sich der 28-Jährige ein heisses Duell mit dem Polesetter, der die Ziellinie schliesslich als Erster kreuzte. Dahinter kam sein Teamkollege Kimi Antonelli ins Ziel.
Leclerc und sein Stallgefährte Lewis Hamilton belegten die Plätze 3 und 4. Das lag nicht zuletzt an der Strategie, sind sich viele Zuschauer sicher. Denn während Mercedes eine der beiden virtuellen Safety-Car-Phase nutze, um die Pflicht-Boxenstopps zu absolvieren, blieben beide roten Renner auf der Bahn. So kam es, dass sowohl Leclerc als auch Hamilton deutlich mehr Zeit verloren, als sie zum Reifenwechsel abbogen.
Pech bei der zweiten virtuellen Safety-Car-Phase
Teamchef Fred Vasseur erklärte hinterher, wie es dazu kam. Man habe nicht mit der 1-Stopp-Strategie der Gegner gerechnet, betonte der Franzose, der seine Schützlinge deutlich später an die Box holen wollte, um ihnen einen Reifenvorteil zu verschaffen. Dass bei der zweiten virtuellen Safety-Car-Phase die Boxengasse geschlossen wurde, sei Pech gewesen, fügte er an.
Die Frage, ob die Roten ein besseres Ergebnis hätten einfahren können, beantwortete er nicht. Er habe keine Kristallkugel, winkte er ab. Das Gute ist: Die Fans und Berichterstatter müssen sich nicht lange gedulden, bis sie den nächsten Auftritt von Leclerc und Hamilton sehen. Denn schon in dieser Woche steht der China-GP an. Und der hat es in sich.
Neue Herausfroderung für die Scuderia aus Maranello
«Es ist in vielerlei Hinsicht eine ganz andere Herausforderung als das Rennen in Melbourne», warnt Vasseur. «Da wir ein Sprint-Wochenende absolvieren, bleibt uns nicht viel Zeit, um an den Autos zu arbeiten. Das bedeutet, dass die Arbeit im Werk in Maranello und im Simulator besonders wichtig ist», fügt er an.
«Das ist erst der Anfang einer neuen Formel-1-Ära, in der wir mit ganz anderen Fahrzeugen als in den Vorjahren unterwegs sind. Deshalb bietet auch jede Session die Gelegenheit, mehr über die Abstimmung und das Energie-Management zu lernen», weiss der Ingenieur.
Gleichzeitig warnt Vasseur: «Wir haben in Australien vielversprechende Anzeichen gesehen, aber das Niveau ist hoch und es liegt noch ein Berg Arbeit vor uns.» Dennoch ist sein Ziel ehrgeizig: «Wir wollen weiter Fortschritte machen, Daten sammeln und fokussiert arbeiten, um von Anfang bis Ende ein reibungsloses Wochenende hinzubekommen.»
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