McLaren: Ron Dennis entmachtet, das sagt die Firma
Nach der Absetzung von Ron Dennis (69) als CEO der McLaren Technology Group: Wie die Firma ohne den Baumeister weitermachen wird. Und was Ron Dennis letztlich den Posten gekostet hat.
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McLaren ohne Ron Dennis, das war vor wenigen Jahren schwer vorstellbar. Nun ist es Wirklichkeit: Der Vorstand hat gestern den Erfolgsmanager abgesetzt. Ron Dennis reagierte enttäuscht (siehe weiter unten "Ron Dennis: Trotzige Stellungnahme"). Etwas später hat McLaren zur Entscheidung des Vorstands wiefolgt Stellung genommen.
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"Mit sofortiger Wirkung hält Ron Dennis nicht mehr den Posten des Chief Executive Officer der McLaren Technology Group und ihrer Tochterfirmen. Er bleibt aber einer der Teilhaber und Direktoren der Gruppe." "Über die vergangenen 35 Jahre war der Beitrag von Ron Dennis zum Erfolg von McLaren kolossal. Unter seiner Führung wurden 17 WM-Titel gewonnen, dazu 158 Grands Prix, das macht ihn zum erfolgreichsten Führer der Formel-1-Historie. Wie Firmengründer Bruce McLaren wird Ron Dennis immer einer der wahrlich Grossen des Sports sein."
"Die McLaren Technology Group sucht derzeit einen neuen CEO. Bis dieser Posten besetzt ist, wird die Firma übergangsmässig von einem Komitee geführt."
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Dieses Komitee besteht aus den anderen Teilhabern der Gruppe, Mumtalakat (einem Staatsfonds aus Bahrain), mit anderen Worten die Königsfamilie des Inselstaats, die 50 Prozent der Gruppe besitzen, dazu Mansour Ojjeh von der Saudi/TAG-Gruppe, der 25 Prozent hält, so wie Ron Dennis ebenfalls.
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Ron Dennis: Trotzige Stellungnahme
Am späteren Dienstagnachmittag hat Ron Dennis in England die Trennung bestätigt: "Ich bin enttäuscht, dass die Repräsentanten von TAG und Mumtalakat mich durch diese Entscheidung zwingen, vom Dienst freigestellt zu werden. Obschon das restliche Management-Team davor gewarnt hat, welche Konsequenzen dieser Schritt auf das Geschäft haben würde." Dennis ist bis Januar freigestellt, dann wäre sein Vertrag ohnehin ausgelaufen.
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Der Erfolgs-Manager kommentiert bitter: "Die Begründungen, die mir für diesen Schritt präsentiert worden sind, die sind komplett unecht. Mein Management-Stil ist der Gleiche, den ich immer hatte und der es McLaren ermöglicht hat, eine Auto- und Technikgruppe zu werden, welche 20 WM-Titel eroberte und mehr als 850 Millionen Pfund im Jahr Umsatz macht. Während all dieser Zeit habe ich mit einer Reihe überaus talentierter Kollegen gearbeitet, um McLaren an vorderster Front der Technik zu behalten. Diesen Menschen werde ich immer zu Dank verpflichtet sein." "Letztlich ist klar geworden, dass weder TAG noch Mumtalakat meine Vision von McLaren in Bezug auf die Wachstumsmöglichkeiten teilt." "Ich werde meine Rolle als Teilhaber und meine Sitze im Vorstand nutzen, um die Interessen von McLaren zu wahren. Darüber hinaus plane ich einen Investment-Fonds für Technik, wenn meine vertraglichen Pflichten für McLaren ablaufen." Was Ron Dennis den Posten gekostet hat
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Selbstherrlichkeit und mangelnder Erfolg haben Dennis den Posten gekostet – seit vier Jahren oder Brasilien 2012 ist McLaren ohne GP-Sieg, der Rennstall hat zahlreiche Sponsoren verloren und ist seit dem Weggang von Vodafone Ende 2013 ohne Hauptgeldgeber, die neue Partnerschaft mit Honda erwies sich als Fehlstart. McLaren erlebte 2015 vorwiegend wegen der schlechten japanischen 1,6-Liter-V6-Motoren die erfolgloseste Saison seit der Teamgründung. Für McLaren ist die Entmachtung von Ron Dennis ein einschneidender Schnitt: Seit 1980 war er Teil des zweitältesten Rennstalls der Welt, als sein "Project Four Racing" mit dem serbelnden McLaren-Team fusionierte. Die Rennwagen heissen bis heute MP4 plus eine von Jahr zu Jahr steigende Zahl, wobei MP4 für "McLaren Project Four" steht. Unter der Führung von Ron Dennis wurde McLaren zum zweiterfolgreichsten Rennstall der Formel 1 hinter Ferrari – mit Niki Lauda, Alain Prost, Ayrton Senna, Mika Häkkinen und Lewis Hamilton wurden insgesamt zehn Fahrer-WM-Titel eingefahren, dazu wurde in diesen Jahren sieben Mal der Konstrukteurs-Pokal erobert. Offenbar sind die Bahraini und Mansour Ojjeh davon überzeugt: Ein jüngerer CEO würde frischen Wind ins Team bringen. Die Rede ist immer wieder vom kalifornischen Sportmarketing-Spezialisten Zak Brown (44), einem Selfmade-Millionär.
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