George Russell (Mercedes): «Klar war ich nach China und Japan frustriert»
Mercedes-Ass George Russell machte in Australien alles richtig – Sieg von Pole-Position. In China und Japan aber nahm ihm sein Stallgefährte Kimi Antonelli die Butter vom Brot. So geht es weiter.
George Russell ging als Favorit in die Formel-1-WM 2026 und wurde in Melbourne dieser Rolle gerecht: Startplatz 1, sechster GP-Sieg, WM-Führung.
Dann aber schlichen sich Probleme ein, und Russells Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli bewies sein Ausnahmetalent: Pole-Position und Sieg in China, Pole-Position und Sieg auch in Japan. Damit ist Russell die WM-Führung erst mal los und spürt im eigenen Rennstall sehr viel Gegenwind.
Im Formel-1-rennfreien April hat Mercedes den Briten zum Interview-Termin gebeten. Der WM-Vierte von 2022 spricht dabei über den ersten Saisonteil und darüber, wie das aus seiner Sicht am 3. Mai in Miami weitergehen wird.
Der 155-fache GP-Teilnehmer sagt zu seinem Stand der Dinge in der Königsklasse: «Wir stecken in einer langen Saison, der WM-Titel ist noch nie nach drei Rennen gewonnen worden. Ich habe versucht, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen in China und Japan, und das habe ich getan.»
«In China hatte ich in der Quali ein Problem, sonst hätte ich die Pole erobern können, und alles hätte wohl anders ausgeschaut. In Japan hatte ich Pech mit der Safety Car-Phase, sonst wäre ich Zweiter geworden hinter Piastri.»
«Ich mache mir keine Sorgen: Ich weiss, wenn ich ein sauberes Wochenende habe, kann ich die Pole holen und auch den Sieg, und genau das ist auch das Ziel für Miami.»
«Gewiss, auf dem Nachhauseweg von Japan war ich frustriert, wie das in Shanghai und Suzuka gelaufen ist, aber solche Rennen gibt es immer in einer Saison, das macht mir keine Sorgen.»
Russell: «Ich erwarte Änderungen schon in Miami»
Russell zum Reglement 2026: «Viele Fahrer haben gesagt, was sie übers neue Reglement denken, besonders auch im Hinblick auf den schweren Unfall von Oliver Bearman in Japan.»
«Es war immer geplant, dass wir Fahrer mit der Formel 1 und mit dem Autosport-Weltverband FIA darüber sprechen, wie wir das Reglement verbessern wollen. Daran arbeiten wir. Die Piloten haben deponiert, dass sich in der Quali volle Kanne fahren wollen und nicht mit dem Energie-Management beschäftigt sein müssen. Und das sollten wir schon in Miami umsetzen können.»
Was den WM-Kampf mit Kimi Antonelli angeht, meint George: «Mercedes gibt beiden Fahrern die gleiche Chance, das war schon immer so. Aber ob das am Ende ein Duell mit Kimi wird, weiss ich nicht. Ich erinnere an 2022, als Leclerc nach wenigen Läufen überlegen führte, alle glaubten, dass er auf dem Weg zum Titel ist.»
Russell: «Titel ist im Gespräch mit Antonelli kein Thema»
«Ich weiss, was wir können. Aber ich sehe auch, dass die Anderen Fortschritte machen, Piastri hätte bei einem normalen Rennverlauf in Japan gewinnen können. Ich nehme ein GP-Wochenende ums andere, und im Herbst sehen wir dann, wohin uns das führt.»
Bislang hat sich gemäss Russell zwischen ihm und Antonelli nichts geändert: «Wir haben ein komplett normales Verhältnis, der Titel ist zwischen uns kein Thema. Wir achten lediglich darauf, dass wir gemeinsam Mercedes an der Spitze halten.»
Antonelli hatte 2025 in Miami ein bärenstarkes Wochenende, aber Russell lässt sich nicht bange machen: «Es stimmt, dass Kimi dort vor einem Jahr sehr gut war. Aber nochmals – ein Titelrennen wird nicht im Laufe der Saison entschieden.»
«Ich will wie gesagt das Beste aus jedem Einsatz machen, dazu gehört auch, dass ich an meinen Starts arbeiten muss. Und genau das tun wir derzeit, wir haben da vom Prozedere schon Einiges geändert.»
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