Lob und Tadel: MotoGP-Veteran Miller über die Zukunftspläne der Moto3
Pramac-Yamaha-MotoGP-Pilot Jack Miller hat eine enge Verbindung zur Moto3-WM. Mit den Änderungen, die ab 2028 in der kleinsten Hubraumklasse anstehen, kann der Australier nur bedingt etwas anfangen.
Der Australier Jack Miller gehört zum kleinen Club der MotoGP-Piloten, denen der Sprung in die Topliga der Motorrad-WM direkt aus der Moto3-Weltmeisterschaft gelang. Nach dem Gewinn der Vizeweltmeisterschaft mit der KTM-Mannschaft von Aki Ajo ging es für Miller direkt auf MotoGP-Honda bei LCR. Dass die nur zweijährige Ausbildung in der Moto3 gut war, bewies Miller in den Folgejahren mit Werks-Engagements bei Ducati und KTM. 201 Rennen bestritt Miller dort bis heute – vier Siege stehen für «Thriller Miller» zu Buche.
Dem 31-Jährigen, der aktuell einen schweren Stand hat und nach sechs Rennen noch ohne WM-Punkt dasteht, sind die Zukunftspläne der MotoGP zur Neuausrichtung des GP-Unterbaus mit Namen Moto3 nicht entgangen. Ein Jahr nach dem Umbau der MotoGP mit nur noch 850 ccm soll es Stand heute in der kleinsten Klasse zu einer echten Revolution kommen.
Wie bereits
In einem Gespräch mit der englischen Plattform Crash.net äußerte sich der populäre GP-Veteran ausführlich über die Zukunftspläne zur Ausbildung der Grand-Prix-Asse. «Ich glaube, es musste sich etwas ändern. Aber was die größeren Motoren angeht, bin ich nicht unbedingt dieser Meinung und ich finde, die Reifen sollten geringe Dimensionen haben. Der Trend geht dahin, immer größere Reifen an die Bikes zu montieren. Ob Moto3, Moto2 oder MotoGP – die Reifen haben sich in den letzten 20 Jahren dramatisch verändert.»
Reifen als entscheidender Faktor
Miller ergänzte: «Die Aufstandsfläche hat sich verändert, die Kontaktfläche, die man hat, und in der Moto3 kommt man derzeit mit sehr viel durch, weil man einen so guten Reifen und eine ordentliche Kontaktfläche hat. Man hat nicht genug Leistung, um den Reifen zum Qualmen zu bringen oder irgendetwas Dummes zu machen. Solange man es nicht richtig vermasselt, kommt es nicht zu einem massiven Highsider oder Ähnlichem. Ich denke also, es spricht nichts gegen ein schmaleres Format.»
Klar Stellung bezog der MotoGP-Pilot auch zur massiven Erhöhung des Hubraums und dem Umstieg auf eine Serienbasis. Miller: «Ich verstehe, dass sie auf einen seriennahen Motor umsteigen wollen. Ich verstehe auch, dass der Markt derzeit keinen Bedarf für einen maßgeschneiderten 250-ccm-Renner bietet. Aber letztendlich geht es hier um Grand-Prix-Rennen. Ich glaube nicht, dass ein serienbasierter Motor die Kosten für die Teams senken wird. Einen speziellen, für den Rennsport gebauten Motor mit dem passenden Getriebe und so weiter zu haben, ist meiner Meinung nach besser für die Teams. Man kauft nicht einfach etwas und muss es dann erst aufmotzen. Er ist genau für diese Aufgabe gebaut.»
Auch Miller hält eine Veränderung für richtig
Die Zusammenfassung des Aussies vereint Lob und Kritik: «Deshalb verstehe ich das in Bezug auf den Grand-Prix-Rennsport nicht. Bei der Moto2 sind wir diesen Weg gegangen, aber das Chassis ist immer noch frei. Wenigstens tun sie etwas – die Moto3 muss geändert werden, um etwas sicherer zu werden. Und das ist ein Schritt, um das zu verbessern. Das war genauso, als sie (im Rahmen der Superbike-WM) Supersport 300 gefahren sind. Für mich war das wahrscheinlich die unsicherste Art, Rennen zu fahren, weil die Motorräder keine Leistung haben und mit sehr breiten Reifen ausgestattet sind. Sie fuhren extrem eng hintereinander, und genau dann passieren die großen Unfälle. Es wird helfen, wenn Talent und Können das Feld etwas mehr auseinanderziehen können.»
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