SIC58-Boss nach Sturzdebakel mit Leo Rammerstorfer: «Zeit, Luft zu holen»
Nach einem positiven Saisonstart wurde der Österreicher Leo Rammerstorfer zuletzt hart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. In den USA kam der Rookie wie sein Teamkollege im Kiesbett zu liegen.
Moto3-Neuzugang Leo Rammerstorfer hat seine ersten drei GP-Wochenenden hinter sich gebracht. Die große Asien- und Amerika-Reise zum Start der Saison brachte dem Linzer große Anerkennung, aber auch einige Niederschläge. Anhaltenden Applaus gab es für die Leistung des Linzers für den doch überraschend selbstbewussten Einstieg ins harte Moto3-Geschäft. Bei seinem GP-Debüt in Buriram mischte der Pilot der Mannschaft von Paolo Simoncelli eifrig im Mittelfeld mit und verpasste als 16. nur knapp den ersten WM-Punkt. Das Ziel hatte Leo Rammerstorfer dabei unter anderem für den höher eingestuften Rookie-Kollegen Hakim Danish oder Rico Salmela erreicht. Auch Markenkollege und Austin-Sieger Guido kam beim Auftakt hinter dem Österreicher über die Linie.
Leo Rammerstorfer stellt sich vor
Weiter ging es in Brasilien mit einem spektakulären Zeittraining – als Neunter ging es direkt vor Teamkollege Casey O’Gorman ins Q2. Doch mit Rennen 2 dreht sich das Schicksal vorerst gegen den Youngster aus Oberösterreich. Nach einem Highsider war der Große Preis in Südamerika vorbei. Und auch in den USA fand Rammerstorfer nicht auf die Ideallinie. Vom 24. Startplatz fuhr der so gut ins Jahr gestartete Rookie in den USA hinterher. Zur Rennmitte rutschte die Honda mit der Nummer 5 dann auch noch von der Piste. Rammerstorfer rappelte sich und fuhr ein zweites Mal hinterher. Die Zielflagge sah er mit über einer Minute Rückstand.
Damit hatte der 21-Jährige seinem Teamkollegen immerhin die Ankunft vorweg. Bitte für O’Gorman: Der Ire war von Platz 2 ins Rennen gegangen – nie zuvor hatte das ein Pilot von der grünen Insel in der Moto3 geschafft – und hatte lange in der großen Verfolgergruppe um ein Top-5-Ergebnis gerungen. Doch zehn Minuten nach Rammerstorfer lag auch Casey O’Gorman neben der Strecke. Der 19-Jährige musste zudem in ein Medical Center gebracht werden, konnte die Rückreise dann aber ohne gravierende Verletzungen antreten.
Entsprechend niedergeschlagen fasste Teambesitzer Paolo Simoncelli die letzten Auftritte seiner beiden neuen Moto3-Piloten in seiner bekannt authentischen Art zusammen: «Casey verlor in den ersten Runden Zeit durch unnötige Zweikämpfe mit Rivalen, die er aus seiner CEV-Zeit nur zu gut kennt; er kam mehrmals von der Strecke ab und stürzte schließlich drei Runden vor Schluss. Das ist schade, denn das Ergebnis lag in greifbarer Nähe. Von seiner Begeisterung getrieben, verlor er das eigentliche Ziel aus den Augen, nämlich die Zielflagge. Aber ich kann es ihm nicht übelnehmen, denn Jugend ist ein Synonym für Begeisterung und Instinkt. Ein starker Start, das Gefühl, konkurrenzfähig zu sein, der Wunsch, sich zu beweisen: All das gehört dazu. Das Rennen ist lang … aber man muss es zu Ende fahren.»
Simoncelli weiter: «Zusammenfassend zeigte das Gesamtbild drei Stürze in zwei Rennen, einen neunten Platz und einen schwierigen Moment für Leo. Das ist nicht das, was wir wollten. Die Enttäuschung ist frustrierend, aber sie lehrt uns etwas. Wir mögen das nie, aber manchmal ist es notwendig. Jetzt ist es Zeit für eine Pause vor Jerez. Zeit, wenn man sie gut nutzt, ist nie verschwendet und kommt vielleicht genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir atmen tief durch und fangen wieder dort an, wo wir müssen: beim Lernprozess.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach