Alex Lowes: «Würde Bulega eine Honda fahren, würde er nicht gewinnen»
Bimota und BMW konnten als einzige Hersteller neben Ducati in der Superbike-Weltmeisterschaft 2026 Podestplätze erringen. Bimota-Werksfahrer Alex Lowes beleuchtet die aktuellen Kräfteverhältnisse.
Vizeweltmeister Nicolo Bulega wird seiner Favoritenrolle bislang bravourös gerecht und ist nach den ersten sechs Läufen der Saison 2026 ungeschlagen. Saisonübergreifend hat das Ducati-Aushängeschild zehnmal gewonnen – gelingt ihm ihn Assen Mitte April ein weiterer Dreifachsieg, zieht er mit Rekordhalter Toprak Razgatlioglu gleich.
Von 18 Podestplätzen eroberte zwölf Ducati, jeweils drei gingen an Bimota auf Phillip Island und an BMW in Portimao. Das spiegelt sich auch in der Konstrukteurs-WM wider: Ducati führt mit maximalen 124 Punkten vor Bimota (74) und BMW (57).
Alex Lowes: «Hart, gegen Ducati Rennen zu fahren»
«Es liegen so viele Ducati in der Spitzengruppe, es ist hart gegen sie Rennen zu fahren», hielt Bimota-Werksfahrer Alex Lowes fest. «Sie sind alle schnell – egal mit welchem Stil, egal mit welcher Größe. Axel Bassani und ich fahren und arbeiten gut, das Team macht einen großartigen Job, wir sind dabei. Aber die Ducati zu schlagen, ist sehr schwierig. Auf den Geraden sind sie schneller als wir, dort holen sie etwas heraus, auch wenn wir nicht mehr ganz so schlecht sind. Ihre Elektronik funktioniert hervorragend, sie verfügen über sehr viele Daten aus der MotoGP- und Superbike-WM. Unterm Strich leisten sie bessere Arbeit und haben das stärkere Paket.»
«Schau dir an, wie mein Bruder Sam das Motorrad fährt, oder Bulega, Bautista, Montella oder Tommy Bridewell», holte Alex Lowes etwas aus. «Sie fahren alle unterschiedlich, können aber alle schnell fahren. Mit unserem Bike ist es so, dass Axel und ich sehr ähnlich fahren, weil man dieses Bike so fahren muss.»
Und fügte schmunzelnd hinzu: «Ich bin zehn Jahre älter und kann nicht mehr so tief neben dem Motorrad hängen. Deshalb schaue ich auf dem Bike nicht so gut aus wie Axel. Würde ich es versuchen, käme ich nie mehr hoch. Ducati bietet bezüglich Fahrstil ein größeres Fenster, in dem das Bike funktioniert. Ich kann ihnen nur gratulieren, aber für uns macht es das schwierig.»
Mehr als zwei Bimota im Feld würden helfen
«Niemand will, dass die Meisterschaft langweilig wird», hob der Engländer hervor. «Man kann sagen, was man will: Aber würde Bulega eine Honda fahren, würde er das Rennen nicht gewinnen. Das ist momentan die Realität, von meinem Motorrad will ich nicht reden. Deshalb hoffe ich, dass wir näher rankommen und in den Rennen vorne mitmischen. Ich hoffe, dass nicht sechs Ducati an der Spitze fahren und es um die Plätze 7 bis 10 verrückte Kämpfe gibt.»
Würde es helfen, wenn Bimota mehr als zwei Motorräder in der Startaufstellung hätte? «Natürlich», unterstrich Alex Lowes. «Das könnte gut sein, wenn es gut gemacht wird, mit der richtigen Unterstützung. «Axel und ich sind jetzt auf einem ähnlichen Level, das hilft bereits viel. Mir würde es gefallen, mehr Bimota auf dem Grid zu sehen. Es ist so: Du willst immer deinen Teamkollegen besiegen oder die Fahrer aus einem Satellitenteam. Gleichzeitig möchtest du aber auch, dass sie sich gut schlagen. Wenn Axel Vierter wird, und ich kann ihn schlagen, dann ist das fantastisch. Aber wenn er Elfter wird und ich Zwölfter – pfff. Die Teams müssen so wettbewerbsfähig wie möglich sein, damit sie sich gegenseitig antreiben, dann ist es positiv für jeden.»
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