Günther Steiner kritisiert Toto Wolff: «Das war reine Selbstdarstellung»
Kimi Antonelli stellte in China mit dem GP-Sieg sein Talent unter Beweis. Gratulationen gab es viele, zuallererst von Teamchef Toto Wolff. Doch Günther Steiner kritisiert die ersten Worte des Wieners.
Dass Kimi Antonelli ein aussergewöhnliches Talent ist, bewies der junge Italiener schon vor seiner Beförderung in die Königsklasse. Der Schritt in die Formel 1 erfolgte schon früh – und sorgte für einige kritische Stimmen. Denn Antonelli wurde gleich ins Mercedes-Werksteam aufgenommen, als Nachfolger von Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton, der zu Ferrari zog.
Einige GP-Beobachter waren sich sicher: Mercedes-Teamchef Toto Wolff hätte gut daran getan, den Teenager aus Bologna erst bei einem kleineren Team ein Lehrjahr absolvieren zu lassen. Dass er gleich im Scheinwerferlicht unter grossem Druck stand, war auch spürbar. Bei seinem ersten FP1-Einsatz vor seiner Beförderung in Monza flog er nach wenigen Kilometern ab. Die Kritiker sahen sich damit bestätigt.
Antonelli liess sich davon nicht beirren, im vergangenen Jahr schaffte er es schon drei Mal aufs GP-Podest, das erste Mal bei seinem zehnten GP-Einsatz in Kanada als Dritter. Im jüngsten Kräftemessen der GP-Stars auf dem Shanghai International Circuit erreichte er dann den nächsten Meilenstein. Kimi nutzte die Pole zum ersten GP-Sieg seiner Karriere.
Und unter den Ersten, die ihm gratulierten, war Wolff selbst. «Er ist zu jung, wir hätten ihn nicht in einen Mercedes stecken sollen, sondern ein kleineres Team wählen müssen. Er braucht Erfahrung, schaut euch seine Fehler an, die er macht. Da haben wir es, Kimi. Das war der Sieg», funkte der Wiener, als Kimi die Ziellinie gekreuzt hatte.
Ex-Teamchef Günther Steiner kritisiert die Worte des 54-Jährigen. Er sagt im Podcast «The Red Flags»: «Das war reine Selbstdarstellung. Es war so etwas wie: ‚Stellt sicher, dass jeder weiß, dass ich nichts falsch gemacht habe.‘ Und Toto hätte das gar nicht nötig gehabt. Aber ich glaube, er hat da einen kleinen Komplex. Ich meine, der Mann hat gewonnen. Du musst das jetzt nicht erklären, Toto.»
«Jeder glaubt es. Man kann es sehen, man kann es spüren, man kann es hören. Du musst nicht jedem sagen: ‚Ja, weil alle an mir gezweifelt haben.‘ Und am Ende hat es Kimi geschafft und nicht Toto. Das müssen wir auch immer respektieren», fügte der 60-jährige Südtiroler an.
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