Oscar Piastri bei McLaren benachteiligt? Zak Brown sauer: «Lächerlich»
Immer wieder kursierte im Laufe der GP-Saison 2026, der Australier Oscar Piastri werde bei McLaren gemessen an Lando Norris benachteiligt. Das bringt McLaren-CEO Zak Brown echt auf die Palme.
Nicht nur in der australischen Heimat von Oscar Piastri munkelten die Formel-1-Fans: McLaren wäre es lieber, wenn Lando Norris Weltmeister werden würde, nicht Oscar Piastri, und selbst bei nüchtern-fairer Betrachtung gab es schon die eine oder andere Situation bei den Papaya-Racern, in welchen Piastri den Kürzeren zog. Stichwort Stallorder in Monza gegen Piastri, Stichwort Kollision in Singapur mit Vorteil Norris.
Im Rahmen der McLaren-Präsentation am Bahrain International Circuit ist Firmen-CEO Zak Brown auf die Unterstellungen angesprochen worden. Der 54-Jährige aus Los Angeles (Kalifornien) wird richtig dünnhäutig bei diesem Thema.
Komplette, sportliche Fairness
Brown sagt: «Wir bei McLaren handeln nach dem Prinzip der kompletten sportlichen Fairness, ich weise alle Vorwürfe, wonach wir einen Piloten bevorzugen, entschieden zurück, das ist Gerede von Leuten, die sehr schlecht informiert sind.»
«Gewiss, die Fans haben alle unterschiedliche Meinungen, ganz unabhängig davon, woher sie stammen. Es kann bisweilen frustrierend sein, wenn manche Leute – und das ist kein landesspezifisches Problem – völlig uninformiert sind und die Aussagen, die man zu hören bekommt, einfach lächerlich sind.»
«Oscar weiss, und das hat er selber schon oft gesagt, dass er eine faire Chance bekommt, den Titel zu gewinnen. Mal gewinnt man, mal verliert man. Manchmal läuft es für einen, manchmal eben nicht. So geht das nun mal in unserem Sport.»
«Wir haben Oscar einige Punkte gekostet, wir haben Lando in Holland sehr viele Punkte gekostet, als der Motor platzte, und so weiter. Wir bleiben auf die Sache konzentriert, und die Fans müssen wissen, dass wir absolute sportliche Fairness bieten.»
Vorwürfe im australischen Parlament
Brown ist stinkig, denn Verdächtigungen gegen McLaren fanden sogar ihren Weg auf australische Regierungs-Ebene. Bei einer Sitzung eines Kommitees für Landwirtschaft und Transport meldete sich Matt Canavan (Senator von Queensland) zu Wort und wollte von Abteilungs-Sekretär Jim Betts wissen: «Ich weiss jetzt nicht genau, wen ich das fragen soll, aber schliesslich haben Sie mit Transport und Autos zu tun. Also – sind Sie der Ansicht, dass Oscar Piastri bei McLaren benachteiligt wird und ihn das den WM-Titel kostet?»
Betts, sichtlich irritiert: «Äh, Sie fragen mich um meine Meinung?» Der leicht überforderte Betts reichte die Frage sofort an den stellvertretenden Minister Anthony Chisholm weiter, und der fand: «Nun, ich bin schon der Ansicht, dass Oscar in diesem Jahr einige ziemlich raue Entscheidungen schlucken musste. Ich habe eine Tochter, die von der Formel 1 besessen ist, und die ist ziemlich aufgebracht.»
Als Piastri damals über diesen Gedankenaustausch informiert wurde, sagte er: «Ich finde es schon cool, dass ich es bis ins Parlament gebracht habe. Das kommt für einen Rennfahrer nicht jeden Tag vor. Es ist immer schön, von zuhause Unterstützung zu erhalten.»
Weniger erfreut reagiert McLaren-CEO Brown. «Offenbar ist dieser Senator schlecht informiert und versteht unseren Sport nicht. Es gibt da draussen jede Menge ungebildeter Leute ihr ihre Ansichten, und wenn ich die alle korrigieren müsste, dann hätte ich den ganzen lieben langen Tag nichts Anderes zu tun.»
«Ich finde es sehr bedauerlich, dass Menschen im Parlament, die meiner Meinung nach ziemlich weit davon entfernt sind, die Formel 1 zu verstehen, solche Aussagen treffen. Ich für meinen Teil würde es nicht wagen, über ihre Arbeit zu urteilen, weil ich nicht ausreichend informiert bin. Aber ich wette, ich könnte auch ein paar Anmerkungen machen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach