Red Bull Racing bestätigt: Max Verstappen-Ingenieur Gianpiero Lambiase geht
2023 hat Weltmeister Max Verstappen festgehalten, dass es für ihn schwer vorstellbar sei, ohne Renningenieur Gianpiero Lambiase zu arbeiten. Aber das wird passieren. Red Bull Racing hat das bestätigt.
Das war die Schockmeldung des 9. April 2026: Wie die niederländische Tageszeitung Limburger als erste berichtet hat, soll Max Verstappens langjähriger Wegbegleiter Gianpiero (GP) Lambiase den Red Bull Racing-Rennstall verlassen und zu McLaren ziehen.
Um 16.00 Uhr meldete sich Red Bull Racing zu Wort: «Wir bestätigen, dass Gianpiero Lambiase das Team 2028 verlässt, wenn sein gegenwärtiger Vertrag ausläuft. Bis dazu bleibt GP auf seinem Posten als Leiter des Einsatzteams und Renningenieur.»
Kurz darauf Neues von McLaren: Lambiase wird unter Teamchef Andrea Stella neuer «Chief Racing Officer» des Traditionsrennstalls, eine Art Einsatzleiter. Diesen Posten gibt es heute schon, doch wird der von Teamchef Stella bekleidet. Dem Italiener war das auf die Dauer zu viel. McLaren bestätigt: Lambiase beginnt 2028.
Verstappen ohne die ruhige Stimme in seinem Ohr? Das können wir uns fast nicht vorstellen. Gewisse Wortwechsel zwischen dem Niederländer und dem Briten mit italienischen Wurzeln sind legendär.
GP zu Max: «Konzentrier dich aufs Fahren!»
2023 etwa blaffte Lambiase: "Max, wir schauen uns das hier an der Boxenmauer an. Konzentrier dich bitte aufs Fahren!" So redet nicht jeder mit Weltmeister Max Verstappen, und zurück kam keine Silbe. Einige Fans hätten nach dem Grossen Preis von Miami auf den Gedanken kommen können: Nanu? Hängt etwa der Haussegen bei Red Bull Racing schief zwischen dem Star-Piloten und seinem Renningenieur?
"Ach was", wiegelte der damalige Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner nach dem Triumph von Verstappen in Florida ab, "alles gut zwischen ihnen. Gianpiero scheut sich einfach nicht davor zurück, seine Meinung zu sagen."
"Die Dyamik zwischen den beiden ist so intensiv, dass du dich zwischendurch fragen musst, wer hier eigentlich der Fahrer und wer der Ingenieur sein soll. Ich glaube, die Arbeit zwischen einem Piloten und seinem Renningenieur ist ganz elementar für den Erfolg. Der Ingenieur muss umsetzen können, was der Fahrer braucht. Ich erkenne da ein so starkes Band wie früher zwischen Sebastian Vettel und Guillaume Rocquelin."
Das ist Gianpiero Lambiase
Gianpiero Lambiase – wer ist das eigentlich? Geboren am 14. Oktober 1980 in Bedford (Grossbritannien), mit italienischen Wurzeln. Abschluss 2002 als Mechanik-Ingenieur am University College London.
Lambiase kam über das Formel-3-Team von Colin Kolles 2005 zum Formel-1-Rennstall aus Silverstone, den die Fans unter sechs verschiedenen Namen kennen: Jordan, Midland, Spyker, Force India, Racing Point, Aston Martin.
Bereits 2010 arbeitete Gianpiero als Renningenieur am GP-Renner, an der Seite von Tonio Liuzzi, von 2011 bis 2013 bei Force India mit Paul Di Resta, 2014 mit Sergio Pérez, den er 2021 bei Red Bull Racing wiedersehen sollte.
2015 holte ihn Red Bull Racing nach Milton Keynes, wo Lambiase zunächst den Russen Daniil Kvyat betreute. Seit 2018 ist Gianpiero der Mann an der Seite von Max Verstappen.
Max Verstappen: Riesiger Respekt für Lambiase
Der vierfache Formel-1-Champion Verstappen sagt über seinen Vertrauensmann: "Gianpiero sagt wie ich geradeheraus, was Sache ist. Wir sind miteinander grundehrlich, das ist besonders in jenen Momenten wertvoll, wenn es mal auf der Rennstrecke nicht so gut läuft."
"Dabei kann es auch zu Situationen kommen, dass der Eine mit dem Anderen sehr streng sein muss. Aber das ist wichtig. Ich brauche jemanden, der mir vor Augen führt, wenn ich etwas vermassle, auch am Funk."
Das hat Max zu einem Scherz geführt. Als er im Rahmen des Podcasts "Talking Bull" gefragt wurde, mit welchem Mitarbeiter von Red Bull Racing er gerne mal den Platz tauschen würde, kicherte Verstappen: "Mit meinem Renningenieur Gianpiero, dann kann ich zur Anwechslung mal ihn am Funk anblaffen!"
Max vertieft: "Wir sind am Funk so offen miteinander, dass jemand vielleicht denken könnte, wir seien aufeinander wütend. Und auch ich selber finde, ab und an klingt das so. Aber wir sind nie wütend aufeinander, wir suchen einfach nach Mitteln und Wegen, dass wir mehr Speed finden. Wir verstehen uns so gut, dass es auch keinen Grund gibt, sich nach einer hitzigen Debatte beim Anderen entschuldigen zu müssen. Wir haben eine tolle Arbeitsbeziehung, und wir stacheln uns gegenseitig an. Das hält uns beide auf Trab."
Max scherzte vor drei Jahren bei meinen Kollegen von Ziggo Sport: "Was passiert, wenn Gianpiero das Team verlässt? Dann würde ich einen Tag später gehen."
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