Heisses Ferrari-Duell Hamilton/Leclerc, Teamchef Vasseur: «Ich hatte Angst»
Da standen Ferrari-Teamchef Fred Vasseur am Kommandostand ein paar Mal die Haare zu Berge: beinhartes Duell zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc, P3 für den Briten, P4 für den Monegassen.
Vor dem Grossen Preis von China hatte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur seinen Fahrern Lewis Hamilton und Charles Leclerc klargemacht: duellieren ja, kollidieren nein.
Der Franzose glaubte: «Die beiden sind Vollprofis, die werden keine Dummheiten machen. Und sie wissen genau, was wir von ihnen erwarten.»
Tatsächlich gab es zwischen dem siebenfachen Weltmeister und dem achtfachten GP-Sieger im Grand Prix mindestens zwei Berührungen, aber die beiden Lenkrad-Künstler haben es geschafft, ihre Nerven und ihre Ferrari unter Kontrolle zu behalten.
Kein böses Blut zwischen Hamilton und Leclerc
Es gibt auch keinerlei böses Blut zwischen Hamilton und Leclerc, Charles meldete sich zwischendurch am Funk und bestätigte: «Das macht Spass.» Es lag keine Ironie in seiner Stimme.
Lewis Hamilton hat nun endlich seinen ersten GP-Podestplatz in Rot errungen (2025 ging er in den Grands Prix leer aus), Ferrari hat sich als zweite Kraft hinter Mercedes bestätigt. Die Italiener lagen in China dichter an Mercedes, aber eben nicht nahe genug.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur schätzt die Lage nach dem zweiten WM-Lauf der Saison so ein: «Positiv ist, dass wir von elf Rennställen die Nummer 2 sind. Negativ ist, dass wir im Ziel 25 Sekunden auf den besten Mercedes einbüssen.»
«Wir lagen hier das ganze Wochenende über vier bis fünf Zehntel pro Runde hinter Ferrari. Im Grand Prix hat sich gezeigt – wenn wir in Duelle mit Mercedes verwickelt wird, können wir eine Weile mithalten. Aber wenn die Mercedes frei fahren können, dann sind sie um den genannten Abstand schneller.»
«Dass Lewis nun seinen ersten GP-Podestplatz für uns errungen hat, das ist wichtig. Wir haben auch einige tolle Zweikämpfe erlebt, das war schön zu sehen.»
«Wie ich gesagt habe: Im Duell und dank der verschiedenen Einstellmöglichkeiten dieser Autos können wir mitschwimmen. Aber wir müssen unseren Reifen zu viel zumuten, und wenn die Mercedes sind um eine Sekunde abgesetzt haben, dann fahren sie uns einfach davon.»
Vasseur: «Wir müssen die Lücke zu Mercedes schliessen»
«Der Abstand zu Mercedes wir variieren, und es werden Strecken kommen, auf welchen wir dichter an sie herankommen. Aber das ist keine Lösung. Wir müssen und darauf konzentrieren, die Lücke zu schliessen.»
Zum Duell zwischen Hamilton und Leclerc gibt der Franzose zu: «Ich will ehrlich sein, zwischendurch hatte ich Angst. Ich weiss ja, dass sie das unter Kontrolle haben, aber es kann halt im dümmsten Moment immer etwas passieren.»
Stallorder war kein Thema. Vasseur: «Es täte dem Team-Geist nicht gut, jedes Risiko zu ersticken und die Positionen einzufrieren. Ich habe am Samstag festgehalten, dass die beiden Vollprofis sind und ich ein entsprechendes Verhalten von ihnen erwartet, und sie haben sich daran gehalten.»
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